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	<title>Der kleine Krebs Verlag</title>
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	<description>Geschichten. Einzeln, in Büchern und als Werbemittel.</description>
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	<title>Der kleine Krebs Verlag</title>
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		<title>Olaf und Karlinchen</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/olaf-und-karlinchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Feb 2024 13:55:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[KINDER(VORLESE)Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Gute-Nacht-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Ohrenkneifer]]></category>
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		<category><![CDATA[Spielen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>(Egal, was die Leute behaupten: Man kann einfach nicht genug spielen.) Um die wichtigste Frage gleich vorneweg zu nehmen und auch die folgende Geschichte nicht mit Vorurteilen zu belasten: Ohrenwürmer kriechen nicht in die Ohren von Menschen – auch nicht in Gegenden, wo Menschen sie Ohrenkriecher, Ohrenzwicker oder Ohrenkneifer nennen&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://der-kleine-krebs.de/olaf-und-karlinchen/">Olaf und Karlinchen</a> erschien zuerst auf <a href="https://der-kleine-krebs.de">Der kleine Krebs Verlag</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>(Egal, was die Leute behaupten: Man kann einfach nicht genug spielen.)</em></p>
<p>Um die wichtigste Frage gleich vorneweg zu nehmen und auch die folgende Geschichte nicht mit Vorurteilen zu belasten: Ohrenwürmer kriechen nicht in die Ohren von Menschen – auch nicht in Gegenden, wo Menschen sie Ohrenkriecher, Ohrenzwicker oder Ohrenkneifer nennen und kleinen Kindern Angst einjagen möchten. Tatsächlich kommt ihr Name daher, dass die alten Griechen und Römer meinten, wenn man die kleinen, armen Viecher zerstampft und pulverisiert, hilft das gegen Ohrenkrankheiten und gegen Taubheit.</p>
<p>Davon weiß Karlinchen aber nichts, es interessiert sie auch nicht. Dabei ist sie doch selbst ein Ohrenwurm-Mädchen und zwar ein ziemlich stolzes. Obwohl sie kleiner als die anderen ist, lässt sie sich von den Ohrenwurm-Jungs gar nichts gefallen, selbst wenn diese sie zu ärgern versuchen.</p>
<p>Wie alle Ohrwurm-Kinder spielt Karlinchen sehr gerne. Und wie alle ihre Freunde staunt sie immer über die Ameisen und Bienen, wenn sie mal welche treffen. Das kommt selten genug vor, aber es ist für sie stets eine Begegnung mit Aliens (wobei Ohrwürmer diesen Begriff freilich nicht kennen), denn Ameisen und Bienen spielen nicht. Sie arbeiten. Von früh bis spät, von Geburt bis zum Tod.</p>
<p>Karlinchen hat noch nie mit einem Ameisen-Kind gesprochen, sonst hätte sie bestimmt gefragt: „Kennt Ihr eigentlich etwas anderes als Arbeiten? Spielt ihr auch zwischendurch?“ Das kleine Ohrwurm-Mädchen kann nämlich nicht glauben, dass Kinder nicht spielen. Sie selbst tut eigentlich nichts anderes – und ihre Mama und ihr Papa haben auch noch nie gesagt, dass sich das mal entscheidend ändern wird. Denn es ist wahr, Ohrwürmer spielen auch als Omas und Opas sehr gerne.</p>
<p>Das einzige Problem, das Karlinchen hat: Ohrenwürmer spielen immer das Gleiche, sie kennen nämlich nur ein Spiel und das heißt „Stupsen“. Dazu laufen sie in einer dunklen Ritze oder in einer noch dunkleren Ecke wild durcheinander und stupsen sich gegenseitig an. Und bei jedem Stupser schreien sie „Stups dich“ … und laufen weiter.</p>
<p>Das ist viel lustiger als es klingt. Und trotzdem kommt der Tag, an dem Karlinchen plötzlich keinen Spaß mehr an diesem Spiel hat. Sie findet es richtig langweilig und fad – und als sie ein Freund stupst, stampft sie fest mit dem rechten, vorderen Fuß auf und sagt bestimmt „Mir reicht´s“. Und weil die anderen Ohrwürmer davon keine Notiz nehmen und weiter spielen, beschließt Karlinchen abzuhauen. Sie kommt aber nicht weit, denn nur einen Meter weiter, um die Hausecke herum, stößt sie gegen ein anderes Tier.</p>
<p>Sie sieht in zwei verdutze Augen, die neugierig hinter einer dicken Brille hervorlugen. Und sie hört ein erschrockenes „Aua!“, gefolgt von einem etwas weinerlichen „Du bist mir auf meinen vierten Fuß getreten. Und auf den siebten auch.“ Karlinchen weiß sofort, welches Tier da vor ihr steht, denn sie hatte schon welche vor geraumer Zeit in der hintersten Ecke des Zimmers gesehen: „Du bist eine Kellerassel.“</p>
<p>„Das weiß ich selbst. Da brauche ich keinen Ohrwurm dazu“, brummt ihr Gegenüber und reibt sich dabei zwei Beine. „Ich bin Karlinchen. Und wie heißt Du?“, will das Mädchen lachend wissen, woraufhin der Kellerassel-Junge nur meint: „Olaf“.</p>
<p>„Gesprächig bist Du ja nicht gerade“, beschwert sich Karlinchen, gibt aber noch nicht auf: „Willst Du mit mir spielen? Kannst Du überhaupt spielen? Oder seid Ihr Kellerasseln wie die Ameisen, die nur arbeiten? Und wenn nicht, welche Spiele kennst Du?“ Olaf ist sichtlich verstört und schweigt etwas überfordert angesichts des Fragen-Bombardements.</p>
<p>Als das Ohrwurm-Mädchen nach drölfzig weiteren Fragen kurz Luft holt, ist die Zeit für Olaf gekommen: „Und wann spielen wir endlich?“, meint er grinsend und rennt schon mit einem „Komm, lass uns die kleinen Gräser in den Fugen zur Hausmauer kitzeln“ davon. Karlinchen fackelt ebenfalls nicht lange und lässt sich von ihrem neuen Freund zeigen, wie man gekonnt Gräser kitzelt. Denn nur, wenn man es richtig macht, rollen sie sich ganz fest zusammen, springen wieder auf und vibrieren anschließend so fest, dass es eine wunderschöne Melodie ergibt. Aber nur, wenn man mehrere Gräser gleichzeitig kitzelt.</p>
<p>Staunend kommen immer mehr Ohrwürmer heran, die im Anblick des Gräser-Schauspiels ganz vergessen haben, dass sie sich eigentlich anstupsen wollten. Fasziniert lauschen sie den Klängen und kitzeln selbst Gräser, so dass das grüne Orchester immer größer und die Musik immer kräftiger wird. Bis, ja bis Olaf weiterläuft und Karlinchen zuruft: „Und jetzt spielen wir ‚Blinder Regenwurm-Verstecken´ und dann ‚Dreckkügelchen drehen` und dann ‚Glühwürmchen wirbeln‘ und dann ….“</p>
<p>Die beiden spielen den ganzen Tag und jeden darauffolgenden Tag – und jeden Tag fallen ihnen neue Spiele ein, zu denen immer mehr Ohrwürmer und Kellerasseln kommen. Natürlich, manchmal spielen sie auch „Stupsen“, das ihnen immer noch viel Spaß macht. Aber dank Olaf und Karlinchen haben sie so viele neue Spielideen, dass ihnen garantiert niemals langweilig werden wird.</p>
<p>Und manchmal schaut sogar eine kleine Ameise bei den spielenden Tierkindern vorbei, die, wenn die Mutter nicht achtgibt, auch zwischendurch gerne ein Gras kitzelt. Spielen macht nicht nur Spaß, Spielen bringt auch zusammen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>c/o Bernhard Krebs</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://der-kleine-krebs.de/olaf-und-karlinchen/">Olaf und Karlinchen</a> erschien zuerst auf <a href="https://der-kleine-krebs.de">Der kleine Krebs Verlag</a>.</p>
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		<title>Mit der Hantel vor dem Spiegel</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/mit-der-hantel-vor-dem-spiegel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Feb 2023 11:36:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[MÄNNERGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[FITNESSGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Hanteln]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Studio]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich heute Morgen an die Schulterpresse ging und merkte, dass für mich 30 Kilogramm zu viel aufgelegt/eingestellt waren, fragte ich mich wieder einmal, warum ich es zulasse, dass man mir bereits um 6:30 Uhr meine Würde nimmt. Die Gewissheit, dass mein Vorgänger an diesem Fitness-Gerät 30 Zentimeter kleiner war&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Als ich heute Morgen an die Schulterpresse ging und merkte, dass für mich 30 Kilogramm zu viel aufgelegt/eingestellt waren, fragte ich mich wieder einmal, warum ich es zulasse, dass man mir bereits um 6:30 Uhr meine Würde nimmt. Die Gewissheit, dass mein Vorgänger an diesem Fitness-Gerät 30 Zentimeter kleiner war als ich, machte die Sache nicht besser.</p>



<p>Zumal sich der eitle Bizeps-Knirps danach lässig auf das Spinning-Rad schwingt, während ich auf dem Crosstrainer wie ein überdimensionierter, pummeliger Gartenzwerg aussehe, der über eine imaginäre Wiese hüpft. Elegant sieht definitiv anders aus.</p>



<p>Eigentlich ein geselliges Kerlchen, bin ich im Fitness-Studio ein einsamer Mensch. Das trainierte Jungvolk zeigt aufreizend lachend seine Stärke an den Hanteln und dem Lat-Zug – und zollen den alten, ergrauten Bodybuilding-Löwen in der Runde den Respekt. Den haben sich diese in millionenfachen Wiederholungen an der Langhantel und Brustpresse redlich verdient. Man ist unter sich, man bleibt unter sich, wohlwissend, dass Leute wie ich selten öfter als dreimal nach dem Neujahrestag hier auftauchen werden.</p>



<p>Nein, sie schauen nicht auf mich herab, …<br>… lästern nicht über mich, sie ignorieren mich einfach. Und das tut weh.</p>



<p>Die beiden Einzigen, die sichtbare Freude über meine Anwesenheit zeigen, sind der Trainer und der Inhaber des Fitness-Studios. Während der eine das Erstellen meines individuellen Trainingsplans als willkommene Abwechslung zu seinen sonstigen Tätigkeiten zelebriert, zählt der andere leise lächelnd in Gedanken die Jahresbeiträge auf seinem Konto zusammen. Es gehört zum tatsächlich legalen Geschäftsprinzip eines Fitness-Studios, dass 1.000 Menschen mit guten Vorsätzen, aber wenig Ausdauer, das Vergnügen weniger Sportlerinnen und Sportler bezahlen.</p>



<p>Würden nämlich alle Mitglieder an einem Tag erscheinen, fände man in einer Hawesta-Dose mit Heringsfilets ohne Zweifel mehr Platz als im Fitness- Studio.</p>



<p>Ertappt!<br>So aber habe ich freien Ausblick vom Crosstrainer, den die Marketing-Experten in meinem bevorzugten Studio Sky-Walker genannt haben. Ich trage dabei aus Gründen der Ästhetik gerne weite Hosen und noch weitere T-Shirts, im Gegensatz zu manchen jungen Damen, die in hautenger Montur gelangweilt an mir vorbei spazieren. Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich, dass das Schwitzen auf dem Crosstrainer die höchste Anstrengung im Studio ist, weit mühsamer aber ist es, den Mädchen in von Beinpresse, Beinstrecker und natürlich vom Herrgott modulierten Körpern NICHT nachzuschauen.</p>



<p>Einmal hatte ich es getan – und merkte erst zu spät, wie ich dabei beobachtet wurde. Von den Muskelpaketen vor dem Spiegel, vom Trainer und vom Fitness-Studio-Besitzer und natürlich von Frau Huber. Meine Nachbarin, die ich bis dahin nicht bemerkt hatte und die mich jetzt süffisant vom Ergometer drei Meter weiter geringschätzte.</p>



<p>Ich weiß nicht, warum ich es zulasse, dass ich mir bereits um 6:30 Uhr meine Würde nehme.</p>



<p></p>



<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<title>Ein Abend unter medizinischen Experten</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/ein-abend-unter-medizinischen-experten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Feb 2023 14:50:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[MÄNNERGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[FITNESSGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„So gesund kommen wir nicht mehr zusammen!“ Meine Frau behauptet, ich wäre ein mittelschwerer Hypochonder und würde den kleinsten Schnupfen zum Anlass nehmen, geschwächt, kränkelnd und letztlich auch wegen der mangelnden Fürsorge gekränkt, das Bett zu hüten. Da hat sie natürlich Recht, sie ist meine Frau. Mitleid von ihr? Bekommen&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading"><strong>„So gesund kommen wir nicht mehr zusammen!“</strong></h2>



<p>Meine Frau behauptet, ich wäre ein mittelschwerer Hypochonder und würde den kleinsten Schnupfen zum Anlass nehmen, geschwächt, kränkelnd und letztlich auch wegen der mangelnden Fürsorge gekränkt, das Bett zu hüten.</p>



<p>Da hat sie natürlich Recht, sie ist meine Frau.</p>



<p>Mitleid von ihr? Bekommen nur die Kinder – oder ihre Eltern, wenn sie das Alter und den Verfall des Körpers beklagen. Und ich? Fehlanzeige, obwohl gerade ihre Eltern nicht ganz unschuldig daran sind, dass in meinem Körper gerade akut alle Systeme zusammen brechen. Meine Schwiegereltern feierten nämlich gestern Goldene Hochzeit und ich durfte im leer geräumten Wohnzimmer am Biertisch mit Oma, Opa und ihren älteren Geschwistern Platz nehmen. Die Jahre, die hier versammelt waren, hätten sicher eine vierstellige Zahl ergeben.</p>



<p>Während meine Frau den Service kundig übernahm und die Jungs wie immer irgendwo Unsinn trieben, machte ich zwischen Vorspeisen-Salat und den Gemischten Braten den folgenschweren Fehler und fragte Großtante Hildegard: „Wie geht es dir eigentlich so?“</p>



<p>Es dauerte nur Bruchteile von Sekunden – und schon brach am Tisch ein medizinischer Diskurs lauter Experten los, die sich (nicht nur) Begriffe wie Bypass, großes Blutbild mit Was-weiß-ich-für-Werten, Hämorrhoiden und Schilddrüsenunterfunktion um die Ohren warfen.</p>



<p>Wissen Sie, was für mich (siehe eingangs genannten Hypochonder) das größte Problem dabei ist: Die Detailverliebtheit, wenn es um die Beschreibung diverser Krankheiten geht. Sie nimmt zweifellos im Alter zu, was gestern Abend der 93jährige Urgroßonkel bewies, als er ausführlich und kenntnisreich die Furunkeln und Abszesse in Körperregionen erörterte, die ich nicht einmal gegenüber meiner Frau zitiere.</p>



<p>Und ich? Meine Fantasie führte dazu, dass meine Beine taub wurden, während Onkel Erich von seiner Krampfadern-Operation berichtete. Das vehement diskutierte „Schlagerl“ (man merkt fast nichts mehr) von Großtante Babette brachte die Adern in meinem Kopf fast zum Platzen, die anschließende Stuhlgang-Diskussion verleideten mir den Braten samt Sauce. Ganz zu schweigen von den sieben überlebten Herzinfarkten am Tisch, die mich prompt in Panik stürzten: Ich spür´ es schon, der linke Arm tut weh….</p>



<p>Das wiederum beschäftigte mich die ganze Bayerische Creme hindurch, die als Nachspeise und zum eilig herbei geholten Blutdruckmessgerät gereicht wurde. Meine Werte wollte ich nicht wissen, die meiner Schwiegermutter und ihres Mannes aber machten den versammelten Experten Sorgen. Mir auch, denn ich kenne den Großvater meiner Enkel, der sich jegliche ärztliche Einmischung in sein Leben verbietet.</p>



<p>Nach einer schlaflosen Nacht, in der ich die Haus-Apotheke leer geräumt und in vielen großen Dosen oral eingenommen habe, saß ich heute Morgen zitternd am Frühstückstisch und erwartete den Anruf, der den plötzlichen Krankenhausaufenthalt von Opa mitteilt. Das Telefon klingelte tatsächlich – am anderen Ende der Leitung verkündete der Schwiegervater, dass man sich zum Spontanurlaub in Madeira entschlossen habe. Weil: „So jung und gesund bleiben wir nicht immer.“</p>



<p></p>



<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<item>
		<title>Eine Frage der Perspektive: faul oder nicht.</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/eine-frage-der-perspektive-faul-oder-nicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Feb 2023 17:33:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[MÄNNERGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[FITNESSGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Effizienz]]></category>
		<category><![CDATA[Langsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Provokation]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Eingeständnis, das die meisten Menschen, die mich kennen, nicht überraschen wird: Ich bin eine lebendig gewordene Provokation. Einer, der von Natur aus widerborstig und gerne unabhängig ist, und der sein renitentes Wesen pflegt, wenn ihn der Erziehungsauftrag anderer einholt. Ich will gar nicht abstreiten, dass mich hin und wieder&#46;&#46;&#46;</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ein Eingeständnis, das die meisten Menschen, die mich kennen, nicht überraschen wird: Ich bin eine lebendig gewordene Provokation. Einer, der von Natur aus widerborstig und gerne unabhängig ist, und der sein renitentes Wesen pflegt, wenn ihn der Erziehungsauftrag anderer einholt. Ich will gar nicht abstreiten, dass mich hin und wieder die Bosheit dazu treibt, meist aber ist meine Ignoranz nicht gegen einen anderen gerichtet, sondern einfach nur mit mir selbst beschäftigt.</p>



<p>Das macht ein Leben mit mir nicht einfach, wovon meine geliebte Gattin ein traurig Lied singen kann. Ähnlich ergeht es meinem besten Freund Markus. Beide wollen sie stets nur „mein Bestes“ und wenn schon nicht das, dann zumindest eine gute Lösung in der jeweiligen Situation. Dumm nur, dass ich „mein Bestes“ und eine „gute Lösung“ sehr individuell definiere – und meine Interpretation meist auf wenig Gegenliebe und immer auf Unverständnis stößt.</p>



<p>Dabei rede ich (noch) nicht von langen Unterhosen, die ich (zum Zorn meiner Gattin) auch bei minus 20 Grad Celsius verweigere, oder den guten, persönlichkeitsbildenden Büchern, die ich (zum Leidwesen von Markus) nicht lese – ich rede von den immensen Zeitersparnissen, die ich tagtäglich auf dem Parkplatz des Lebens ungenutzt liegen lasse.</p>



<p>Apropos Parkplatz: Als Autofahrer parke ich immer viel zu weit vom Ziel weg. Ich nehme nämlich die allererste Gelegenheit, um zu parken und störe mich fröhlich lächelnd und träumend nicht an den langen Märschen hin und zurück. Meine Mitfahrer tun das allerdings.</p>



<p>Woran es liegt? Ich treffe einerseits sehr schnell Entscheidungen UND ich mag es ungern umständlich. Was heißt: Wenn eine spätere, bessere Alternative<br>a) unsicher ist (es gibt keinen Parkplatz, der näher am Ziel liegt) oder<br>b) sehr viel Aufwand bedeuten könnte (Runden drehend eine Parklücke suchend <a href="https://www.youtube.com/watch?v=40hQeVlkpRI" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.youtube.com/watch?v=40hQeVlkpRI</a>),<br>nehme ich den erstbesten Parkplatz. Das mag zwar ebenfalls irgendwie umständlich sein, aber eben früher. Und hinsichtlich besserer Alternativen, die ich versäumt habe, lehrt mich die Erfahrung, dass es sich irgendwann wieder ausgleicht. Dieses Vorgehen wende ich übrigens auch bei der Wahl des Christbaums, dem Kauf einer Hose und vielem anderen an. Mich entspannt es, meine Begleitung leider nicht.</p>



<p>Andererseits trödle ich gerne. Ich kann fernab aller technischer Errungenschaften sehr träge Gießkannen (volle und leere) durch den Garten tragen, stundenlang Sand schaufeln und dabei träumen, bei klassischer Musik Hemden bügeln, fühlend und riechend Gemüse schneiden und in alle Richtungen schauend ein altes Rad fahren. Das kostet jede Menge Zeit, die ich aber selten als verschwendet betrachte.</p>



<p>Im Gegenteil betrachte ich staunend meine Mitmenschen mit Mähroboter und häuslicher Wassersprenganlage sich Freiräume für Freizeitstress verschaffen, mit dem Auto ins Fitness-Studio fahren oder hektisch Dinge verrichten, um ausführlich allen von ihrer gewonnen „Ich-Zeit“ berichten.</p>



<p>Nun, ich habe keine Ich-Zeit, dafür aber zwei grüne Gießkannen.</p>



<p></p>



<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<title>Florian springt schon wieder!</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/florian-springt-schon-wieder/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 May 2020 15:45:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[KINDER(VORLESE)Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Gute-Nacht-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Publikum]]></category>
		<category><![CDATA[Spatz]]></category>
		<category><![CDATA[Tollpatsch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Florian war ein kleiner Spatz und hatte eine riesige Familie. Er hatte Mama, Papa, Omas, Opas, viele Schwestern und Brüder und noch viel mehr Tanten, Onkeln, Cousinen und Cousins. Er konnte sie zwar nicht mehr zählen, aber er kannte jeden einzelnen von ihnen, und alle kannten ihn. Während untertags jeder&#46;&#46;&#46;</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Florian war ein kleiner Spatz und hatte eine riesige Familie. Er hatte Mama, Papa, Omas, Opas, viele Schwestern und Brüder und noch viel mehr Tanten, Onkeln, Cousinen und Cousins. Er konnte sie zwar nicht mehr zählen, aber er kannte jeden einzelnen von ihnen, und alle kannten ihn.</p>



<p>Während untertags jeder Spatz machte, was er wollte, traf sich allabendlich die gesamte Sippe und flog zum Swimmingpool von Herrn Schmid, den dieser im Frühjahr in seinen Garten eingelassen hatte. Das Wasser war nur durch einen schmalen Ablauf und eine wenige Zentimeter hohe Brüstung vom gepflegten Rasen getrennt. Perfekt für Spatzen, um sich darauf niederzulassen und zu trinken.</p>



<p>Das war vielleicht jeden Abend ein fröhliches Treiben und ein Lärmen, das Herrn Schmid nicht störte. Im Gegenteil: Gerne setzte er sich in seinen Stuhl am Rande des Pools und schaute den Vögeln zu. Ein paar miesepetrige Kolkraben schauten ebenfalls regelmäßig vorbei und zwei kleine, flotte Schwalben tranken kunstvoll im Flug.</p>



<p>Jeder der Spatzen-Familie beherrschte die Kunst, geschwind und in hohem Tempo anzufliegen und auf den Punkt genau zu landen. Außer Florian, denn der plumpste wirklich jedes Mal ins Wasser.</p>



<p>Alle lachten über den komischen Tollpatsch.</p>



<p>Natürlich machte das Florian sehr traurig, denn weder Mensch noch Spatz werden gerne ausgelacht – und schon gar nicht, wenn sie sich dumm anstellen. Eines Abends aber gelang dem kleinen Spatzen ein sehr kunstvoller Bauchklatscher mit einem anschließenden Purzelbaum und zwei Drehungen um die eigene Achse. Darüber lachten die anderen Vögel nicht, vielmehr staunten sie Meisen-Klötze und einige klatschten sogar.</p>



<p>Darüber wiederum war Florian verwundert. Als er aber merkte, dass ihn die anderen Spatzen nicht veräppelten, sondern ihr Staunen und ihre Bewunderung echt waren, flog er hoch, drehte eine Runde, kam zurück – und versuchte einen zweiten Bauchklatscher, diesmal mit einem Salto, der ihm zwar noch nicht richtig gelang, aber bei seinen Zuschauern wieder Beifall hervorrief.</p>



<p>Jetzt war Florian so richtig in Fahrt: Immer wieder flog er den Pool an und probierte eine Figur nach der anderen aus. Nicht nur die Spatzen waren begeistert, auch Herr Schmid erhob sich aus seinem Stuhl und staunte darüber, was der kleine Vogel anstellte. Noch an diesem Abend musste Florian immer wieder eine neue Zugabe geben – an den darauffolgenden Tagen wurde die Schar seiner Fans immer größer. Und alle riefen ihren Freunden und allen Tieren, denen sie begegneten, zu: „Kommt zum Pool, das müsst ihr sehen.“</p>



<p>Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt: Florian wurde ein Star, heiratete die hübscheste aller Spatzendamen und bekam viele, viele Spatzenkinder, die mit ihm gemeinsam Bauchklatscher übten.</p>



<p>Und die Moral? Man darf ruhig dämlich aussehen, solange man ein Publikum hat, das zusieht.</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<title>Aus dem Leben eines Kommunalpolitikers:</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/aus-dem-leben-eines-kommunalpolitikers/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 May 2020 15:33:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[POLITIKgeschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Links, rechts, den Marktplatz hinauf und hinab Wenn mich jemand vor zehn Jahren gefragt hätte, welche gesellschaftlich Veranstaltung bzw. welche Tradition mir besonders bizarr erscheint, dann hätte ich ohne Zögern geantwortet: Festzüge! Weder verstand ich die Menschen, die bei einem Festzug mitmarschierten, noch verstand ich die Menschen, die am Straßenrand&#46;&#46;&#46;</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h1 class="has-text-align-right wp-block-heading">Links, rechts, den Marktplatz hinauf und hinab</h1>



<p>Wenn mich jemand vor zehn Jahren gefragt hätte, welche gesellschaftlich Veranstaltung bzw. welche Tradition mir besonders bizarr erscheint, dann hätte ich ohne Zögern geantwortet: Festzüge!</p>



<p>Weder verstand ich die Menschen, die bei einem Festzug mitmarschierten, noch verstand ich die Menschen, die am Straßenrand winkten und klatschten. Nachdem ich also als Kind im gelben Sporttrikot, eingerahmt von Vereinskollegen, bei einem Jubiläums-Festzug des ASV Burglengenfeld mitmarschieren musste, verwehrte ich mich danach als Jugendlicher und Erwachsener den entsprechenden, mir so fremden Zwängen.</p>



<p>Aber damals standen wenigstens noch viele Menschen am Straßenrand und winkten</p>



<p><strong>Ich marschiere nicht, also bin ich.</strong> Das Credo des unabhängigen Vereins-Revoluzzers und des tapferen Festzug-Widerständlers begleitete mich fortan ein halbes Leben lang.</p>



<p>Bis ich in der Kommunalpolitik landete und seitdem als 2. Bürgermeister nicht nur einfach mitmarschiere, sondern mit dem 1. und dem 3. Bürgermeister meist sogar dem Zug vorangehe. Nicht selten als flankierendes Beiwerk für Landrat und Pfarrer.</p>



<p>Ganz ehrlich: Ich habe seit der vergangenen Kommunalwahl das untrügliche Gefühl, dass ich an meinen freien Wochenenden nichts anderes mehr mache als den Marktplatz unserer wunderschönen Heimatstadt hinauf und hinab zu marschieren. Blöde lächelnd, halbherzig winkend, meist stumm – und stets verzweifelt &amp; mit knapp zwei Metern Körperlänge fast immer vergeblich versuchend, den Gleichschritt zu wahren. Spätestens in der Kurve zur Brücke gerate ich aus dem Takt und in das Spott-Visier der Hintermänner.</p>



<p>Die unerträgliche Situation wird noch gesteigert, weil ich Landrat sowie 1. und 3. Bürgermeister heimlich beneide um ihre nonchalante Souveränität, diese Tortur nicht nur über sich ergehen zu lassen, sondern sie sogar sichtbar zu genießen. Vielleicht liegt es daran, dass sie der CSU angehören und ich der SPD, was die Sache aber nicht besser macht.</p>



<p><strong>Ich marschiere, also bin ich.</strong> Zumindest ein Kommunalpolitiker. Und als solcher darf ich keinen Festzug versäumen, auch wenn ich weiß, dass jeder gewonnen Stimme für den nächsten Wahlkampf mindestens zwei verlorene entgegenstehen. Wenn ich nämlich zur linken Seite winke und herzlich das Volk grüße, vernachlässige ich die rechte Seite – ein unlösbares Dilemma, das mir den Ruf (auf der rechten Seite) des „arroganten Kerls, der uns nicht einmal anschaut“ einbringt, während manch einer auf der linken Seite sich fragt: „Was will der Typ eigentlich, ich kenne ihn doch gar nicht.“</p>



<p>Nach fünf Jahren bin ich Festzugsprofi: Ob die dank Freibier beschwipste Volksfestgaudi oder der mittlerweile sehr einsame Zug zum 1. Mai, ob inmitten von uniformierten Reservisten der stumme Volkstrauerzug zum Friedhof oder das laute Faschingstreiben, wo alte Bonbons als Wurfgeschosse ihre wahre Verwendung finden – es gibt keinen Festzug, Umzug oder Kirchenzug, bei dem ich nicht mitmarschiere.</p>



<p>Ich habe dabei viel über Gleichmut nachgedacht und einiges über Demut gelernt. Ich hatte genügend Zeit, jedes Detail am Wege eingehend zu studieren und so eine Menge Unbekanntes über meine Heimatstadt erfahren. Ich habe geschwitzt und gefroren, habe den Jahreszeiten getrotzt und dabei mehr als einmal großen Durst gehabt. Oder mir eine Toilette am Wegesrand gewünscht.</p>



<p>Und ich habe als chaotisch veranlagter Mensch gelernt, wie wichtig Ordnung für das Miteinander ist. Denn wenn erst einmal der Pfarrgemeinderat hinter der Fußballjugend, die Feuerwehr hinter dem Kegelverein und die Blaskapelle ganz am Schluss marschieren sollte, dann gibt es keine Hoffnung mehr. Und ich würde nie mehr den Marktplatz hinaufmarschieren. Und nie mehr hinunter.</p>



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<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<title>Schokolade oder Chips?</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/schokolade-oder-chips/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 May 2020 15:23:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ESSEN-TRINKEN-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[FITNESSGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Süßigkeiten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Zehe Knoblauch, ein Rippchen Schokolade, ein Schüsselchen Chips, ein kleines Bier oder eine Kugel Eis. Es gibt Maßeinheiten, die mir fremd sind. Ich denke in Knollen, süßen 250 Gramm-Tafeln, stattlichen Liter-Gläsern und mindestens 500ml-Eisbechern – und ich handle danach. Die Händler (und Mutter Natur) haben sich doch sicher etwas&#46;&#46;&#46;</p>
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<p>Eine Zehe Knoblauch, ein Rippchen Schokolade, ein Schüsselchen Chips, ein kleines Bier oder eine Kugel Eis. Es gibt Maßeinheiten, die mir fremd sind. Ich denke in Knollen, süßen 250 Gramm-Tafeln, stattlichen Liter-Gläsern und mindestens 500ml-Eisbechern – und ich handle danach. Die Händler (und Mutter Natur) haben sich doch sicher etwas dabei gedacht, als sie bei den Größen ihrer Versuchungen nicht gekleckert, sondern eifrig geklotzt haben, oder?</p>



<p>Ich bin ein XXL-Mensch mit großen Gefühlen, großen Worten, großen Ansprüchen und so weiter und so fort. Warum sollte ich dann bei Knoblauch, Bier und Süßigkeiten halt machen?</p>



<p>Naschereien teilen die Menschheit in der Regel in mindestens zwei Gruppen, unter die sich wiederum viele weitere Kategorien bilden können. Es gibt die „Salzigen“ und es gibt die „Süßen – während die einen ihrer Leidenschaft für Chips, Nüsschen oder Brezeln frönen, können die anderen weder Kuchen und Torte noch Schokolade widerstehen. Die Gummibärchen-Fraktion, so groß sie auch sein mag, nehme ich nicht ernst, seitdem Thomas Gottschalk für sie Werbung gemacht hat und Bulli Herbig auch nicht besser ist.</p>



<p>Nun gut, ich gebe zu: Meine Abneigung betrifft vor allem die geschmacklosen Goldbären, bei Cola-Fläschchen (tatsächlich das einzige Mal, in der ich in meinem Sprachschatz eine „Verniedlichung“ zulasse) und den komischen Erdbeeren mit ihrer geheimnisvollen Konsistenz, mache ich Ausnahmen.</p>



<p>Während ich früher ein treuer Vasall des Süßen war und kaum die Grenze zum Salzigen übersprang, werde ich mit zunehmendem Alter toleranter. Heute esse ich alles. Hauptsache, es ist viel.</p>



<p>Überhaupt fördern Naschereien meine Fähigkeit, entspannt &amp; neugierig zu sein und Wagnisse einzugehen. Ich bin kein Sturkopf mehr, der sein Leben lang bei den Paprika-Chips der Marke XY bleibt, ebenso wenig wie ein verbohrter Gourmet, der nur dunkle Schokolade aus bestimmten fernen Ländern an seinen Gaumen lässt. Und ein Gesundheitsapostel, der auf Fettgehalt und Geschmacksverstärker achtet, war ich noch nie.</p>



<p>Vielmehr bin ich mittlerweile ein überzeugter Grenzgänger, der Süßes und Deftiges zugleich liebt und für den die britische Honig- und Essig-Expeditionen eine wahre Geschmacksoffenbarung sind. Oriental, Chakalakah, Ketchup und süße Röstaromen bei Chips, Bärwurz und Bärlauch bei Pralinen: Ich kenne keine Angst mehr und breche täglich auf zu neuen Abenteuern. Nicht jedes geht gut aus, aber ich kann sehr hart im Nehmen sein.</p>



<p>Moment! Es gibt doch noch ein Terrain, das ich noch nie betreten habe: Ich habe noch nie – auch nicht in der Nacht – glückselig ein Nutella Glas ausgelöffelt. Machen das überhaupt Männer?</p>



<p>Aber was nicht ist, kann ja noch kommen.</p>



<div style="height:51px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<title>Warum ich so ungeheuer gelassen und souverän bin</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/warum-ich-so-ungeheuer-gelassen-und-souveraen-bin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 May 2020 15:18:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BUSINESSgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Präsentation]]></category>
		<category><![CDATA[Seminar]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Schlafen Sie einfach mal eine Nacht drüber, dann geht Ihnen die Präsentation ganz locker von der Hand.“ Das hat der Coach vor wenigen Stunden zu mir gesagt. Jetzt sitze ich hier, alleine im Hotelzimmer. Sie müssen wissen: Ich hatte mich nach vielen Jahren mal wieder für ein zweitägiges Seminar angemeldet.&#46;&#46;&#46;</p>
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<p>„Schlafen Sie einfach mal eine Nacht drüber, dann geht Ihnen die Präsentation ganz locker von der Hand.“ Das hat der Coach vor wenigen Stunden zu mir gesagt. Jetzt sitze ich hier, alleine im Hotelzimmer.</p>



<p>Sie müssen wissen: Ich hatte mich nach vielen Jahren mal wieder für ein zweitägiges Seminar angemeldet. Ich dachte, es wäre an der Zeit – und weil es vor allem meine Ungeduld ist, die mir viel zu oft das Leben schwer macht, hatte ich mir folgerichtig ein Seminar mit dem Titel „Mehr Gelassenheit im Beruf“ ausgesucht.</p>



<p>Ja, und deshalb muss ich bis morgen eine Präsentation zu einem mir zugeteilten Thema ausarbeiten, das da lautet: „Warum ich heute so ungeheuer gelassen und souverän bin.“</p>



<p>Der Clou dabei: Die Präsentation soll witzig sein. So will es der Coach.</p>



<p>„Warum ich heute so ungeheuer gelassen und souverän bin.“ Witzig dargeboten. Journalisten nennen das „Glosse“. Dazu dröhnen in meinem Kleinhirn die in Stein gemeißelten Präsentations-Gesetze: Fasse Dich kurz!</p>



<p>Komm endlich zum Punkt!</p>



<p>Einen Moment, gleich passiert es.</p>



<p>In einer Präsentation haben Ausschweifungen keinen Platz!</p>



<p>Das weiß doch jeder, oder?</p>



<p>Wer klar schreibt, der denkt auch klar!</p>



<p>Alles klar?</p>



<p>Vorhin noch, als die Inspiration den Frottee-Schlafanzug übergestreift und die Kreativität das aufreizende Abendkleid abgelegt hatte, war sie da: die Idee! Es war kein primitiver Gedanke, es war eine Erscheinung!</p>



<p>Eine Präsentation, die nur einmal in den mir absolut unergründlichen Gehirnwindungen geboren wird. Eine Idee, die den Ruhm (und den Rum) über mehrere Generationen sichert; eine Idee also, die den angestrebten Ruhe-Rum-Ruhm-Platz in der Rente schon heute rechtens sein lässt: Originell und anregend am Anfang, erheiternd und überraschend im Mittelteil, der wiederum dramaturgisch ungewöhnlich, aber spannend einmündet in die Schlusspointe, die man nur noch als Sensation bezeichnen kann.</p>



<p>Jetzt ist sie weg, die Idee. Und kommt nicht wieder. Trotz intensiver Bemühungen. Alle Versuche, den Geniestreich meines Lebens wieder in die Gehirnrinde zu locken, scheitern. Ein paar Schritte durchs Hotelzimmer helfen wenig. Ebenso zwecklos sind die fünf Meditationsübungen der Tibeter und eine eilig durchgeführte Bachblütentherapie.</p>



<p>Ich habe sogar den Zimmerservice damit überrascht, dass ich den Müll zur Tonne gebracht habe, weil der in größter Verzweiflung konsultierte, sehr teure und sehr virtuelle Motivationspsychologe empfohlen hatte, hinderlichen Ballast auch ganz real zu entfernen.</p>



<p>„Warum ich heute so ungeheuer gelassen und souverän bin.“ Langsam wird das Zeitfenster eng. Schnell noch ein kleines Bierchen. Die nette Dame unten an der Hotel-Bar hat mir auf Nachfrage sofort bestätigt, dass ich schon aus fünf Metern Entfernung den Eindruck einer absolut gelassenen Persönlichkeit mache.</p>



<p>Leider wollte die Dame nicht als meine Muse mit aufs Zimmer kommen. Ich kenne das. Als gelassener und souveräner Mensch ist man oft einsam. Die Mini-Bar ist gerade mein bester Freund.</p>



<p>Apropos Freund – ich rufe Markus an, meinen besten Freund. Der ist um diese Zeit zwar nicht mehr wach, aber vor vielen Jahren hatten wir uns geschworen, in Krisen immer füreinander da zu sein.</p>



<p>Überraschenderweise interpretieren wir beide den Begriff „Krisen“ offensichtlich unterschiedlich. Und eine Präsentation gehört seiner Meinung nach Definition nicht dazu. Da er aber schon mal wach ist, könne er sich mein Problem – allerdings mit dem ungehalten-liebevollen Hinweis, dass ich ein „riesen Depp“ und ein „Kasperlkopf, ein selbergeschnitzter“ bin – auch anhören.</p>



<p>Als ich ihm jedoch das Thema meines Vortrags verrate, bricht er in schallendes Gelächter aus: „Du gelassen und souverän? Vergiss es!“ Und mit einem „Such Dir ein anderes Thema aus“ legt er einfach auf. Das regt mich kurz ungeheuer auf und bringt mich gleich darauf der Lösung näher. Ich werde morgen dem Coach mal so richtig meine Meinung geigen&#8230; und dabei vielleicht nicht völlig gelassen, aber sehr souverän sein.</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


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		<title>Endlich: Ein Opfer spricht!</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/endlich-ein-opfer-spricht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 May 2020 15:08:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[FRAU-MANN-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[MÄNNERGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Mann]]></category>
		<category><![CDATA[Spiele]]></category>
		<category><![CDATA[Spieleabend]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenden wir uns heute einem Thema zu, das gesellschaftspolitisch relevant und blutrünstig ist: Der unbestreitbaren Tatsache, dass es Menschen in unserer Gesellschaft gibt, die es gerne gesellig haben. Und genau diese Geselligkeit hat ihre Tücken, wenn man es nicht bei einem schönen Essen oder einem lustigen Kneipenbesuch belässt, sondern in&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wenden wir uns heute einem Thema zu, das gesellschaftspolitisch relevant und blutrünstig ist: Der unbestreitbaren Tatsache, dass es Menschen in unserer Gesellschaft gibt, die es gerne gesellig haben.</p>



<p>Und genau diese Geselligkeit hat ihre Tücken, wenn man es nicht bei einem schönen Essen oder einem lustigen Kneipenbesuch belässt, sondern in allerlei Spielerei sein Vergnügen sucht. So genannte Spiel-Abende sind nämlich nichts anderes als getarnte Zeit-Inseln aus frühester Erdgeschichte, auf denen Menschen ihrer früh-evolutionäre Bestimmung zwar spät, aber umso intensiver nachgehen.</p>



<p>Diese Bestimmung besagt in <strong>Stufe 1</strong>: Paare Dich!</p>



<p>Der absolute Spiele-Favorit bleibt unter den Singles aller Nationen seit Generationen das &#8222;Flaschen drehen&#8220;. Da kommt man ohne Umschweife zur Sache, sehr oft entstehen sogar Beziehungen für die nächsten Jahre. Ob es allerdings gut ist, sich bei der Partnerwahl auf eine leere Flasche und den (fast immer stattfindenden und meist dilettantisch umgesetzten) Manipulationsversuchen der eingeweihten besten Freundin zu verlassen …</p>



<p><strong>Stufe 2</strong> der Bestimmung konzentriert sich auf die elementarste aller Botschaften: Überlebe!</p>



<p>Seltsamerweise fühlen sich von dieser Botschaft ausschließlich Paare angesprochen. Das weiß jeder, der sich mit seinem Liebsten oder seiner Liebsten zu Gesellschaftsspielen mit Freunden zusammengefunden hat. Es scheint wie der Sonnenaufgang ein Naturgesetz zu sein: Die besten und fairsten Verlierer verlieren jeden Funken Toleranz, sobald ihr Partner um den Sieg mit wetteifert.</p>



<p>Und je mehr weibliche Chromosomen sie in sich haben, desto erbarmungsloser wird die Schlacht – sage ich, der als Mann in den vielen Jahren seines Lebens schon Zeuge und häufiges Opfer war.</p>



<p>Sehen wir uns nun zur mathematisch exakten Beweisführung zwei Spiele an und deren jeweiligen Verlauf, der nach den Gesetzen der Logik (mit kleinen Abweichungen) immer derselbe ist:</p>



<p>SIEDLER VON CATAN: Es dauert niemals lange, da verwandeln sich im städtebaulichen Bestreben ansonsten liebenswürdige und reizende Personen zu heimtückischen Wegelagerern. Haben Sie eine Ahnung, wie hoch der Preis für Heu sein kann? Ich musste einmal bei meiner Partnerin drei Wälder und vier Erz-Minen einsetzen, damit sie überhaupt gesprächsbereit war. Das Heu bekam ich aber erst, als ich mehrere blühende Wiesen dazu gab – und gleich darauf bankrott und spielunfähig war.</p>



<p>RISIKO: Früher wurde bei diesem Strategiespiel besetzt, heute wird befreit. Auch, wenn das politisch korrekter klingen mag, auf dem Spielbrett werden die Genfer Konventionen schlichtweg ignoriert. Hier mutiert die vorsichtige Hausfrau, die 25 Mal den Herd kontrolliert, zum unerbittlichen General Kublai Khanscher Prägung, der Armee um Armee ins Verderben schickt – solange auf dem besetzten Land eben der holde Gatte seine Bastion aufgebaut hat.</p>



<p>Kamtschatka, eigentlich ein eher unbedeutendes Land (ja ja, es ist der Brückenkopf zu Nordamerika) ganz weit draußen im Osten und dessen Name vor RISIKO kein Westeuropäer gekannt hat, wird – ohne zu wissen, wie ihm geschah – zum Schauplatz unvorstellbarer Gemetzel und zum Brennglas für jegliche partnerschaftliche Auseinandersetzung: Du hast den Müll nicht runter getragen, das kostet Dich zehn Armeen! Du wirst immer dicker, ich greif an! Immer diese Haare im Kamm, Irkutsk gehört mir! Du hast einer anderen Frau nachgeschaut, ich werde Dich vernichten! Du hast einen Kratzer ins neue Auto gemacht, ich muss die Welt erobern!</p>



<p>… Tilt. Game over &#8230;</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<title>Langsame Hände …</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/langsame-haende/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 May 2020 15:04:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ALLTAGsgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Mittagspause]]></category>
		<category><![CDATA[Service]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>…die mich zum Weinen bringen Eigentlich hätte an dieser Stelle ein anderer Artikel stehen müssen. Und eigentlich hätte er schon vor zwei Stunden online gehen sollen. Dass dem nicht so ist, liegt daran, dass ich heute im Szene-Imbiss um die Ecke beim Mittagessen war. Dort gibt es burmesische Suppen, japanische&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="has-text-align-right wp-block-heading">…die mich zum Weinen bringen</h2>



<p>Eigentlich hätte an dieser Stelle ein anderer Artikel stehen müssen. Und eigentlich hätte er schon vor zwei Stunden online gehen sollen. Dass dem nicht so ist, liegt daran, dass ich heute im Szene-Imbiss um die Ecke beim Mittagessen war.</p>
<p>Dort gibt es burmesische Suppen, japanische Suppen und sonstige Suppen, die allesamt lecker schmecken, unglaublich gesund sind – und mir für teures Geld das gute Gefühl geben, ich hätte gefastet. Solange ich standhaft bin und danach nicht ….</p>
<p>…, aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls stand heute ER hinter der Theke. ER ist eine unglaublich gesund aussehende Aushilfskraft, Typ Kunsthistoriker. ER ist sehr, sehr zuvorkommend – und er besitzt LANGSAME HÄNDE.</p>
<p>Dieser Begriff ist nicht von mir, sondern von meiner Mittagspausen-Begleitung Sven, was nichts daran ändert, dass er damit den Nagel auf den Kopf bzw. den Löffel in der Suppe trifft.</p>
<p>Diese langsamen Hände also bereiten meine Suppe zu … und wenn sie nicht gestorben sind, bereiten sie noch heute. OK, das war übertrieben, weil ich habe heute Mittag tatsächlich eine Suppe gegessen – nachdem ich sie nach gefühlten fünf Stunden in Empfang nehmen durfte.</p>
<p>Sven hatte Bachblüten und die 5 Tibeter dabei, murmelte außerdem buddhistische Meditationsverse, während wir gebannt den bedächtigen Handbewegungen des Kunsthistorikers folgten: „Mit Soja? Ja, schön. Etwas Koriander? Ja gerne. Ein bisschen Schärfe gefällig? Das dachte ich mir doch. Noch Chili? Wirklich? Sie sind mir aber einer!“</p>
<p>Volker grinste bereits abwesend und leicht dämlich vor sich hin, während offensichtlich bei mir gerade der dritte und vierte Tibeter versagten und von den Bachblüten eine faul war. Zudem reichte die Schlange hungriger Menschen mittlerweile bis zur Tür hinaus. Meine Nerven meldeten sich merklich …. und beendeten das Werk der langsamen Hände mit einem schroffen „Das passt jetzt. Geben Sie bitte her, ich habe wenig Zeit.“</p>
<p>Als ER dann noch sehr freundlich fragte, ob ich noch einen Cappuccino (echt italienisch, also frisch gebrüht) dazu möchte, begann ich hysterisch zu weinen….</p>
<p> </p>
<p>c/o Bernhard Krebs</p>
<p> </p>
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