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	<title>FITNESSGeschichten Archive - Der kleine Krebs Verlag</title>
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	<description>Geschichten. Einzeln, in Büchern und als Werbemittel.</description>
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	<title>FITNESSGeschichten Archive - Der kleine Krebs Verlag</title>
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		<title>Mit der Hantel vor dem Spiegel</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/mit-der-hantel-vor-dem-spiegel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Feb 2023 11:36:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[MÄNNERGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[FITNESSGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Hanteln]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich heute Morgen an die Schulterpresse ging und merkte, dass für mich 30 Kilogramm zu viel aufgelegt/eingestellt waren, fragte ich mich wieder einmal, warum ich es zulasse, dass man mir bereits um 6:30 Uhr meine Würde nimmt. Die Gewissheit, dass mein Vorgänger an diesem Fitness-Gerät 30 Zentimeter kleiner war&#46;&#46;&#46;</p>
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<p>Als ich heute Morgen an die Schulterpresse ging und merkte, dass für mich 30 Kilogramm zu viel aufgelegt/eingestellt waren, fragte ich mich wieder einmal, warum ich es zulasse, dass man mir bereits um 6:30 Uhr meine Würde nimmt. Die Gewissheit, dass mein Vorgänger an diesem Fitness-Gerät 30 Zentimeter kleiner war als ich, machte die Sache nicht besser.</p>



<p>Zumal sich der eitle Bizeps-Knirps danach lässig auf das Spinning-Rad schwingt, während ich auf dem Crosstrainer wie ein überdimensionierter, pummeliger Gartenzwerg aussehe, der über eine imaginäre Wiese hüpft. Elegant sieht definitiv anders aus.</p>



<p>Eigentlich ein geselliges Kerlchen, bin ich im Fitness-Studio ein einsamer Mensch. Das trainierte Jungvolk zeigt aufreizend lachend seine Stärke an den Hanteln und dem Lat-Zug – und zollen den alten, ergrauten Bodybuilding-Löwen in der Runde den Respekt. Den haben sich diese in millionenfachen Wiederholungen an der Langhantel und Brustpresse redlich verdient. Man ist unter sich, man bleibt unter sich, wohlwissend, dass Leute wie ich selten öfter als dreimal nach dem Neujahrestag hier auftauchen werden.</p>



<p>Nein, sie schauen nicht auf mich herab, …<br>… lästern nicht über mich, sie ignorieren mich einfach. Und das tut weh.</p>



<p>Die beiden Einzigen, die sichtbare Freude über meine Anwesenheit zeigen, sind der Trainer und der Inhaber des Fitness-Studios. Während der eine das Erstellen meines individuellen Trainingsplans als willkommene Abwechslung zu seinen sonstigen Tätigkeiten zelebriert, zählt der andere leise lächelnd in Gedanken die Jahresbeiträge auf seinem Konto zusammen. Es gehört zum tatsächlich legalen Geschäftsprinzip eines Fitness-Studios, dass 1.000 Menschen mit guten Vorsätzen, aber wenig Ausdauer, das Vergnügen weniger Sportlerinnen und Sportler bezahlen.</p>



<p>Würden nämlich alle Mitglieder an einem Tag erscheinen, fände man in einer Hawesta-Dose mit Heringsfilets ohne Zweifel mehr Platz als im Fitness- Studio.</p>



<p>Ertappt!<br>So aber habe ich freien Ausblick vom Crosstrainer, den die Marketing-Experten in meinem bevorzugten Studio Sky-Walker genannt haben. Ich trage dabei aus Gründen der Ästhetik gerne weite Hosen und noch weitere T-Shirts, im Gegensatz zu manchen jungen Damen, die in hautenger Montur gelangweilt an mir vorbei spazieren. Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich, dass das Schwitzen auf dem Crosstrainer die höchste Anstrengung im Studio ist, weit mühsamer aber ist es, den Mädchen in von Beinpresse, Beinstrecker und natürlich vom Herrgott modulierten Körpern NICHT nachzuschauen.</p>



<p>Einmal hatte ich es getan – und merkte erst zu spät, wie ich dabei beobachtet wurde. Von den Muskelpaketen vor dem Spiegel, vom Trainer und vom Fitness-Studio-Besitzer und natürlich von Frau Huber. Meine Nachbarin, die ich bis dahin nicht bemerkt hatte und die mich jetzt süffisant vom Ergometer drei Meter weiter geringschätzte.</p>



<p>Ich weiß nicht, warum ich es zulasse, dass ich mir bereits um 6:30 Uhr meine Würde nehme.</p>



<p></p>



<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<title>Ein Abend unter medizinischen Experten</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/ein-abend-unter-medizinischen-experten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Feb 2023 14:50:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[MÄNNERGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[FITNESSGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheiten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„So gesund kommen wir nicht mehr zusammen!“ Meine Frau behauptet, ich wäre ein mittelschwerer Hypochonder und würde den kleinsten Schnupfen zum Anlass nehmen, geschwächt, kränkelnd und letztlich auch wegen der mangelnden Fürsorge gekränkt, das Bett zu hüten. Da hat sie natürlich Recht, sie ist meine Frau. Mitleid von ihr? Bekommen&#46;&#46;&#46;</p>
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<h2 class="wp-block-heading"><strong>„So gesund kommen wir nicht mehr zusammen!“</strong></h2>



<p>Meine Frau behauptet, ich wäre ein mittelschwerer Hypochonder und würde den kleinsten Schnupfen zum Anlass nehmen, geschwächt, kränkelnd und letztlich auch wegen der mangelnden Fürsorge gekränkt, das Bett zu hüten.</p>



<p>Da hat sie natürlich Recht, sie ist meine Frau.</p>



<p>Mitleid von ihr? Bekommen nur die Kinder – oder ihre Eltern, wenn sie das Alter und den Verfall des Körpers beklagen. Und ich? Fehlanzeige, obwohl gerade ihre Eltern nicht ganz unschuldig daran sind, dass in meinem Körper gerade akut alle Systeme zusammen brechen. Meine Schwiegereltern feierten nämlich gestern Goldene Hochzeit und ich durfte im leer geräumten Wohnzimmer am Biertisch mit Oma, Opa und ihren älteren Geschwistern Platz nehmen. Die Jahre, die hier versammelt waren, hätten sicher eine vierstellige Zahl ergeben.</p>



<p>Während meine Frau den Service kundig übernahm und die Jungs wie immer irgendwo Unsinn trieben, machte ich zwischen Vorspeisen-Salat und den Gemischten Braten den folgenschweren Fehler und fragte Großtante Hildegard: „Wie geht es dir eigentlich so?“</p>



<p>Es dauerte nur Bruchteile von Sekunden – und schon brach am Tisch ein medizinischer Diskurs lauter Experten los, die sich (nicht nur) Begriffe wie Bypass, großes Blutbild mit Was-weiß-ich-für-Werten, Hämorrhoiden und Schilddrüsenunterfunktion um die Ohren warfen.</p>



<p>Wissen Sie, was für mich (siehe eingangs genannten Hypochonder) das größte Problem dabei ist: Die Detailverliebtheit, wenn es um die Beschreibung diverser Krankheiten geht. Sie nimmt zweifellos im Alter zu, was gestern Abend der 93jährige Urgroßonkel bewies, als er ausführlich und kenntnisreich die Furunkeln und Abszesse in Körperregionen erörterte, die ich nicht einmal gegenüber meiner Frau zitiere.</p>



<p>Und ich? Meine Fantasie führte dazu, dass meine Beine taub wurden, während Onkel Erich von seiner Krampfadern-Operation berichtete. Das vehement diskutierte „Schlagerl“ (man merkt fast nichts mehr) von Großtante Babette brachte die Adern in meinem Kopf fast zum Platzen, die anschließende Stuhlgang-Diskussion verleideten mir den Braten samt Sauce. Ganz zu schweigen von den sieben überlebten Herzinfarkten am Tisch, die mich prompt in Panik stürzten: Ich spür´ es schon, der linke Arm tut weh….</p>



<p>Das wiederum beschäftigte mich die ganze Bayerische Creme hindurch, die als Nachspeise und zum eilig herbei geholten Blutdruckmessgerät gereicht wurde. Meine Werte wollte ich nicht wissen, die meiner Schwiegermutter und ihres Mannes aber machten den versammelten Experten Sorgen. Mir auch, denn ich kenne den Großvater meiner Enkel, der sich jegliche ärztliche Einmischung in sein Leben verbietet.</p>



<p>Nach einer schlaflosen Nacht, in der ich die Haus-Apotheke leer geräumt und in vielen großen Dosen oral eingenommen habe, saß ich heute Morgen zitternd am Frühstückstisch und erwartete den Anruf, der den plötzlichen Krankenhausaufenthalt von Opa mitteilt. Das Telefon klingelte tatsächlich – am anderen Ende der Leitung verkündete der Schwiegervater, dass man sich zum Spontanurlaub in Madeira entschlossen habe. Weil: „So jung und gesund bleiben wir nicht immer.“</p>



<p></p>



<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<title>Eine Frage der Perspektive: faul oder nicht.</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/eine-frage-der-perspektive-faul-oder-nicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Feb 2023 17:33:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[MÄNNERGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[FITNESSGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Effizienz]]></category>
		<category><![CDATA[Langsamkeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Eingeständnis, das die meisten Menschen, die mich kennen, nicht überraschen wird: Ich bin eine lebendig gewordene Provokation. Einer, der von Natur aus widerborstig und gerne unabhängig ist, und der sein renitentes Wesen pflegt, wenn ihn der Erziehungsauftrag anderer einholt. Ich will gar nicht abstreiten, dass mich hin und wieder&#46;&#46;&#46;</p>
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<p>Ein Eingeständnis, das die meisten Menschen, die mich kennen, nicht überraschen wird: Ich bin eine lebendig gewordene Provokation. Einer, der von Natur aus widerborstig und gerne unabhängig ist, und der sein renitentes Wesen pflegt, wenn ihn der Erziehungsauftrag anderer einholt. Ich will gar nicht abstreiten, dass mich hin und wieder die Bosheit dazu treibt, meist aber ist meine Ignoranz nicht gegen einen anderen gerichtet, sondern einfach nur mit mir selbst beschäftigt.</p>



<p>Das macht ein Leben mit mir nicht einfach, wovon meine geliebte Gattin ein traurig Lied singen kann. Ähnlich ergeht es meinem besten Freund Markus. Beide wollen sie stets nur „mein Bestes“ und wenn schon nicht das, dann zumindest eine gute Lösung in der jeweiligen Situation. Dumm nur, dass ich „mein Bestes“ und eine „gute Lösung“ sehr individuell definiere – und meine Interpretation meist auf wenig Gegenliebe und immer auf Unverständnis stößt.</p>



<p>Dabei rede ich (noch) nicht von langen Unterhosen, die ich (zum Zorn meiner Gattin) auch bei minus 20 Grad Celsius verweigere, oder den guten, persönlichkeitsbildenden Büchern, die ich (zum Leidwesen von Markus) nicht lese – ich rede von den immensen Zeitersparnissen, die ich tagtäglich auf dem Parkplatz des Lebens ungenutzt liegen lasse.</p>



<p>Apropos Parkplatz: Als Autofahrer parke ich immer viel zu weit vom Ziel weg. Ich nehme nämlich die allererste Gelegenheit, um zu parken und störe mich fröhlich lächelnd und träumend nicht an den langen Märschen hin und zurück. Meine Mitfahrer tun das allerdings.</p>



<p>Woran es liegt? Ich treffe einerseits sehr schnell Entscheidungen UND ich mag es ungern umständlich. Was heißt: Wenn eine spätere, bessere Alternative<br>a) unsicher ist (es gibt keinen Parkplatz, der näher am Ziel liegt) oder<br>b) sehr viel Aufwand bedeuten könnte (Runden drehend eine Parklücke suchend <a href="https://www.youtube.com/watch?v=40hQeVlkpRI" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.youtube.com/watch?v=40hQeVlkpRI</a>),<br>nehme ich den erstbesten Parkplatz. Das mag zwar ebenfalls irgendwie umständlich sein, aber eben früher. Und hinsichtlich besserer Alternativen, die ich versäumt habe, lehrt mich die Erfahrung, dass es sich irgendwann wieder ausgleicht. Dieses Vorgehen wende ich übrigens auch bei der Wahl des Christbaums, dem Kauf einer Hose und vielem anderen an. Mich entspannt es, meine Begleitung leider nicht.</p>



<p>Andererseits trödle ich gerne. Ich kann fernab aller technischer Errungenschaften sehr träge Gießkannen (volle und leere) durch den Garten tragen, stundenlang Sand schaufeln und dabei träumen, bei klassischer Musik Hemden bügeln, fühlend und riechend Gemüse schneiden und in alle Richtungen schauend ein altes Rad fahren. Das kostet jede Menge Zeit, die ich aber selten als verschwendet betrachte.</p>



<p>Im Gegenteil betrachte ich staunend meine Mitmenschen mit Mähroboter und häuslicher Wassersprenganlage sich Freiräume für Freizeitstress verschaffen, mit dem Auto ins Fitness-Studio fahren oder hektisch Dinge verrichten, um ausführlich allen von ihrer gewonnen „Ich-Zeit“ berichten.</p>



<p>Nun, ich habe keine Ich-Zeit, dafür aber zwei grüne Gießkannen.</p>



<p></p>



<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<title>Schokolade oder Chips?</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/schokolade-oder-chips/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 May 2020 15:23:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ESSEN-TRINKEN-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[FITNESSGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Süßigkeiten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Zehe Knoblauch, ein Rippchen Schokolade, ein Schüsselchen Chips, ein kleines Bier oder eine Kugel Eis. Es gibt Maßeinheiten, die mir fremd sind. Ich denke in Knollen, süßen 250 Gramm-Tafeln, stattlichen Liter-Gläsern und mindestens 500ml-Eisbechern – und ich handle danach. Die Händler (und Mutter Natur) haben sich doch sicher etwas&#46;&#46;&#46;</p>
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<p>Eine Zehe Knoblauch, ein Rippchen Schokolade, ein Schüsselchen Chips, ein kleines Bier oder eine Kugel Eis. Es gibt Maßeinheiten, die mir fremd sind. Ich denke in Knollen, süßen 250 Gramm-Tafeln, stattlichen Liter-Gläsern und mindestens 500ml-Eisbechern – und ich handle danach. Die Händler (und Mutter Natur) haben sich doch sicher etwas dabei gedacht, als sie bei den Größen ihrer Versuchungen nicht gekleckert, sondern eifrig geklotzt haben, oder?</p>



<p>Ich bin ein XXL-Mensch mit großen Gefühlen, großen Worten, großen Ansprüchen und so weiter und so fort. Warum sollte ich dann bei Knoblauch, Bier und Süßigkeiten halt machen?</p>



<p>Naschereien teilen die Menschheit in der Regel in mindestens zwei Gruppen, unter die sich wiederum viele weitere Kategorien bilden können. Es gibt die „Salzigen“ und es gibt die „Süßen – während die einen ihrer Leidenschaft für Chips, Nüsschen oder Brezeln frönen, können die anderen weder Kuchen und Torte noch Schokolade widerstehen. Die Gummibärchen-Fraktion, so groß sie auch sein mag, nehme ich nicht ernst, seitdem Thomas Gottschalk für sie Werbung gemacht hat und Bulli Herbig auch nicht besser ist.</p>



<p>Nun gut, ich gebe zu: Meine Abneigung betrifft vor allem die geschmacklosen Goldbären, bei Cola-Fläschchen (tatsächlich das einzige Mal, in der ich in meinem Sprachschatz eine „Verniedlichung“ zulasse) und den komischen Erdbeeren mit ihrer geheimnisvollen Konsistenz, mache ich Ausnahmen.</p>



<p>Während ich früher ein treuer Vasall des Süßen war und kaum die Grenze zum Salzigen übersprang, werde ich mit zunehmendem Alter toleranter. Heute esse ich alles. Hauptsache, es ist viel.</p>



<p>Überhaupt fördern Naschereien meine Fähigkeit, entspannt &amp; neugierig zu sein und Wagnisse einzugehen. Ich bin kein Sturkopf mehr, der sein Leben lang bei den Paprika-Chips der Marke XY bleibt, ebenso wenig wie ein verbohrter Gourmet, der nur dunkle Schokolade aus bestimmten fernen Ländern an seinen Gaumen lässt. Und ein Gesundheitsapostel, der auf Fettgehalt und Geschmacksverstärker achtet, war ich noch nie.</p>



<p>Vielmehr bin ich mittlerweile ein überzeugter Grenzgänger, der Süßes und Deftiges zugleich liebt und für den die britische Honig- und Essig-Expeditionen eine wahre Geschmacksoffenbarung sind. Oriental, Chakalakah, Ketchup und süße Röstaromen bei Chips, Bärwurz und Bärlauch bei Pralinen: Ich kenne keine Angst mehr und breche täglich auf zu neuen Abenteuern. Nicht jedes geht gut aus, aber ich kann sehr hart im Nehmen sein.</p>



<p>Moment! Es gibt doch noch ein Terrain, das ich noch nie betreten habe: Ich habe noch nie – auch nicht in der Nacht – glückselig ein Nutella Glas ausgelöffelt. Machen das überhaupt Männer?</p>



<p>Aber was nicht ist, kann ja noch kommen.</p>



<div style="height:51px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<item>
		<title>Am Bungee-Seil hinab in die Wellness-Oase</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/am-bungee-seil-hinab-in-die-wellness-oase/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Feb 2018 16:17:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[REISEgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[FITNESSGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Fitness]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn einer eine Reise tut, dann muss er was erzählen. Ich persönlich bezeichne diese althergebrachte Aufforderung mir unbekannten Ursprungs als „Nötigung vierten Grades“, die geruhsamen Menschen meiner Sorte die Tage versaut. Und zwar jetzt in der Urlaubszeit, wenn alle Menschen, die etwas auf sich halten, natürlich „weil-es-im-Sommer-doch-hier-so-schön-ist“ nicht in den&#46;&#46;&#46;</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn einer eine Reise tut, dann muss er was erzählen. Ich persönlich bezeichne diese althergebrachte Aufforderung mir unbekannten Ursprungs als „Nötigung vierten Grades“, die geruhsamen Menschen meiner Sorte die Tage versaut.</p>
<p>Und zwar jetzt in der Urlaubszeit, wenn alle Menschen, die etwas auf sich halten, natürlich „weil-es-im-Sommer-doch-hier-so-schön-ist“ nicht in den Urlaub gefahren sind, im Laufe der Grillabende aber, zu denen sie sich selbst eingeladen haben, von ihren Reisen im Frühjahr und ihren Plänen im Herbst inklusive aller „da-muss-man-hin“-Geheimtipps erzählen.</p>
<p>Früher war nicht nur alles viel besser, sondern auch einfacher. Mit zwei Wochen Muscheln sammeln in Cattolica war man der Held in der Schule, das spätere Bergwandern mit der ersten Freundin brachte den Ruf eines Abenteurers ein. Und wer einen Onkel in Amerika hatte und den sogar besuchte, der brauchte nicht einmal Adidas-Turnschuhe, um in der Clique den Ton anzugeben.</p>
<p>Heutzutage von solchen Urlaubserlebnissen zu erzählen, ist gesellschaftlicher Selbstmord. Den Atem des Wombat spüren auf den Songlines der Aborigines, in Alaska neben riesigen Grizzly-Bären Lachse fangen, Löwen im Krüger-Nationalpark füttern, in Luxus-Ressorts an mythischen Orten die Geheimnisse des … ach, ich weiß nicht, von wem – ich habe jedenfalls mit dem Kreditberater gesprochen: Es ist machbar und absolut in Ordnung, dass meine Söhne, die faulen Kerle, noch die Schulden abbezahlen müssen.</p>
<p>Am Abend jedoch, bevor ich die „Luxus-und-natürlich–will-ich-das-Land-und-die-Leute-kennen-lernen-Traumreise“ buchen wollte, erzählte mir beim Grillen ein Bekannter, dass mein Vorhaben in dieser Saison schon wieder völlig „out“ sei.</p>
<p>Er werde mit Freunden auf Inline-Skatern Richtung Alpen rollen und nebenbei in Berchtesgaden bei einem Triathlon den ersten Platz belegen. Siegesbekränzt erreiche er die Grenze und schwinge sich auf ein Mountainbike mit sage und schreibe 128 Gängen. Die seien auch nötig, immerhin radle er ganz locker über Stilfser-Joch und Brenner-Pass, um wenig später auf einem Gletscher eine kurze Kostprobe auf Trickskiern zu geben.</p>
<p>Damit keine Langeweile aufkomme, stürze er sich nach einer Canyoning-Tour abwärts und einer Rafting-Tour aufwärts am Bungee-Seil von der Europabrücke — und klettere ohne Seil und Haken an der Steilwand wieder hinauf. Und zum Abschluss noch kurz zum Gardasee, wo man erst ab Windstärke 12 vernünftig surfen könne.</p>
<p>Während der mir zunehmend unsympathische Bekannte dann von seinen Plänen in der Antarktis erzählte … schaute ich träumend auf mein Fahrrad mit drei Gängen, das am Gartenzaun lehnte. Nachdenklich trank ich einen Schluck aus der Bierflasche: Ob ich damit wohl bis zu den Songlines käme?</p>
<p>Eigentlich würde es aber auch genügen, meinen Garten zu erreichen.</p>
<p>Das Bier aber nehme ich mit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<item>
		<title>Kosmetik? Auch Mann tut es.</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/kosmetik-auch-mann-tut-es/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Feb 2018 15:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[MÄNNERGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[FITNESSGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmetik]]></category>
		<category><![CDATA[Schönheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Meine Ohren sind größer geworden. Sichtbar. Das gleiche Phänomen ist bei meiner Nase zu beobachten. Im Gegenzug haben sich die scharfen Konturen des Kinns verabschiedet und sind übergangslos im Hals verschwunden. Ich sehe aus wie Vadim Glowna, kann aber nicht auf die Anziehungskraft eines ehemals erfolgreichen Schauspielers bauen. Ich bin&#46;&#46;&#46;</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Meine Ohren sind größer geworden. Sichtbar. Das gleiche Phänomen ist bei meiner Nase zu beobachten. Im Gegenzug haben sich die scharfen Konturen des Kinns verabschiedet und sind übergangslos im Hals verschwunden. Ich sehe aus wie Vadim Glowna, kann aber nicht auf die Anziehungskraft eines ehemals erfolgreichen Schauspielers bauen.</p>



<p>Ich bin in einem Alter, das gemeinhin mit den &#8222;besten Jahre eines Mannes&#8220; beschrieben wird. Und ich habe zur Verifizierung dieser Behauptung längere Zeit in einen Spiegel geschaut. Das hätte ich nicht tun sollen.</p>



<p>Die Falten sind eigentlich in Ordnung, denn die machen angeblich interessant. Ebenso wie die grauen Schläfen und die an Raum gewinnenden Geheimratsecken. Ob ich allerdings Träger einer Tonsur bin – glücklicherweise reicht mein Spiegel nicht so weit.</p>



<p>Zurück zur &#8222;Problemzone Nase&#8220;: Während der Rest des Gesichts aufgrund des Bildschirmarbeitsplatzes ins Gräuliche gewichen ist, schimmert zentral im Antlitz rötlich der regelmäßige Rotwein-Konsum des Kenners. Das ist nicht attraktiv, zumal in Kombination mit den wuchernden Nasenhaaren.</p>



<p>Dazu Krampfadern an den Oberschenkeln, schlaffes Bindegewebe am Po, trockene Haut überall und zentimeterdicke Hornhaut an den Fußsohlen.</p>



<p>Ich muss etwas tun.</p>



<p>Als feiger Hypochonder mit außergewöhnlicher Fantasie kommen für mich chirurgische Eingriffe und Botox nicht in Frage, weshalb ich mich – ganz natürlich – zu einer integrierten Kosmetik-Strategie mit drei Modulen entschloss:</p>



<p><strong>Modul 1: Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen</strong></p>



<p>Maniküre, Pediküre, bitte das volle Programm vom Spezialistinnen-Team. Mindestens einmal in der Woche wird der teure Termin gebucht, die Hände in warmem Seifenwasser gebadet und danach die Fingernägel stundenlang gefeilt. Ein Handpeeling darf ebenso wenig fehlen wie die parallel aufgetragene Gesichtsmaske, die den zahlreichen Hautunreinheiten den Garaus macht.</p>



<p>Keine Chance auch den Hühneraugen und Ekzemen zwischen großem und kleinem Zeh – und auf meiner Fußsohle kann ich nach einer intensiven Behandlung über jede Glasscheibe Kilometerweit schlittern.</p>



<p>Wie aber verhindere ich, dass ich lackierte Fußnägel, verlängerte Fingernägel in Regenbogenfarben und ein wasch-festes Make-up der Saison verpasst bekomme?</p>



<p><strong>Modul 2: Schneiden und cremen</strong></p>



<p>Rasieren? Überall rasieren? Kommt ja gar nicht in Frage, denn nachwachsende Haare jucken – auch unter den Achseln. Und auf Heißwachs über den Schenkeln verzichte ich ebenfalls gerne, denn ich bin typisch Mann sehr sensibel und etwas schmerzempfindlich.</p>



<p>Ich rasiere mir also wie gehabt den Bart und trimme mit dem eigens erworbenen Trimmer die Nasenhaare. Das tut übrigens reichlich weh – und investiere ansonsten täglich eine Stunde, meinen Körper mit Body-Lotion und mein Gesicht mit der revitalisierenden Pflegeserie FOR MEN einzucremen. Natürlich mit dem Coenzym Q10, ich bin ja kein Stümper.</p>



<p>Bei meinem Chef habe ich übrigens eine angemessene Arbeitszeitverkürzung beantragt. Schließlich profitiert er davon, wenn ich bei unseren Kunden gut aussehe.</p>



<p><strong>Modul 3: Duften und entspannen</strong></p>



<p>Zino Davidoff, Hugo oder ck one. Ich gebe zu, der Abschied von Old Spice gestaltet sich schwieriger als erwartet, zumal Irisch Moos angeblich keine Alternative sein soll. So verliere ich mich in dem unglaublichen Angebot an After Shave Lotions und Eau de Toilettes und entscheide mich schließlich für Poison.</p>



<p>Der Duft kann so verkehrt nicht sein, erinnert er mich doch frappierend an den Aufguss in der Sauna, die ich jetzt zweimal wöchentlich aufsuche. Denn erst Wellness macht den Mann so richtig schön.</p>



<p>Dabei sind 15 Minuten bei gefühlten 200 Grad Celsius Temperatur mit ein wenig Ehrgeiz zu schaffen; kritischer wird es, über diesen Zeitraum den Bauch einzuziehen. Er, sprich der Bauch, springt übrigens spätestens bei der Massage wieder heraus, wenn eine durchtrainierte Kampfschwimmerin mit ihren überdimensionierten Fäusten meinen Rücken traktiert.</p>



<p>Mal ehrlich, haben Sie sich heute Morgen auch einmal genauer im Spiegel angeschaut? Ja? Und wie sehen Ihre Ohren und ihr Nase aus?</p>



<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<title>Der T-Rex im Wald</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/der-t-rex-im-wald/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2020 14:38:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[MÄNNERGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[FITNESSGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Fitness]]></category>
		<category><![CDATA[Laufen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gestern bin ich gejoggt. Heute bin ich verletzt. Den stechend-dumpfen Schmerz in der rechten Wade hatte ich gestern bereits nach 100 Meter gespürt, aber ich bin weiter gelaufen. Wenn man das überhaupt Laufen nennen darf, das Verb „walzen“ würde es wohl eher treffen. Oder „stampfen“. Es regnete gestern. Der Himmel&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern bin ich gejoggt. Heute bin ich verletzt. Den stechend-dumpfen Schmerz in der rechten Wade hatte ich gestern bereits nach 100 Meter gespürt, aber ich bin weiter gelaufen. Wenn man das überhaupt Laufen nennen darf, das Verb „walzen“ würde es wohl eher treffen. Oder „stampfen“.</p>
<p>Es regnete gestern. Der Himmel weinte über den dicken Mann, der röchelnd, hustend und pfeifend einen Fuß vor den anderen setzte. Die riesige Pfütze vor mir schlug leichte Wellen, was die Phantasie meines blutleeren Kopfes und die Erinnerungen an den Film „Jurassic Park“ unheilvoll verband: Ich bekam panische Angst vor einem T-Rex hinter der nächsten Ecke.</p>
<p>Nein, diesmal war es nicht der Weiße Hai – vor dem flüchte ich nur im Meer, wenn ich 100 Meter vorm Ufer plötzlich merke, dass kein anderer Mensch in meiner Nähe ist.</p>
<p>Dreimal einatmen, viermal ausatmen. Ich erinnerte mich an den sportlichen Rhythmus meiner Jugend, als Joggen noch Laufen hieß und ohne Aufwärmen, Stretching und Cool-Down auskommen musste. Gestern schaffte ich gerade zweimal den Rhythmus und wechselte sofort in „einmal einatmen, einmal ausatmen“ über. Dafür legte ich bereits nach fünf Minuten die dritte Verschnaufpause ein und stolperte bei Kilometer 2 über eine vermaledeite Wurzel.</p>
<p>Jenseits der 40 fällt man schwer. Sehr schwer. Ich fühlte mich erbärmlich, bar jeglicher Würde. Das änderte sich auch nicht, als ein übergewichtiger Jung-Jogger in hautenger und neonfarbener Funktionskleidung an mir vorbei wabbelte. Rosa und Gelb sind wenig kleidsam für dicke Jünglinge – im Schlabberlook am Boden liegend sollte man Lästereien jedoch tunlichst unterlassen. Ich also den letzten Stolz zusammen gerauft, aufgerappelt und dem rosa-gelben Jogger-Kanari hinterher.</p>
<p>Nicht lange, denn schon brachte sich vehement die Wade in Erinnerung, nahm der Jogger vor mir an Fahrt auf (zumindest redete ich mir das ein) – und überholte mich grinsend ein sportlicher, sonnenbraun gegerbter Senior. Offensichtlich ein „Ü70-Best-Silver-Ager“, woraufhin ich umgehend beschloss, später einmal ein unsportlicher Greis zu werden, der auf einer Bank sitzend den Mädchen hinter her schaut.</p>
<p>Ich bin verletzt. Es ist ein Muskelfaserriss in der Wade, so die vorhin konsultierte Hausärztin. Ich fragte sie nicht, wie lange ich jetzt nicht mehr joggen darf. Denn ich bin mir sicher: mehrere Monate. Mindestens.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<title>Auf der untersten Bank</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/auf-der-untersten-bank/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Feb 2018 13:24:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[MÄNNERGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[FITNESSGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Sauna]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vorgestern war ich in der Sauna. Nach dem Sport. Nicht aus freiem Willen, sondern weil es sich so gehört. Genau so wie davor die anderthalb Stunden Badminton. Ich kann nämlich der seltsamsten Erscheinung moderner Unternehmenskultur nicht entfliehen: Dem gemeinsamen wöchentlichen Sport mit Kolleginnen und Kollegen — inklusive anschließendem Saunabesuch. Ich&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vorgestern war ich in der Sauna. Nach dem Sport. Nicht aus freiem Willen, sondern weil es sich so gehört. Genau so wie davor die anderthalb Stunden Badminton. Ich kann nämlich der seltsamsten Erscheinung moderner Unternehmenskultur nicht entfliehen: Dem gemeinsamen wöchentlichen Sport mit Kolleginnen und Kollegen — inklusive anschließendem Saunabesuch.</p>
<p>Ich bin nicht scharf darauf, meine Kolleginnen und Kollegen einmal wöchentlich nackt zu sehen. Das liegt auch daran, dass die meisten von ihnen Profis in diesem sehr, sehr heißen Raum sind, ich dagegen in vielen Jahren den Sprung aus der Sauna-Amateurliga nicht geschafft habe.</p>
<p>Man erkennt mich daran, dass ich der untrainierte Kerl auf der untersten Bank bin. Dort verstecke ich durch die entsprechende Körperhaltung notdürftig meinen stattlichen und bleichen Bauch, dabei sittsam die haarigen Beine geschlossen — was die Spötter unter meinen allesamt Solarium gebräunten Kollegen schon eine Verklemmtheit meinerseits vermuten ließ.</p>
<p>Diese Spötter liegen natürlich in der obersten Reihe und bevorzugen es, all die Öffnungen am durchtrainierten Körper wie selbstverständlich zu präsentieren. Sie liegen auf großen, sehr großen Sauna-Badelaken, während ich wieder nur ein definitiv zu kleines Handtuch dabei habe. Jedenfalls bin ich dadurch die ganze Saunarunde hindurch, also genau sechs Minuten, damit beschäftigt auf 30 mal 40 Zentimeter in der Höhe räumlich meinen Körper unterzubringen. Nur kein Tropfen Schweiß auf das Holz, sonst gibt es Ärger &#8230;</p>
<p>… und zwar mit dem selbsternannten Sauna-Chef (meist männlich und wenn weiblich, dann sehr männlich), der nach einem mir nicht nachvollziehbaren Sauna-Gesetz in jeder Sauna sitzt. Stundenlang. Tagelang. Ein Leben lang.</p>
<p>Der Sauna-Chef besitzt die Insignien der Sauna-Macht: Den Wasserzuber, die Schöpfkelle und eine ätherische, stark ätzende China-Pfefferminz-Tiger-Ölmischung. Und wenn es dann Zeit ist für den Aufguss, ist es für mich schon zu spät, denn jetzt darf keiner mehr raus!</p>
<p>Mit brennenden Augen und röchelnder Lunge schwinden meine Abwehrkräfte — und ich frage mich, was denn geschehe, wenn just in diesem Moment ein fanatischer, bleicher Sauna-Gegner aus dem Nordosten von Alaska die Tür von außen verschließen und die Temperatur erhöhen würde?</p>
<p>Schon fühle ich, wie der Schweiß in Strömen an meinem Körper herab rinnt und vom Handtuch nicht mehr aufgefangen werden kann. Die Organe dringen osmotisch durch die Haut, die Knochen verlieren in der Hitze ihre Form. Mein Gehirn nimmt, bevor es sich mit der Restflüssigkeit verbindet, gerade noch wahr, wie ich elendig verrecke und als große undefinierbare Masse wiedergeboren werde …</p>
<p>Nächste Woche gehe ich wieder in die Sauna. Nach dem Sport. Darauf freuen tue ich mich nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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