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	<title>ELTERNgeschichten Archive - Der kleine Krebs Verlag</title>
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	<description>Geschichten. Einzeln, in Büchern und als Werbemittel.</description>
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	<title>ELTERNgeschichten Archive - Der kleine Krebs Verlag</title>
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		<title>In der Elternsprechstunde</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/in-der-elternsprechstunde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Feb 2018 17:57:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ELTERNgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[MÄNNERGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Vater]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Meine Frau und Mutter meiner Kinder sagte: „Diesmal bist du dran. Es wird Zeit, dass du dich auch einmal darum kümmerst.“ Allein die Tatsache, dass sie darauf verzichtete, den Befehl in eine Frage zu verpacken (was letztendlich auch nichts an meiner Folgsamkeit geändert hätte), zeigte ungeschönt ihre fehlende Verhandlungsbereitschaft an,&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Frau und Mutter meiner Kinder sagte: „Diesmal bist du dran. Es wird Zeit, dass du dich auch einmal darum kümmerst.“ Allein die Tatsache, dass sie darauf verzichtete, den Befehl in eine Frage zu verpacken (was letztendlich auch nichts an meiner Folgsamkeit geändert hätte), zeigte ungeschönt ihre fehlende Verhandlungsbereitschaft an, was bedeutete: Ich durfte diesmal zum Elternsprechtag meines ältesten Sohnes.</p>
<p style="padding-left: 90px;"><em>Eine Erinnerung: Ich war 17 Jahre alt, als mein Vater nach einigen Jahren mal wieder in den Elternsprechtag ging. Als er nach Hause kam, erhielt ich die letzte Ohrfeige meines Lebens. Es waren nicht die Noten, es war mein angeblich respektloses Verhalten.</em></p>
<p>Meine Frau, die Ordnung liebt, hatte den Abend akribisch für mich vorbereitet. Im 15 Minuten-Takt reiht sich Englisch an Mathematik an Kunst an Biologie an Deutsch an … allein der Blick auf den ausgedruckten Zettel macht mich bereits schwindelig.</p>
<p>Elternsprechtage erinnern ein wenig an Therapiesitzungen; man hat immer das Gefühl, zu viel von sich selbst zu verraten. Das eigene Kind, seine Noten und sein Verhalten, sind die grausame Lupe auf das elterliche Versagen.</p>
<p>Die Hauptfrage, die sich mir stellt: Wie bringe ich der Lehrerin bzw. dem Lehrer bei, dass mein Sohn in jeder Hinsicht der Beste ist. Wie gewährleiste ich, dass sie/er meiner bescheidenen Äußerung „Er ist halt guter Durchschnitt“ vehement mit dem Hinweis auf seine überdurchschnittlichen Fähigkeiten widerspricht.</p>
<p>Bereits beim ersten Lehrer die Ernüchterung. So der sportliche Kumpel-Typ mit hochgekrempelten Ärmeln, den mein Sohn ziemlich lässig findet. Dabei ist doch nur einer lässig – und das ist sein Vater! Jedenfalls beginnt dieser Möchtegern-Lehrer unsere „Stunde“ mit den Worten: „Sie heißen Krebs? Und Ihr Sohn N.? Da muss ich nachschauen.“ Schon hat er es sich gründlich bei mir verscherzt (oder verschissen, wie der Bayer sagt). Meinen Sohn kennt man doch, er ist schließlich der Beste!</p>
<p>Der Lehrer lenkt mit Blick auf seine Akten ein: „Ach so, genau. Der N. Natürlich kenne ich ihn.“ Ich bleibe misstrauisch, zumal sich die nachfolgende Konversation auf ein vom Lehrer gemurmeltes „Es passt“ und ein von mir gebrummtes „Dann ist es ja gut“ beschränkt. Mehr passiert nicht. Kein Jubel, auch keine Kritik an aufmüpfigem Verhalten (auf das ich auch stolz wäre) – ich bin enttäuscht.</p>
<p>Die nächsten Lehrer tun sich ebenfalls schwer mit intelligenten Beiträgen. Ich mir auch. Sie kennen die Noten, ich auch. Und da wenig Handlungsbedarf besteht, frage ich halt nach dem Sozialverhalten. Da fällt dann schon auf, dass mein Sohn in der Schule und daheim mitunter zwei verschiedene Menschen sind: Der Rotzlöffel von daheim scheint sich täglich beim ersten Gong in einen unauffälligen Schüler zu verwandeln. Wenn ich das seiner Mutter erzähle!!!</p>
<p>Die perfekte Termin-Organisation meiner Frau in Kombination mit fehlenden Themen führen dazu, dass ich zum Schluss noch Zeit habe. Ich gehe zur Kunstlehrerin und auch noch zum Sportlehrer – beide zeigen sich richtiggehend erschrocken, dass ein Vater bei ihnen vorbei schaut (leider habe ich es zur Religionslehrerin nicht mehr geschafft). Der anfänglich verstörte „Was will denn der“-Gesichtsausdruck weicht einem entzückten „Endlich ist einer da“-Leuchten in den Augen.</p>
<p>Und weil ich interessiert (ich halte beide Fächer übrigens für sehr wichtig und sträflich vernachlässigt) nachfrage, beginnen sie zu erzählen. Dass mein Sohn ein guter Ballspieler sei und zeichnerisch so talentiert, dass er in beiden Fächern auf einer „Eins“ steht. Das wiederum kann ich angesichts der häuslichen Leistungen (N. spielt weder Fußball mit mir noch hat er es bei Muttertagpräsenten über ein Strichmännchen hinaus geschafft) nicht glauben – und argumentiere fleißig gegen die Notengebung von Lehrer und Lehrerin.</p>
<p>Ich kann überzeugen. Nur, als ich zuhause meiner Frau von meinem Argumentationserfolg berichten will, realisiere ich – noch kurz vor dem Riesenanpfiff – meine eigene Dummheit.</p>
<p>Es hat sich nichts geändert. Sobald ich eine Schule betrete, endet es im Fiasko. Ob früher als Schüler oder heute als Vater.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<title>3 Meter hoch und 24 Meter lang &#8211; Wie ein Vater sein Trauma überwindet</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/3-meter-hoch-und-24-meter-lang-wie-ein-vater-sein-trauma-ueberwindet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Feb 2018 17:54:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ELTERNgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[MÄNNERGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Auto]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Vater]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Natürlich kommt es auf die Größe an. Wer das Gegenteil behauptet, hat keine Ahnung und auch nur halb so viel Spaß im Leben. Ich möchte mit dieser Behauptung keineswegs Gartenzwergen zu nahe treten, aber mal ehrlich: Wer nimmt denn die kleinen Gesellen im Vorgarten wirklich ernst? Worin der triebhafte Drang&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://der-kleine-krebs.de/3-meter-hoch-und-24-meter-lang-wie-ein-vater-sein-trauma-ueberwindet/">3 Meter hoch und 24 Meter lang &#8211; Wie ein Vater sein Trauma überwindet</a> erschien zuerst auf <a href="https://der-kleine-krebs.de">Der kleine Krebs Verlag</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Natürlich kommt es auf die Größe an. Wer das Gegenteil behauptet, hat keine Ahnung und auch nur halb so viel Spaß im Leben. Ich möchte mit dieser Behauptung keineswegs Gartenzwergen zu nahe treten, aber mal ehrlich: Wer nimmt denn die kleinen Gesellen im Vorgarten wirklich ernst?</p>
<p>Worin der triebhafte Drang zur Größe gründet? Mein Psychotherapeut, den ich noch nicht habe, würde wahrscheinlich ganz tief in meiner Kindheit schürfen – und spätestens im Kindergarten, der noch nicht Kindertagesstätte hieß, fündig werden.</p>
<p>Dort handwerkten die Kindergärtnerinnen, die noch nicht Erzieherinnen hießen, und ließen die Buben, die noch nicht Kids hießen, in allerlei pädagogisch wertlosen Wettbewerben gegeneinander antreten. Einer davon hieß: Wer hat das größte Auto?</p>
<p>Abgesehen davon, dass diese Frage auch 2011 noch das bundesdeutsche Bewusstsein bestimmt, musste ich 1968 akzeptieren: Ich hatte es nicht, das größte Auto.</p>
<p>Ich konkurrierte vielmehr um den Titel des kleinsten Autos (siehe Foto) – und weil meine Eltern auch die folgenden 14 Jahre dachten, dass ein „zu viel und zu groß“ nur schaden kann, verfügte ich über eine sehr überschaubare Spielzeugsammlung. Natürlich ist mein Vater völlig anderer Ansicht, wie schon sein Vater, der ein Holzgewehr und den weihnachtlichen Apfel als durchaus üppig empfand.</p>
<p>Jetzt bin ich der Vater von zwei kleinen Jungs, und mein Vater ist der Großvater. Mit einer klaren Aufgabenverteilung: Ich besorge die großen Spielsachen, Opa die noch größeren.</p>
<p>Ein stattlicher Fuhrpark, der die Garage füllt, eine 24 Meter lange Holzeisenbahn, 18 Meter LEGO-Schienen, 3 Autorennbahnen (Wada, Hot Wheels und Carrera), ein anderthalb Meter hoher Baukran, ein Bagger um den 8 qm großen Sandkasten auszuheben, Stoffhund und Plüschpferd in Lebensgröße, die komplette Ritterburg von Playmobil – die Liste der Monströsitäten in Plastik, Naturholz und High-Tech-Materialien ließe sich noch lange fortsetzen.</p>
<p>Und sie wird täglich länger, denn nicht nur die Größe zählt, sondern auch die Masse. Das wiederum treibt mich wöchentlich ins Fastfood-Restaurant, um ja kein Spielzeug aus der Kindertüte zu verpassen. Und mein Vater? Der kauft die Bestände an Überraschungseiern auf.</p>
<p>Sie machen sich Sorgen um meine Jungs? Das ist nicht nötig, glauben Sie mir. Die beiden haben nämlich eine Mutter, die sehr gerne wieder verkauft (ein Hoch auf Kinderbasare) und noch lieber entsorgt.</p>
<p>Nur ich und mein Vater bleiben ohne Hilfe. Übrigens, wenn Sie uns suchen: Wir sind im nächsten Spielwarenladen. Es gibt da ein Kindermotorrad mit einem unglaublich leistungsfähigen Elektroantrieb….</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<title>Eltern auf dem Spielplatz</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/eltern-auf-dem-spielplatz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Feb 2018 16:55:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ELTERNgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Spielplatz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich wollte niemals über meine Kinder schreiben. Und zwar, weil es außer mich, mit Hormonen sattsam angereichert, niemanden interessiert. Nicht einmal meine Kinder, wenn sie alt genug sind. Und andere Eltern auch nicht. Selbst wenn sie Aufmerksamkeit heucheln sollten, dient dies nur dazu um schnellstmöglich vom eigenen Kind zu erzählen.&#46;&#46;&#46;</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wollte niemals über meine Kinder schreiben. Und zwar, weil es außer mich, mit Hormonen sattsam angereichert, niemanden interessiert. Nicht einmal meine Kinder, wenn sie alt genug sind. Und andere Eltern auch nicht. Selbst wenn sie Aufmerksamkeit heucheln sollten, dient dies nur dazu um schnellstmöglich vom eigenen Kind zu erzählen.</p>
<p>Wer angesichts dieser harten Worte gerne als Menschen- und Kinderfreund auftreten möchte, der soll auf den nächsten Spielplatz gehen und lauschen, wenn sich zwei Mütter unterhalten. Das ist keine Kommunikation, das sind nur halbherzig versteckte Monologe, deren Dauer und Gültigkeit sich an der global herrschenden Mutter-Hierarchie orientieren. Was heißt: Je mehr eigene Kinder, desto mehr Mutter, desto umfassender und gesetzmäßiger das Statement.</p>
<p>Noch schlimmer als die Mütter sind jedoch die in unsäglichen Traditionen verhafteten Väter, deren prähistorisches Konkurrenz-Gen bei jeder Gelegenheit zum Tragen kommt: &#8222;Schneller, stärker, intelligenter – genau das ist mein Sohn.&#8220; Mir sind solche Wettbewerbe zu mühsam und ich umgehe gerne solche Konfrontationen – nicht zuletzt deshalb, weil meine Söhne und ich das gar nicht nötig haben … bei ihren zweifellos überragenden Talenten, die übrigens auch unabhängige Instanzen wie die beiden Omas und Opas auf Anfrage gerne bestätigen.</p>
<p>Am allerschlimmsten aber sind die modernen Väter: Sie gehen mit ihren Kindern jeden Sonntag auf den Spielplatz. Im Bollerwagen haben sie Holzspielsachen dabei, außerdem Matschhose, Obst in kleinen Stückchen und Dinkelkekse, Sonnencreme und so viele Nachbarskinder, wie in den Wagen hinein passen, denn eine väterliche Aufgabe steht an vorderster Stelle: Kinder müssen soziales Verhalten lernen – und dafür braucht es eine Menge Kommunikation.</p>
<p>Wenn Sie jetzt nicht wissen, worauf ich hinaus will, dann nehmen Sie entweder Ihr eigenes oder ein beliebiges anderes Kind und gehen am Wochenende auf den Spielplatz! Es wird keine 5 Minuten dauern, da wird Ihrem Kind vom anderen Vater, der alle Kindernamen kennt, ein vom Obst verklebtes Holzspielzeug und Ihnen ein pädagogisch und ökologisch wertvolles Gespräch aufgedrängt, letzteres ausnahmslos bar jeglicher interessanten Information.</p>
<p>Während bei solchen Gelegenheiten meine Söhne nehmen, was sie bekommen, das andere Kind schreit und der andere Vater geduldig wiederholt zum &#8222;Teilen&#8220; ermahnt, achte ich darauf, dass meine Jungs bei den folgenden Streitereien um fremdes Eigentum einen kompromisslosen Bodyguard (also mich) an ihrer Seite haben.</p>
<p>Ich rufe außerdem andere Kinder grundsätzlich nicht mit ihren Namen (die ich mir nicht merke), sondern nur „Du“ und lästere lauthals, wenn der andere Vater seine Erziehungsansprachen an die Kinder mit „Ich möchte…“ beginnt.</p>
<p>Am Abend werde ich dann von meiner Frau geschimpft, weil die Frau des anderen Mannes gepetzt hat. Mir egal, dafür bekommt mein Sohn morgen einen echten Fußball (den neunten). Und das nächste Mal zeige ich ihm, wie man aus einem Bollerwagen die Luft raus lässt.</p>
<p style="text-align: right;">Ein stolzer Vater</p>
<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<title>Allein in der Schweinderlbahn</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/allein-in-der-schweinderlbahn/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Feb 2018 16:53:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ELTERNgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Ignoranz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit ich Vater bin, hat sich mein Verhältnis zu ignoranten Personen deutlich angespannt. Zwar staunte und ärgerte ich mich bereits vorher darüber, wenn sich in Konzerten Leute einfach vor mich platzierten oder Dauergestresste an der Kasse des Supermarktes vordrängelten, aber ich konnte die Emotionen mit kleinen buddhistischen Übungen meist schnell&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit ich Vater bin, hat sich mein Verhältnis zu ignoranten Personen deutlich angespannt. Zwar staunte und ärgerte ich mich bereits vorher darüber, wenn sich in Konzerten Leute einfach vor mich platzierten oder Dauergestresste an der Kasse des Supermarktes vordrängelten, aber ich konnte die Emotionen mit kleinen buddhistischen Übungen meist schnell in Griff bekommen.</p>
<p>Es ging ja nur um mich und wohl auch darum, dass ich gerne nach hinten trete, wenn ein Mitmensch meinen natürlichen Abstand missachtete (näher als einen Meter mag ich nicht viele um mich haben).</p>
<p>Jetzt habe ich zwei kleine Jungs und der Pinguin-Vater (eine Tierspezies, bei der sich im Gegensatz zum Löwen der Vater um die Jungen kümmert) in mir ist allzeit in Habachtstellung – und ärgert sich maßlos</p>
<ul>
<li>im Kindertheater, wenn sich die dümmlich grinsende Mittzwanzigerin mit deutlichem Übergewicht samt debilem Freund im Muskelshirt mit ihrem schwitzend organisierten Stuhl in die übervolle Reihe genau vor meinen Söhnen zwängt.</li>
<li>im Freizeitpark, wenn Enddreißiger oder gar Endfünfziger im Geschwindigkeitsrausch alleine (!!) mit 3 Stundenkilometern im Mini-Flieger zwischen Kleinkindern, im Schneckenwagerl oder ersten Auto der Schweinderlbahn zeigen, wie jugendlich sie doch geblieben sind.</li>
<li>bei Aufführungen des Kindergartens oder der Grundschule, wenn mein zuschauender Junge nicht die sensationelle Darbietung seines Bruders sehen kann, weil engagierte, weithin sozial-aromisierte Mütter mit Camcorder und Fotoapparaten von ihren untalentierten Ablegern eine Nahaufnahme nach der anderen machen müssen.</li>
</ul>
<p>Meine Meinung ist zu drastisch? Sind ignorante Menschen auf ihre Weise nicht viel gewalttätiger?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<item>
		<title>Der Junge mit der abgefackelten Laterne</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/der-junge-mit-der-abgefackelten-laterne/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 May 2020 16:49:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ELTERNgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Laterne]]></category>
		<category><![CDATA[Martinszug]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist Martinstag und der passende Zeitpunkt für ein Bekenntnis: Ich hasse jegliche Form von Handarbeiten und Werken. Ob ich übertreibe? Nein, Sie verstehen mich schon richtig: Es ist nicht eine abgestufte Form von &#8222;nicht mögen&#8220; oder &#8222;nerven&#8220;, sondern es ist lupenreiner, unverfälschter Hass. Und seinen Anfang nahm dieses mächtige,&#46;&#46;&#46;</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Martinstag und der passende Zeitpunkt für ein Bekenntnis:</p>
<p>Ich <strong>hasse</strong> jegliche Form von Handarbeiten und Werken. Ob ich übertreibe? Nein, Sie verstehen mich schon richtig: Es ist nicht eine abgestufte Form von &#8222;nicht mögen&#8220; oder &#8222;nerven&#8220;, sondern es ist lupenreiner, unverfälschter Hass. Und seinen Anfang nahm dieses mächtige, bis heute fortdauernde Gefühl vor ziemlich genau 44 Jahren.</p>
<p>Es war im Kindergarten und es war die Martinslaterne, die das Kleinkind basteln musste. Dazu gab es Pergamentpapier, kleine Töpfchen mit billiger Wasserfarbe und große Töpfchen mit noch billigerem Kleister. Verwirrt saß ich vor der Aufgabe und den Töpfchen und wusste nur, dass es nicht gut enden würde.</p>
<p>Schon damals gab es Kinder, die gerne werkelten und malten und sich quietschend über Pergament, Farbe und Kleister hermachten – zur Freude der drallen Kindergärtnerinnen, die schon damals zu diesen Kindern so zuckersüß sein konnten. Und es gab die Streber-Kinder mit den Streber-Eltern, die lieber daheim bastelten und anderntags mit perfekten Laternen auftauchten.</p>
<p>Ich war das andere Kind. Ich war nicht nur groß und übergewichtig (mein Lehrer schrieb vier Jahre später dezent ins Zeugnis &#8222;korpulent&#8220; – der Begriff, der damit mein erstes bekanntes Fremdwort sein sollte), meine feinmotorischen Fähigkeiten standen außerdem in ihrer Dürftigkeit kaum dem Ausmaß meiner Vorliebe für prompte Verschmutzung nach.</p>
<p>Das Ergebnis dieser unheilvollen Verbindung: Alle Farben flossen auf dem Pergament UND auf mir zu einer braunen Suppe zusammen. Unmengen von Töpfchen Kleister gaben zudem der Laterne eine Standfestigkeit, die für die Ewigkeit hätte sein können. Nur meine Mutter hatte abends enorme Schwierigkeiten, meine zusammengeklebten Finger zu trennen und den Restkleister aus Gesicht, Haaren und Kleidung zu entfernen.</p>
<p>Ich sage Ihnen: Solche Abende, die sich in den vielen Jahren, die folgten, nach jedem Werkunterricht wiederholten, prägen eine zarte Seele wie die meinige nachhaltig.</p>
<p>Während also die rheinischen Narren den Karneval oder die Fastnacht ausrufen und in bayerischen Bauernhöfen unzählige Gänse unvermittelt ihr vielleicht sogar sehr glückliches Leben lassen, während also Milliarden von Kindern mit selbst gebastelten, bunten Laternen singend durch die Straßen ziehen, werde ich von den Geistern aus längst vergangen geglaubten Zeiten heimgesucht:</p>
<p>Als Kleistermann wanke ich am Ende des Zugs durch dunkle Nächte und schwenke die braune Laterne, in deren Mitte verzweifelt ein kleines Teelicht flackert. Keiner nimmt Notiz von meiner Laterne und mir; dankenswerterweise fällt aber auch keinem auf, dass ich der einzige bin, der den Text von &#8222;Laterne. Laterne&#8220; nicht kann. Eigentlich ist die Lage nicht so schlecht – wenn Kleister nicht hochentzündlich wäre.</p>
<p>Und so mach ich auch in meinem Albtraum dem Namen alle Ehre, den ich mir ich mir in kindlichen Jahren bei vielen Martinszügen redlich verdient hatte: Ich bin der Junge mit der abgefackelten Laterne. Das Schlimme daran: Alles ist genau so geschehen.</p>
<p>Das Schlimmste daran: Gestern sah ich meinen kleinen Sohn, wie er verwirrt vor billigem Pergamentpapier saß, das er gerade beidhändig mit brauner Wasserfarbe traktiert hatte. Als er die Kleistertube ergriff, ergriff ich die Flucht.</p>
<p>Die Geschichte beginnt von vorne.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<title>Ein Einakter im Theater des Lebens</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/ein-einakter-im-theater-des-lebens/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Feb 2018 16:44:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ELTERNgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Pubertät]]></category>
		<category><![CDATA[Sohn]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Esszimmer einer schmucken Wohnung in einem schmucken Reihenhaus in einem schmucken Vorort. Die geerbte, angeblich antike Wanduhr von Tante Olga zeigt 7.15 Uhr. Der Vater (47 Jahre alt) hat sich hinter der Tageszeitung verschanzt, die Mutter (jünger) streicht Butter auf die Brote. Auf dem dritten Stuhl sitzt der 13jährige&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://der-kleine-krebs.de/ein-einakter-im-theater-des-lebens/">Ein Einakter im Theater des Lebens</a> erschien zuerst auf <a href="https://der-kleine-krebs.de">Der kleine Krebs Verlag</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Esszimmer einer schmucken Wohnung in einem schmucken Reihenhaus in einem schmucken Vorort. Die geerbte, angeblich antike Wanduhr von Tante Olga zeigt 7.15 Uhr. Der Vater (47 Jahre alt) hat sich hinter der Tageszeitung verschanzt, die Mutter (jünger) streicht Butter auf die Brote.</p>
<p>Auf dem dritten Stuhl sitzt der 13jährige Sohn in 5XL-Klamotten, der Zwickel der überdimensionierten Hose schwebt wenige Zentimeter über dem Boden. Aus seinem Walkman dringen Fragmente von Hip-Hop oder Techno oder Indie-Rave oder sonst was. Jedenfalls modern.</p>
<p>Vater (blickt plötzlich über den Rand der Zeitung): &#8222;Mama, wo ist der Junge? Wir haben ihn verloren!&#8220; Pause. Aus dem Antenne-Bayern-Radio witzelt Wolfgang Leikermoser mit der Nachrichtensprecherin und einer sehr redseligen Zuhöreranruferin, die unbedingt eine CD gewinnen will, die sie dann doch nie anhören wird.</p>
<p>Der Vater wiederholt: &#8222;Mama, wo ist der Junge? Nur noch seine Kleider sind da!&#8220; – Mutter (leicht verwirrt): &#8222;Da sitzt er doch.&#8220; – Vater: &#8222;Ich seh´ ihn nicht.&#8220; – Mutter (nachdrücklicher): &#8222;Da, Papa, im Kleiderhaufen sitzt der Bub. Heutzutage trägt man Pulli und Hose so groß. Das ist jetzt eben modern.&#8220;</p>
<p>Fünf Minuten später, die Krise nimmt ihren familiären Verlauf – zuerst nur in der Gemütslage des selbsternannten Familienoberhaupts, die sich dann unvermittelt explosionsartig ihren Bann bricht: &#8222;Aber so lange er seine Füße unter meinen Tisch hat, soll er sich gefälligst anständig anziehen. Der Lausbub. Und diese Hottentotten-Musik ist ja überhaupt nicht auszuhalten.&#8220;</p>
<p>Mutter (beschwichtigend): &#8222;Lass ihn doch. Der Junge ist halt noch jung. Und er ist in der Pubertät.&#8220;</p>
<p>Dramatischer Höhepunkt der Krise. Vater (heftig erzürnt): &#8222;Puber-Dingsbums. Pah, wenn ich das schon hör´! Der Rotzlöffel, der freche, ist einfach nur stinkfaul. Du wirst schon noch sehen, was aus Deinem Sohn wird, dem vermaledeiten.&#8220;</p>
<p>Mutter: &#8222;Jetzt ist es wieder mein Sohn. Dabei sagt das jeder, dass er voll nach Dir gerät!&#8220;</p>
<p>Vater: &#8222;Du willst doch nicht ernsthaft behaupten, dass dieses Geplärr aus diesem Gerät etwas mit Musik zu tun hat. Dem Jungen reißt es doch die Ohren ab bei dem Krach.&#8220;</p>
<p>Abruptes Finale: Der Sohn steht auf und nimmt gelangweilt den Walkman vom Kopf: &#8222;Wie sieht´s aus, Papa, darf ich mir heute Abend Deine Jimi Hendrix-Platten und den Che Guevara-Poster aus dem Keller ausleihen? Wir lassen nämlich bei einem Kumpel ´ne total abgefahrene Oldie-Fete steigen.&#8220;</p>
<p>Vater (den Tränen nahe): &#8222;Mein Junge. Das ist mein Junge.&#8220;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>c/o Bernhard Krebs</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://der-kleine-krebs.de/ein-einakter-im-theater-des-lebens/">Ein Einakter im Theater des Lebens</a> erschien zuerst auf <a href="https://der-kleine-krebs.de">Der kleine Krebs Verlag</a>.</p>
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		<title>Ja, wo sind sie denn?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Feb 2018 16:34:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ELTERNgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[REISEgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Camping]]></category>
		<category><![CDATA[Großeltern]]></category>
		<category><![CDATA[Oma]]></category>
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		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Plan war gut. Sehr gut sogar. Das dachten zumindest meine Frau und ich, die wir uns gemeinsam und täglich über das Glück freuen, Eltern zweier Jungs zu sein. Sehr anstrengender Jungs im Alter von vier und sieben Jahren, die den notwendigen Urlaub geradezu überlebensnotwendig machten. Für uns natürlich. Unser&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Plan war gut. Sehr gut sogar. Das dachten zumindest meine Frau und ich, die wir uns gemeinsam und täglich über das Glück freuen, Eltern zweier Jungs zu sein. Sehr anstrengender Jungs im Alter von vier und sieben Jahren, die den notwendigen Urlaub geradezu überlebensnotwendig machten. Für uns natürlich.</p>
<p>Unser Plan beinhaltete zwei zentrale Maßnahmen:</p>
<ul>
<li>Wir kaufen uns ein großes Zelt und machen einen Campingurlaub. Da haben die Jungs Auslauf und können kein Hotelzimmer zerlegen.</li>
<li>Wir nehmen die Schwiegereltern mit. Oma und Opa lieben nämlich ihre Enkel – und freuen sich darüber, endlich einmal genügend Zeit mit ihnen verbringen zu können. Und die Campingalternative passte auch, denn der Schwiegervater ist seit vielen Jahren stolzer Besitzer eines Südwind-Wohnwagens.</li>
</ul>
<p>„Du bist dir sicher, dass es dir nicht zu eng wird? Du magst doch im Urlaub keine Rücksicht auf andere nehmen“, vergewisserte sich meine Frau kurz vor Abfahrt nochmals bei mir, doch ich winkte souverän ab – mit dem Hinweis auf den formidablen Plan.</p>
<p>Doch es kam ganz anders: Am ersten Urlaubstag waren Oma und Opa mit dem Aufbau des Wohnwagens (Originalzitat Schwiegermutter: „Du glaubst gar nicht, wie viel Arbeit so ein Wohnwagen bedeutet, bis man es so richtig gemütlich hat.“) so beschäftigt, dass sie sich tagsüber jeglichen Kontakt mit uns verbaten, pünktlich aber zum Abendessen erschienen: „Das ist aber lieb von euch, dass ihr schon den Grill angezündet habt.“</p>
<p>Babysitten am nächsten Morgen? Fehlanzeige! Schwiegervater war bereits um 5 Uhr zum Angeln verschwunden („Ich verrate euch doch nicht die besten Plätze, damit ihr mir die Fische wegschnappt.“), während Schwiegermutter nach einem ausgiebigen Schönheitsschlaf („Im Urlaub gönne ich mir ein bisschen Ruhe.“) zum Zumba-Kurs mit dauerlächelnden Animateuren tänzelte.</p>
<p>Derweil hatten unsere Jungs entdeckt, dass man sich und viele andere Sachen prima im Zwischenraum zwischen Innen- und Außenzelt verstecken kann.</p>
<p>Die folgenden Tage waren auch nicht besser. Oma und Opa besuchten uns zum Essen um den gekauften Kartoffelsalat ihrer Tochter zu loben und meine Grill-Fähigkeiten zu kritisieren, nutzten ansonsten aber fast rund um die Uhr das umfassende Freizeitangebot und vielfältige Ausflugsprogramm . Den Jungs lasen sie eine Geschichte vor, wenn diese bereits todmüde auf den Matratzen lagen.</p>
<p>Das wiederum war kein Wunder, denn es kostet viel Kraft, unaufhörlich die Campingausrüstung zu strapazieren und den Papa zu demolieren … oder umgekehrt. Ganz ehrlich: Der kindliche Schrei „Mir ist langweilig!!“ löst bei mir mittlerweile ein starkes Bedürfnis aus, etwas …. an <strong>Bachblüten</strong> zu schnuppern.</p>
<p>Die nämlich bzw. eine Therapie damit hat mir meine tiefenentspannte Schwiegermutter am Ende des Urlaubs empfohlen: „Mein Junge, wir haben einen tollen Urlaub – und du wirkst so gestresst.“</p>
<p>Die Zeiten haben sich geändert. Und ich frage mich, ob man den Elternjob nicht einfach überspringen und gleich Großeltern werden kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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