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	<title>WEIHNACHTSgeschichten Archive - Der kleine Krebs Verlag</title>
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	<description>Geschichten. Einzeln, in Büchern und als Werbemittel.</description>
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		<title>Bernhards Weihnachtsbrief 2019</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/bernhards-weihnachtsbrief-2019/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 May 2020 15:01:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WEIHNACHTSgeschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich ging auch 2019 wieder in die Schule. Im Advent zum Elternsprechtag. Es ist meine alte Schule, an der ich neun Jahre meines Lebens verbracht habe; ich kann mich aber nicht daran erinnern, mich damals jemals so schnell bewegt zu haben wie beim jüngsten Parforceritt von Lehrer zu Lehrer –&#46;&#46;&#46;</p>
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<p>Ich ging auch 2019 wieder in die Schule. Im Advent zum Elternsprechtag. Es ist meine alte Schule, an der ich neun Jahre meines Lebens verbracht habe; ich kann mich aber nicht daran erinnern, mich damals jemals so schnell bewegt zu haben wie beim jüngsten Parforceritt von Lehrer zu Lehrer – nach einem ausgeklügelten System meiner Frau, das mich im 10 Minuten-Takt von der einen Ecke der Schule in die andere jagte. Die Mütter und Väter, denen ich dabei begegne, staunten.</p>
<p>Was das mit Weihnachten zu tun hat? Eigentlich ist die Erklärung ganz einfach: Ich hatte an der Schule nicht nur die schönsten Weihnachts-Schulstunden, sondern mit Physik, Mathematik und Religion die drei Fächer, die auf unterschiedlichste Weise meine Fähigkeit zum Staunen befeuerten – und meinen Glauben, an dem ich oft zweifelnd litt, erträglich machten. Und immer freute ich mich sakrisch auf die Weihnachtsferien.</p>
<p>Weniger gestaunt als viel mehr gelitten hatte ich beim Geräteturnen im Sportunterricht. Ich sage nur: Mit Übergewicht am Felgaufschwung. Ich vermute, meine damaligen Sportlehrer mochten kein Weihnachten.</p>
<p>Am meisten staune ich nach wie vor über meine Jungs, mittlerweile 15 und zwölf Jahre alt. Ich mag es und es bringt mich zeitgleich an den Rand des Wahnsinns, wenn sie väterliche Ratschläge ignorieren, selbstbewusst (oder ignorant, je nach Betrachtungsweise) „ihr Ding“ durchziehen und aufgebehren gegen Autoritäten, insbesondere wenn diese elterlich sind. Ich schwanke dann hin und her zwischen „Schimpfen“ und „Klatschen“ – der Erziehungsauftrag will es, dass ich mich viel zu oft für Erstes entscheide.</p>
<p>Und ich verstehe sie so häufig nicht, staune über ihre Art zu denken und zu handeln. Die mir nicht deshalb so fremd ist, weil ich sie verurteile, sondern weil ich sie schlichtweg nicht kapiere. Wie schaffen sie es bloß zum Beispiel, mich beim Mario Kart-Rennen mehrmals zu überrunden, während ich auf den Strecken ohne Leitplanken die meiste Zeit in komischen Blasen verbringe, die mich nach dem schnellen Sturz in den Abgrund wieder auf die Strecke hieven? Ich habe mich übrigens dagegen ausgesprochen, dass den Jungs auch dieses Jahr zu Weihnachten Video-Spiele geschenkt werden – ich fürchte aber, in dem Päckchen mit dem Zettel „Von Mama und Papa“ sind genau solche drin.</p>
<p>Tatsächlich, in vielen Bereichen lebe ich von der Gnade der nächsten Generation. Ganz aktuell spielt unsere Familie die Einweg-Spiele aus der Reihe „Exit“, in der man sehr, sehr knifflige Rätsel lösen muss (und es bis auf mich auch alle tun), um aus einem fiktiven, geschlossenen Raum zu entfliehen. Das gibt es auch real, in einem sogenannten Escape-Room in München verbrachten wir zwei Stunden unseres Lebens – von Rätsel zu Rätsel hangelnd. Und was soll ich sagen: Ohne die Jungs säße ich wohl noch immer in einem halbdunklen Kellerabteil in Haidhausen, verzweifelt, hungrig und ganz allein.</p>
<p>Auf die nötigen Lösungen wäre ich in hundert Wiedergeburten nicht gekommen. Ebenso wenig auf die Geschichten, die unsere Jungs meiner Frau und mir seit Jahren als Weihnachtsgeschenk präsentieren. Da sie kein Geld hatten und auf keinen Fall basteln wollten (sie sind manchmal doch ganz der Vater), setzten sie sich vor etlichen Jahren hin und verfassten die erste gemeinsame Geschichte, wie sie verrückter, überraschender und lustiger nicht sein konnte. Wir warten bereits gespannt auf die Fortsetzung des Mondschafs – und natürlich werde ich darauf und auf EUCH ALLE auch an diesem Weihnachten einen Becherovka trinken.</p>
<p>Darüber wiederum staunen meine Jungs, meine Frau und die meisten meiner Freunde.</p>
<p>Fröhliche und gesegnete Weihnachten!</p>
<p> </p>
<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<title>Bernhards Weihnachtsbrief 2018</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/bernhards-weihnachtsbrief-2018/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Dec 2018 10:15:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WEIHNACHTSgeschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Meine Schwester, die ich sehr liebe und die sich über meine allererste, kleine Weihnachts-Sentimentalität im Jahre 2010 sehr gefreut hat, auch weil wir über bestimmte Dinge mehr als 20 Jahre geschwiegen hatten, fragte mich einmal, wo denn unser Vater in meiner damaligen Geschichte geblieben wäre? Das Verhältnis von Söhnen und&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Schwester, die ich sehr liebe und die sich über meine allererste, kleine Weihnachts-Sentimentalität im Jahre 2010 sehr gefreut hat, auch weil wir über bestimmte Dinge mehr als 20 Jahre geschwiegen hatten, fragte mich einmal, wo denn unser Vater in meiner damaligen Geschichte geblieben wäre?</p>
<p>Das Verhältnis von Söhnen und ihren Vätern und umgekehrt ist bzw. war in meiner Generation meist nicht einfach. Wir haben wahrscheinlich nicht genug miteinander geredet; unser gelebtes, partiell gefühlsarmes Rollenbild machte es auch nicht leichter.</p>
<p>Ich gehöre der Generation an, die sich gerade sehr mit seinen Eltern beschäftigt. Sofern sie noch leben. Und dabei haben wir bereits im Hinterkopf: Wir sind die Nächsten. Und dann fragen wir uns: Wie werden unsere Kinder mit uns umgehen oder ist es nicht besser, frühzeitig nach einer Alters-WG Ausschau zu halten? Wenn ich meinen Jungs großmäulig verkünde, dass sie meine Investition fürs Alter wären, grinsen sie vielsagend und schütteln mit einem frotzelnden „Träum´ weiter, Papa“ mit den Köpfen. Ich mag das.</p>
<p>Ich habe zu meinem Vater nur als Kind und an seinem Sterbebett vor drei Jahren „Papa“ gesagt. Dazwischen war er für meine Schwester und mich „der Meister“. Er war nämlich wirklich einer: ein Elektromeister. Was übrigens in der beruflichen Hierarchie unserer Familie weit vor einem Universitätsabschluss rangiert. Obwohl ich selbst davon betroffen bin, weil ich nichts Gescheites gelernt habe, mag ich das auch. Irgendwie.</p>
<p>Es gab trotz allem genügend Momente, in denen ich mich meinem Vater sehr verbunden fühlte. Unter anderem an einem Weihnachten, als wir loszogen, um in einer Schonung einen vorher bereits bezahlten Christbaum zu schlagen. Wir hatten schnell den Richtigen gefunden, aber weil man immer auf der Suche nach etwas Besserem ist, wollten wir uns nur seinen Standort merken und schauten weiter. Natürlich fanden wir keinen besseren Baum – leider aber auch den ersten nicht mehr. Genau: Da lernte ich etwas fürs Leben. Viel wichtiger jedoch war, dass wir einen dieser seltenen, dafür aber umso wertvolleren Momente erlebten, in denen Frust, Ärger und Zorn plötzlich in eine unbändige Albernheit umschlugen.</p>
<p>Der Meister und ich schlichen grinsend und tobten lachend durch die Schonung, hängten die roten Markierungs-Schleifchen der besser vorbereiteten Christbaumkäufer einfach um – und hatten einen Riesenspaß, der auch noch anhielt, als wir uns Stunden später mit einem ziemlich hässlichen Christbaum im Schlepptau daheim die Schelte meiner Mama abholten. Ärger wegen des Baums, auch das gehörte zu Weihnachten.</p>
<p>Ein Nussknacker, eine Pfeife samt Etui, ein Hut, ein Herrentäschchen und einiges mehr: Mein Vater hat während unserer Kindheit (und auch später) von meiner Schwester und mir unglaublich viel nutz- und sinnlose Geschenke bekommen, was er mit stoischer Gleichmut ertragen hat. Über viele Jahre hinweg sind wir deshalb immer ein wenig enttäuscht gewesen; irgendwann haben wir dann aber auch kapiert, dass es nicht an unseren Geschenken lag, sondern daran, dass mein Vater überhaupt nicht beschenkt werden wollte.</p>
<p>Als ich 16 Jahre alt wurde und alle Weihnachten danach schenkte mir mein Vater einen Kasten Weltenburger „Dunkles Bier“ und ich ihm im Gegenzug eine Flache Apfelkorn, weil er das pappsüße Zeug mochte. Und weil dem so ist, trinke ich dieses Jahr auf Euch alle nicht nur Opas Becherovka, sondern auch Papas Apfelkorn. Sie mögen uns alle reichlich Glück bringen.</p>
<p>Fröhliche und gesegnete Weihnachten!</p>
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		<title>Bernhards Weihnachtsbrief 2017</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/bernhards-weihnachtsbrief-2017/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Feb 2018 16:12:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WEIHNACHTSgeschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich kenne keinen Erwachsenen, der nicht über den Stress im Advent jammert. Und selbstverständlich gehöre auch ich zu all jenen, die mit einem weithin hörbaren Seufzer bedauern, dass sie in der Weihnachtszeit überhaupt keine Muße für Besinnliches haben. Zugegeben, irgendwie hat es etwas bizarr Heimeliges, sich in den Kanon der&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kenne keinen Erwachsenen, der nicht über den Stress im Advent jammert. Und selbstverständlich gehöre auch ich zu all jenen, die mit einem weithin hörbaren Seufzer bedauern, dass sie in der Weihnachtszeit überhaupt keine Muße für Besinnliches haben. Zugegeben, irgendwie hat es etwas bizarr Heimeliges, sich in den Kanon der Gehetzten und Gejagten, der Schwestern und Brüder im adventlichen Opfergeiste einzureihen und die neuen Zeiten zu beklagen: Mir geht es schlecht, ich kann nichts dafür.</p>
<p>Bedauerlicher- oder, je nachdem, glücklicherweise fehlen mir auch zu Weihnachten gänzlich das Psychiater-Gen, die Priester-Berufung oder der Lehrer-Auftrag. Was weißt: Ich habe keine Ahnung, wie man es besser machen kann. Mit 53 Jahren sehe ich aber zumindest die vielen Widersprüche von Weihnachten – und kann mich durchaus damit anfreunden, denn: <strong>letztlich ist alles widersprüchlich</strong>.</p>
<p>Das zu akzeptieren bedeutet aber noch lange nicht, bestimmte Dinge einfach zuzulassen. „Das geht uns nichts an, dafür sind wir nicht zuständig. Haben wir keine anderen Probleme?“ sind die Totschlagargumente, die ich nicht nur als ehrenamtlicher Kommunalpolitiker so häufig höre. Und wenn man damit eine Diskussion nicht rigoros beenden kann, dann ist es die „Wahrheit“, die als absolutes Argument herhalten muss. Ich kann mit dem einen so wenig anfangen wie mit dem anderen.</p>
<p>Manchmal wehre ich mich vehement dagegen, manchmal nicht. Und ja, das ist ein Widerspruch.</p>
<p>Als Geschichtenerzähler liebe und brauche ich Widersprüche. Denn sie machen das Leben erst spannend. Das gilt bei mir in besonderer Weise für Weihnachten. Ich genieße den lauten Trubel im Kaufhaus und leise Spaziergänge im Wald. Ich werde ganz besinnlich beim Anblick einer traditionellen Krippe und juchze vor Begeisterung über Weihnachtskitsch. Ich höre „Adeste Fideles“ und klassische Kirchenchöre so gerne wie Wham und „Last Christmas“. Und ich glaube – herrlich naiv – ganz fest an die Geburt von Jesus als Gottes Sohn, ohne daraus irgendwelche Vorschriften für mein Weihnachtsfest abzuleiten.</p>
<p>Es gehört zum selbstverständlichen Widerspruch an Weihnachten, dass wir bei den zwei Jungs regelmäßig Bescheidenheit anmahnen – und alljährlich die eh schon üppigen Geschenke für den Nachwuchs in den zwei Wochen vor Heiligabend noch mindestens dreimal um weitere, kleine und große, Gaben ergänzen. Der Spaß daran überwiegt das schlechte Gewissen.</p>
<p>Der größte Widerspruch, in dem ich als Vater stecke, ist das Dilemma „Erziehung“. Ich sollte dem elterlichen Auftrag folgen und Vorbild sein, tauge aber überhaupt nicht dazu. Ich würde viel lieber applaudieren als schimpfen, wenn die Jungs Blödsinn machen. Dumm nur, dass sie das merken und meine Autorität zunehmend untergraben. Besonders schlimm wird es für sie, wenn ich versuche jugendlich zu sein. Und sollte ich jemals in Gegenwart ihrer Freunde einen „I bims“ sagen und dazu einen „Dab“ machen, werden sie sich selbst zur Adoption freigeben, sagen sie.</p>
<p>Die Jungs werden immer aufmüpfiger, das ist gut so. Wenn ich aber im Büro sitze und Noah höre, wie er auf seiner Gitarre „Junimond“ von Rio Reiser und ganz aktuell „Happy Christmas“ von John Lennon spielt, dann rede ich mir ein, dass ich nicht alles falsch gemacht habe. Und dass er einmal mit Merlin am Schlagzeug einen Song von Motörhead spielen wird, daran arbeite ich noch. Der Sänger der Band, der legendäre Lemmy Kilmister, ist übrigens an einem Heiligabend geboren und vergangenes Jahr nach 70 Jahren und vier Tagen gestorben. Ich bin ein großer Fan von ihm, wegen der Musik und des Satzes, den er als ultimativen Ratschlag für das Leben formuliert hat: „Halte dich von den Idioten fern.“ Lemmy hatte zweifellos Ahnung.</p>
<p>Dieses Jahr ist Hermann Graf gestorben. Der Großvater meiner Jungs war ein lebendiger Widerspruch – und er war einfach grandios dabei! Er konnte dich wie kaum ein anderer in den Wahnsinn treiben und dich zugleich zum Lachen bringen. Er war stur, großherzig, zornig, lustig und alles andere auch: ein großartiger Erzähler und Humorist, ein echtes Prachtexemplar Mensch.</p>
<p>Ich vermisse dich, Hermann, wie so viele andere Menschen, die in den vergangenen Jahren gestorben sind: Meine Eltern, meine Großeltern, Freunde … auch das gehört zu Weihnachten, dass man sich an sie erinnert. Und dabei bestenfalls schmunzelt.</p>
<p>So viele Widersprüche begleiten mein Leben, genügend Fehler gehören ebenfalls dazu. Und täglich nehme ich mir etwas vor, was ich nicht einhalten werde. Ich rege mich darüber nicht mehr so auf wie früher, denn: Warum sollte es jetzt plötzlich klappen? Vielmehr bin ich froh darüber, dass sich im Laufe der Jahre ein ziemlich bunter und widersprüchlicher Haufen von Menschen angesammelt hat, die ich liebe oder zumindest mag. Und tatsächlich: manche mögen mich auch.</p>
<p>Ich werde mir nicht mehr vornehmen und versprechen, sie alle bald zu treffen. Ich nehme es lieber, wie es kommt und freue mich über jede Gelegenheit. In jedem Fall aber werde ich auf alle, die mir wichtig sind, ob noch lebend oder bereits auf einer Wolke sitzend, an Weihnachten ein Glas Becherovka trinken.</p>
<p>Und ich werde in Gedanken mit euch allen auf ein neues Jahr 2018 anstoßen, das uns gerade wegen der Widersprüche nicht verzweifeln, sondern laut „Ein solcher Spaß!“ zum Leben rufen lässt.</p>
<p>Fröhliche und gesegnete Weihnachten!</p>
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		<title>Bernhards Weihnachtsbrief 2016</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/bernhards-weihnachtsbrief-2016/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Feb 2018 16:10:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WEIHNACHTSgeschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist Weihnachten. Schon wieder. Und es scheint, dass die Zeit immer schneller vergeht. Nein, das hat diesmal nichts mit den digitalen Medien, Arbeitsverdichtung und Freizeitstress zu tun, sondern mit meinen Eltern und Großeltern. Die sagten nämlich, dass die Zeit schneller vergeht, je älter man wird. Sie hatten Recht, wie&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Weihnachten. Schon wieder. Und es scheint, dass die Zeit immer schneller vergeht. Nein, das hat diesmal nichts mit den digitalen Medien, Arbeitsverdichtung und Freizeitstress zu tun, sondern mit meinen Eltern und Großeltern. Die sagten nämlich, dass die Zeit schneller vergeht, je älter man wird. Sie hatten Recht, wie überhaupt sie in so vielen Dingen Recht hatten, die ich früher nicht glauben wollte. Meine Oma zum Beispiel meinte immer: „Bub, konzentriere dich auf das, was du gerade tust. Du kannst nur eine Sache richtig machen und nur einem Menschen gut zuhören. Tue es nacheinander, sage ich dir, nicht alles gleichzeitig.“</p>
<p>Weihnachten ist für mich ein, nein … es ist für mich DAS Nacheinander. Ich warte auf den ersten Advent, um die erste Kerze anzuzünden, lege dann Weihnachtsmusik (ja, immer noch Wham und Bing Cosby/David Bowie) auf, öffne jeden Tag gespannt nur ein Kästchen meines Weihnachtskalenders, backe erst Butterplätzchen und dann Schokoladenbrot, gehe an Heiligabend erst auf den Friedhof, dann in die Kindermette und und und.</p>
<p>Rituale sind ein Nacheinander. Ich liebe Rituale.</p>
<p>Natürlich trinke ich auf dem Christkindlmarkt nacheinander zwei Glühwein, den herkömmlichen, weil ich in solchen Sachen Traditionalist bin. Und ich weiß vorher, welchen Christkindlmarkt ich besuche – den Freunden zum Trotz, die mir die neue Weihnachtsmarkt-App nahe legten. Während ich dann am Glühwein nippe, staune ich über die Gruppe von Menschen, die alle auf ihre Smartphones stieren, tippen und wischen. Zwischendurch wird ein Selfie gemacht und auf Facebook gepostet um zu zeigen, wie gut man sich amüsiert.</p>
<p><strong>Mein Weihnachten aber ist analog.</strong></p>
<p>Ich misstraue zutiefst dem Bild, das Facebook und Co. bieten. Nicht weil es unwahr ist, sondern weil es traurig macht. Weil es so häufig Miteinander und Spaß vorgaukelt, wo genau diese fehlen. Gerade die einsamsten Menschen haben die meisten Fotos im Internet, auf denen sie andere umarmen. Seltsam, nicht wahr?</p>
<p>Die Sozialen Medien definieren das Dilemma unserer Tage. Heute haben wir Kontakt zu viel mehr Menschen, nur fehlt uns die Zeit für sie. Wir sind meist „gleichzeitig“ und so selten „nacheinander“. Meine Oma würde nur mit dem Kopf schütteln. Und sie würde darauf bestehen, dass die Familie an Weihnachten vor der Bescherung erst gemeinsam das schmutzige Geschirr abwäscht und abtrocknet. Ein Ritual, das selbst mein Opa nur ungeduldig akzeptierte, zumal es das erste Glas Becherovka erst nach den ausgepackten Geschenken gab.</p>
<p>Für mich ist Weihnachten eine sentimentale Auszeit, die gut tut. Die es mir erlaubt, Vergangenes zu lieben ohne in eine „Früher war alles viel besser“-Manie zu verfallen. Im Gegenteil: Ich glaube an die Zukunft, auch wenn ich sie manchmal fürchte. Ich glaube deshalb daran, weil ich in den vergangenen Monaten wieder jungen Menschen begegnet bin, die mir trotz allen Vorurteilen gezeigt haben, dass sie Klasse besitzen. Dass sie bereit sind, nach ihrem eigenen Schicksal zu suchen und Bekanntes in Frage zu stellen. Die nicht einfach mitlaufen, sondern erst einmal hinterfragen und zweifeln. Die überzeugt Verantwortung übernehmen.</p>
<p>Solche Erfahrungen sind für mich ganz nahe am Wesen von Weihnachten.<br />
Wegen der darin versprochenen Hoffnung.</p>
<p>Ob meine eigenen Jungs oder Azubis, denen ich in Seminaren etwas über Texten erzählen darf – ich versuche immer zu erklären, dass es wichtig ist, Entscheidungen zu treffen. Dazu gehört aber, davor zu fragen, was mir gut tut, und davor, wer ich überhaupt bin. Was mich zugleich anstrengt, nervt und glücklich macht: Wenn die jungen Leute nicht sofort alles glauben, was ich sage.</p>
<p>Zweifel bedeutet nicht, gegen Alles und Jeden zu sein. Im Gegenteil: Wer zweifelt, hört genau hin und nimmt ernst. Ich schätze diese Art des Respekts, zu dem häufig auch reichlich Mut gehört.</p>
<p>Drei meiner wichtigsten Lehrmeister waren Zweifler: Mein Vater, der mir die Bedeutung von Unabhängigkeit zeigte; Bernhard „bb“, der das professionelle Hinterfragen mit einem hohen Maß an Integrität verband, und Werner „wp“, der gerne fragte: „Verkaufen wir dadurch eine Fach-Datenbank mehr?“ Das klingt zuerst banal, birgt aber (nicht nur) in unserer Branche eine riesige Portion Weisheit. Auf jeden von euch dreien trinke ich heuer an Weihnachten einen Becherovka, ganz sicher!</p>
<p>Ich trinke außerdem auf meine Familie und Freunde, ob tot oder lebendig. Gerade an Weihnachten sind mir alle sehr vertraut – ich denke nacheinander an sie und fühle sie doch gleichzeitig. Meine Oma würde dazu sagen: „Ja, ganz selten ist das schon möglich. An Heiligabend zum Beispiel.“</p>
<p>Was mir 2016 vor allem gezeigt hat: Es ist auch in meinem Alter noch möglich, wunderbare neue Menschen kennenzulernen. Meist völlig unvermutet, manchmal auch nur für kurze Zeit. Ich sage ihnen und allen, die zu meinem Leben „gehören“, vielen Dank für die gemeinsamen, analogen Augenblicke. Sie sind mir wertvoll.</p>
<p>Und 2017? Ich möchte gerne freundlicher zu manchen Menschen sein, häufiger Musik hören, den Tango Argentino tanzen, von einem Berg schauen und die Füße in ein Meer halten.</p>
<p>Ich wünsche euch allen, dass Ihr euch häufiger erlaubt zu hinterfragen. Dass Ihr im Zweifel aber auch um die Wärme und Sicherheit wisst, die euch Freunde und Familie geben. Ich wünsche euch ein wunderbares Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr!</p>
<p>Bleibt bitte gesund.<br />
Bernhard</p>
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		<title>Weihnachtsbrief 2015.</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/weihnachtsbrief-2015/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Feb 2018 16:06:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WEIHNACHTSgeschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich habe ein Profil auf Facebook. Und warum auch immer, eine stattliche Anzahl von Kontakten. Seit geraumer Zeit stellen immer mehr von ihnen immer häufiger Lebensweisheiten und Sprüche online, die trotz unterschiedlicher Worte immer die gleiche Geschichte erzählen: von der Sehnsucht, respektiert zu werden und von Menschen umgeben zu sein,&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe ein Profil auf Facebook. Und warum auch immer, eine stattliche Anzahl von Kontakten. Seit geraumer Zeit stellen immer mehr von ihnen immer häufiger Lebensweisheiten und Sprüche online, die trotz unterschiedlicher Worte immer die gleiche Geschichte erzählen: von der Sehnsucht, respektiert zu werden und von Menschen umgeben zu sein, die sie mögen.</p>
<p><strong>Sehnsucht.</strong> Ich mag das Wort. Ich mag vor allem das Sehnen daran.</p>
<p>Ich freue mich, dass es auch 2015 wieder Sehnsüchte gab, die erfüllt wurden. Und Sehnsüchte, die für den Rest meines Lebens bleiben. Ich habe so oft so laut gelacht. Alleine und noch besser, mit anderen. Und ich habe so oft so laut gesungen. Und so schlecht. Das tat mir richtig gut.</p>
<p>Ich habe das Glück, dass nach wie vor eine wunderbare und wunderschöne Frau bei mir bleibt. Besser, ich frage sie nicht, warum. Sie treibt mich zuweilen in den Wahnsinn, aber ich bin sehr dankbar, dass sie die Mutter zweier prächtiger Jungs ist, die gerne laut lachen und laut singen. Letzteres definitiv besser als ich.</p>
<p><strong>Dankbarkeit.</strong> Noch ein schönes Wort, das ich mag.</p>
<p>Allein der Umstand, dass ich gelernt habe, lieber dankbar als unzufrieden zu sein UND mich NIEMALS als Opfer zu betrachten, hat meine Gefühlslage ungemein entspannt. Natürlich gelingt es nicht immer, aber ich arbeite daran.</p>
<p>Bis zum 13. November diesen Jahres war ich trotz des nicht mehr ganz jugendlichen Alters der „Sohn vom Krebs“. Seitdem bin ich „der Krebs“. Ich hätte gerne noch zehn Jahre darauf verzichtet, aber man kann sich so vieles im Leben nicht aussuchen.</p>
<p>Wenn ich mir etwas aussuchen dürfte, dann würde ich mir noch einmal ein Weihnachten wünschen, an dem meine beiden Omas, meine beiden Opas, meine Mama und mein Papa zusammen mit meiner Schwester und mir Ananas-Bowle trinken. Und Schokoladenbrot essen.</p>
<p>Aber dann wären Susanne und unsere beiden Jungs nicht dabei. Deshalb ist es gut und richtig so, wie es ist. Und ich kann ja am 24. Dezember von früher erzählen. Zum Wunder von Weihnachten gehört, dass ich es darf – und meine Familie bestenfalls dazu ironisch lächelt.</p>
<p><strong>Ironie.</strong> Mein Lieblingswort. Überhaupt mein Lieblings-…ALLES. Fähig und bereit zu bleiben, über etwas zu lachen ohne gemein zu sein, etwas ernst zu nehmen ohne zu ernst zu werden – es könnte durchaus sein, dass ich ohne Ironie verzweifeln würde. So stellt sich mir die Frage nicht. Zum Glück.</p>
<p>Ich sehne mich nach Menschen, die für eine Sache „brennen“. Ich bin dankbar, wenn ich ihnen begegne. Und meist kommentiere ich ihre Leidenschaft ironisch. Wenn sie dann nicht beleidigt sind, sondern gemeinsam mit mir darüber lachen, dann sind das die Momente, in denen ich denke: Was für ein geiles Leben!</p>
<p>In diesem Jahr bin ich solchen Menschen begegnet. Es war unterm Strich ein gutes Jahr.</p>
<p>Ich wünsche euch allen ein wunderbares Weihnachtsfest und ein Neues Jahr 2016, in dem ihr Menschen begegnet, die für etwas „brennen“. Noch besser: Ihr seid selbst einer. Dann wird´s ein geiles Leben, versprochen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://der-kleine-krebs.de/weihnachtsbrief-2015/">Weihnachtsbrief 2015.</a> erschien zuerst auf <a href="https://der-kleine-krebs.de">Der kleine Krebs Verlag</a>.</p>
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		<title>Weihnachtsbrief 2014</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/weihnachtsbrief-2014/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Feb 2018 16:04:14 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es passiert mir jeden Dezember aufs Neue. Da mögen die adventliche Hektik noch so laut und die Zeit knapp sein, da können die Jingle Bells besinnliche Freude heucheln und der kleine Trommelbub musikalisch geschändet werden – unvermittelt trifft es mich, mitten hinein: Weihnachten. Was für mich Weihnachten ist? In jedem&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es passiert mir jeden Dezember aufs Neue. Da mögen die adventliche Hektik noch so laut und die Zeit knapp sein, da können die Jingle Bells besinnliche Freude heucheln und der kleine Trommelbub musikalisch geschändet werden – unvermittelt trifft es mich, mitten hinein: Weihnachten.</p>
<p>Was für mich Weihnachten ist? In jedem Fall ist es etwas, das ich auch mit 50 Jahren spüre und für das ich immer noch nicht die richtigen Worte gefunden habe. Ich fühle es manchmal, wenn ich in eine Kerze schaue oder eine Weihnachtskarte bekomme, in der auch was Persönliches (darf auch klein sein) steht. Ich fühle es beim zweiten Glühwein auf dem Christkindlmarkt oder beim ersten Stollen auf einem Besprechungstisch: Eine melancholische Wärme, die mich in Ruhe erinnern und nachdenken lässt.</p>
<p>Weihnachten ist für mich immer Gegenwart und Vergangenheit, seltsamerweise selten Zukunft. Einmal nicht planen, fürchten, hoffen und wünschen müssen – ich mag das. Wenn es gelingt, versuche ich, Dinge der vergangenen Monate dort setzen zu lassen, wo sie hin gehören. Denn im Alltag lagere ich die „schweren“ Dinge meist in einer Gefühls-Besenkammer nur zwischen, bevorzugt mit einer hilfreichen Lebensweisheit.</p>
<p>„Es gibt nichts Schlechtes, an dem nicht etwas Gutes ist. Das kann jedem passieren. Um ein guter Gewinner zu sein, muss man verlieren können. Es sind die Niederlagen, die einen weiter bringen. Gute Freunde erkennt man etc. etc. etc.“</p>
<p>Ganz ehrlich: Ich kann trotzdem auf jede Niederlage gut verzichten. Auch deshalb, weil ich jede einzelne persönlich nehme und wenig Lust verspüre, nach Schuldigen woanders als bei mir zu suchen. Abgesehen davon, dass ich sie auch nur hier finde.</p>
<p>Der Zauber von Weihnachten bedeutet für mich auch, dass ich darüber nachdenke. Über Niederlagen, Fehler und Schmerzen. Dass ich sie nicht beschönigen muss und wie ein Hund leiden darf – und es dennoch erträglich bleibt. Weil ich mich an gute Abende mit meinem besten Freund erinnere, unglaublich stolz auf meine Schwester und ihre Tochter bin, mich über eine doch stattliche Anzahl, mir naher Menschen freue und neben jeder Menge täglicher Seltsamkeiten die Ironie IMMER NOCH hilft.</p>
<p>Und ich halte meine Familie. Und sie hält mich. Und wir lachen.</p>
<p>Viele Menschen wissen gar nicht, wie wichtig sie in bestimmten Situationen für mich waren und wie sehr sie geholfen haben. Sie müssen es auch gar nicht wissen, denn der Herrgott wird es ihnen beizeiten schon vergelten. Und ich trinke auf sie … nein, keinen Glühwein, sondern einen oder zwei Becherovka, der in meiner Familie seit Generationen getrunken wird. In der Tat, man sagt uns ein hohes Maß an Leidensfähigkeit nach.</p>
<p>Ich hatte auch 2014 das Glück, immer wieder von Menschen mit Taktgefühl umgeben gewesen sein. Sie lassen Dir die Würde, wenn Du Fehler machst und wie ein Derwisch tanzt, was nicht gut aussieht. Wenn Dir Tomatensauce auf das weiße Hemd tropft, natürlich, und Du stolperst, egal wie und wo. Auch auf sie trinke ich einen Becherovka, denn Menschen wie sie sind wichtig. Danke.</p>
<p>Ich sage Danke und wünsche Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest. Und dass Ihr im neuen Jahr, wenn es darauf ankommt, jemanden bei Euch habt, der Euch hält. Und mit Euch lacht.<br />
Bernhard</p>
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		<title>Weihnachtsbrief 2013: Es ist Zeit für Geschichten</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/weihnachtsbrief-2013-es-ist-zeit-fuer-geschichten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Feb 2018 16:00:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WEIHNACHTSgeschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich mag Geschichten. Schon als kleines Kind liebte ich es, wenn meine Großeltern von früher erzählten – nein, nicht vom Krieg, sondern von Kindheitserlebnissen und wie man in der Familie feierte. Und wie schön Weihnachten war. Die Geschichten waren immer milde gestimmt. Jede ein kleines „Paradies“, das in die Gegenwart&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="line-height: 115%; font-family: 'Verdana',sans-serif; font-size: 10pt;"><span style="color: #000000;">Ich mag Geschichten. Schon als kleines Kind liebte ich es, wenn meine Großeltern von früher erzählten – nein, nicht vom Krieg, sondern von Kindheitserlebnissen und wie man in der Familie feierte. Und wie schön Weihnachten war. Die Geschichten waren immer milde gestimmt. Jede ein kleines „Paradies“, das in die Gegenwart gerettet wurde.</span></span></p>
<p><span style="line-height: 115%; font-family: 'Verdana',sans-serif; font-size: 10pt;"><span style="color: #000000;">Ob die Geschichten bis ins kleinste Detail wahr waren? Ich glaube nicht. Es ist mir dies überhaupt egal, wenn die Geschichte mich zum Lachen bringt oder mein Herz wärmt.</span></span></p>
<p><span style="line-height: 115%; font-family: 'Verdana',sans-serif; font-size: 10pt;"><span style="color: #000000;">Träume nicht dein Leben, sondern lebe deine Träume. Ich habe das Gefühl, ich bin diesem Satz im vergangenen Jahr ungewohnt oft begegnet. Vielleicht lese ich auch nur zu häufig Fragebögen, in denen zum Lebens-Motto genötigt wird. So oder so frage ich mich: Was ist, wenn ich gerne träume? Wenn ich so große Träume habe, die gar nicht zu leben sind? Und wenn ich darüber gar nicht unglücklich bin</span></span></p>
<p><span style="line-height: 115%; font-family: 'Verdana',sans-serif; font-size: 10pt;"><span style="color: #000000;">I</span></span><span style="line-height: 115%; font-family: 'Verdana',sans-serif; font-size: 10pt;"><span style="color: #000000;">ch habe einige Träumer kennen gelernt. Die meisten waren mir sehr sympathisch. Und alle mochten schöne Geschichten, viele konnten sie gut erzählen. Es tut wohl, gemeinsam zu sitzen und Geschichten zu lauschen, zuzuhören, zu lächeln, zu verstehen – und zu träumen.</span></span></p>
<p><span style="line-height: 115%; font-family: 'Verdana',sans-serif; font-size: 10pt;"><span style="color: #000000;">Es freut mich, dass meine Söhne abends (noch!) ohne großes Murren den Fernseher ausschalten und KIKA gegen eine Geschichte eintauschen, die ihr Vater vorliest. Das mache ich angeblich ganz gut, Gute-Nacht-Lieder vorsingen darf ich dagegen nicht. „Das kann Mama viel, viel besser“, johlt das undankbare und freche Doppel-Pack.</span></span></p>
<p><span style="line-height: 115%; font-family: 'Verdana',sans-serif; font-size: 10pt;"><span style="color: #000000;">Eine andere Art von Geschichten: Wenn bei uns in der Familie am Tisch gespielt wird, bekämpfen sich meine Frau und ich IMMER bis aufs Messer. Ob „Siedler von Catan“, „Risiko“ oder „Kakerlakak“ – während Susanne zur gnadenlosen Amazone mutiert, sehe ich mich gerne als wackeren Ritter oder mächtigen Zauberer. Dass unser großer Sohn ein berühmter Magier werden will und unser kleiner Sohn Merlin heißt, hat damit nichts zu tun. Oder doch?</span></span></p>
<p><span style="line-height: 115%; font-family: 'Verdana',sans-serif; font-size: 10pt;"><span style="color: #000000;">Jedenfalls haben unsere Jungs ihre helle Freude an diesen elterlichen Duellen – und wir hoffen, dass sie dabei vielleicht auch lernen, mit Anstand zu verlieren.</span></span></p>
<p><span style="line-height: 115%; font-family: 'Verdana',sans-serif; font-size: 10pt;"><span style="color: #000000;">Ich mag Leute, die Geschichten erzählen und das auch zugeben. Schwierigkeiten habe ich dagegen mit Moralisten, die eine Wahrheit gepachtet haben. Es ist ein Anspruch, der mir unsympathisch ist, zumal die Erfahrung zeigt, dass eine Wahrheit nicht selten auf mehreren Lügen aufgebaut ist.</span></span></p>
<p><span style="line-height: 115%; font-family: 'Verdana',sans-serif; font-size: 10pt;"><span style="color: #000000;">Dann doch lieber Geschichten. Gerne mit den nötigen Übertreibungen, gerne mit einer kunstvollen Ausschmückung, die vielleicht sogar viel mehr Wahrheit ist als blanke Zahlentreue. Und was ich besonders mag: Bei guten Geschichten ist oft ein Augenzwinkern inklusive.</span></span></p>
<p><span style="line-height: 115%; font-family: 'Verdana',sans-serif; font-size: 10pt;"><span style="color: #000000;">Ich habe 2013 wieder einige gute Geschichtenerzähler getroffen. Über jeden bin ich dankbar. Es sind übrigens kaum jene, die den Begriff „kreativ“ auf ihrem Panier stolz vor sich hertragen. Es sind vielmehr die, die mit leuchtenden Augen erzählen, dass sie heuer zum 50sten Mal „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ anschauen. Und die Tränen in den Augen haben, wenn sie fehlerfrei von „Sissi“ Teil 3 die Schlussszene rezitieren können.</span></span></p>
<p><span style="line-height: 115%; font-family: 'Verdana',sans-serif; font-size: 10pt;"><span style="color: #000000;">Einer der größten Träume, den wir haben, ist Weihnachten. Ich weiß nicht, ob er wahr ist. Aber das ist mir auch egal, denn er wärmt mein Herz. </span></span></p>
<p><span style="line-height: 115%; font-family: 'Verdana',sans-serif; font-size: 10pt;"><span style="color: #000000;">Ich wünsche Euch allen ein gesegnetes Fest und ein wunderbares 2014 mit vielen schönen Geschichten! Bernhard</span></span></p>
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		<title>Weihnachtsbrief 2012</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/weihnachtsbrief-2012/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Feb 2018 15:59:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WEIHNACHTSgeschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Weil ich Vater eines Kommunionkindes bin, gehe ich wieder regelmäßig in die Kirche. Auch an Weihnachten. Ich finde das gut so, mein Sohn seltsamerweise auch. Er mag den Gottesdienst, obwohl er vieles nicht versteht. Bei mir ist es ähnlich. Nur sind die Dinge, die wir beide verstehen oder nicht, genau&#46;&#46;&#46;</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Weil ich Vater eines Kommunionkindes bin, gehe ich wieder regelmäßig in die Kirche. Auch an Weihnachten. Ich finde das gut so, mein Sohn seltsamerweise auch. Er mag den Gottesdienst, obwohl er vieles nicht versteht. Bei mir ist es ähnlich. Nur sind die Dinge, die wir beide verstehen oder nicht, genau die jeweils anderen. Das wiederum verstehe ich, denn mein Sohn ist an vielen Wahrheiten näher dran als ich. Und er singt besser.</p>
<p>Ich singe sehr gerne und am liebsten sehr laut. Und leider unglaublich schlecht. In der Kirche ist das inmitten 75jähriger Falsett-Stimmen und 80jährigen Bass-Brummens völlig egal. Auch deshalb gehe ich gerne in die Kirche. Schade nur, dass die meisten Menschen hier so ernst sind. Sie besingen die Freude und lächeln nicht.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Ich mag den Advent und Weihnachten,</strong></span> weil es die Zeit ist, an der ich über solche Dinge nachdenke. Zum Beispiel über den Spaß und seine Spielarten. Fröhlichkeit, Freundlichkeit, Ironie, mit Lächeln, Schmunzeln, Grinsen, Augenzwinkern oder laut Lachen: sie kommen alle zu kurz. Wir ärgern uns lieber, sind permanent empört und schimpfen so gerne. Leider auch viel zu häufig ich. Seltsam, würde mein Sohn sagen.</p>
<p>Ich möchte an Weihnachten und im Neuen Jahr einfach öfter mal einen Schritt zurück treten. Ich möchte mich wieder auf ein Bankerl setzen und lächelnd schauen. Einfach so. Und dabei etwas Lustiges denken und vielleicht sogar sagen. Da ich ein vorlautes Mundwerk besitze, wird mir um eine – bedauerlicherweise nur selten wirklich gelungene – Pointe nicht verlegen sein. Ich nehme gerne jemanden auf die Schippe, häufig bin ich das selbst. Das Gute daran: Missverständnisse sind ausgeschlossen. Sofern ich aufpasse.</p>
<p>Meist ist es die Arbeit, die uns keinen Raum für Spaß lässt. Mein persönliches Empfinden sagt mir, dass ich in den vergangenen Monaten noch nie so vielen Menschen begegnet bin, die vom Job aufgerieben werden. Das Ganze erinnert mich irgendwie an einen Kochtopf. Es wird erhitzt und erhitzt und erhitzt – und oben der Deckel fest darauf gepresst. Abgesehen davon, dass man sich fragt, wann das Ganze explodiert, geht es im Topf logischerweise wenig lustig zu. Eine tückische Nebenwirkung: In der spärlichen freien Zeit ärgern wir uns über…</p>
<p><strong><span style="color: #ff0000;">Glücklich ist der zu schätzen,</span></strong> der Ironie als Lebensprinzip pflegt. Der außerdem weiß, wo ein schönes Bankerl steht. Und der Weihnachten mag und Spaß hat.</p>
<p>Sehr hilfreich ist es außerdem, einen (oder sogar mehrere) Menschen zu kennen, der diesen Spaß am Leben hat. Und das, obwohl er auch die Schattenseiten und das Leid gut kennt. Ich habe hier Glück – und erinnere mich besonders an Weihnachten gerne an meinen „Großen Opa“. Ich bin ihm unendlich dankbar und könnte von seiner gelassenen Art so vieles mehr gut gebrauchen.</p>
<p>Es ist ein schöner Gedanke sich vorzustellen, dass verstorbene Verwandte und Freunde im Himmel gemeinsam Weihnachten feiern. Meine trinken bestimmt Ananas-Bowle und Becherovka, essen Fisch oder Kutteln (meine Mama und mein Opa), hören Karel Gott und haben ihren Spaß an Wortkreationen wie „Christi-steig-auf-Himmel“ und „Maria-such-mich-heim“.</p>
<p>Ich wünsche Euch allen, dass Ihr an Weihnachten und 2013 vielen lustigen Augenblicken und fröhlichen Menschen begegnet &amp; Euren Spaß daran habt. Und überhaupt.<br />
Ein gesegnetes Fest. Bernhard</p>
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		<title>Weihnachtsbrief 2011</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/weihnachtsbrief-2011/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Feb 2018 15:55:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WEIHNACHTSgeschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich beende und beginne ein Jahr traditionell mit einem letzten und ersten Vorsatz, der derselbe und nicht der gleiche ist: Ich werde zwischen den Jahren all das abarbeiten, was liegen blieb. Dieser Vorsatz ist nicht virtuell, sondern hat sich bereits sehr früh in meinem Leben zu einer banalen Aktentasche mit&#46;&#46;&#46;</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich beende und beginne ein Jahr traditionell mit einem letzten und ersten Vorsatz, der derselbe und nicht der gleiche ist: Ich werde zwischen den Jahren all das abarbeiten, was liegen blieb. Dieser Vorsatz ist nicht virtuell, sondern hat sich bereits sehr früh in meinem Leben zu einer banalen Aktentasche mit wechselndem Inhalt materialisiert. Sie wartet seit 30 Jahren darauf, in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr geöffnet zu werden. Vergebens.</p>
<p>Ich mag Rituale, weil sie mir vor allem gut tun. Und nachdem mir Weihnachten sehr gut getan hat, schaue ich auf die geschlossene Aktentasche – und auf das zurückliegende Jahr, nehme mir Zeit für ein Resümee und bastle an vielen guten Vorsätzen, die mir verwirklichbar scheinen. Meine Frau behauptet übrigens, ich wäre ein Träumer. Oder Spinner.</p>
<p>Ich gebe zu, dass Vorsätze etwas an Reiz verloren haben, nachdem ich zu rauchen aufgehört habe. Endgültig. Im Oktober 2003 und nicht zu Beginn von 1984, 1985, 1986, 1987 …</p>
<p>Aber weil ich ein sturer Kerl bin, fülle ich jedes Jahr ein Blatt Papier handschriftlich mit Vorsätzen. Und jedes Jahr stelle ich Ende Januar die erbärmlich geringe Halbwertszeit von Vorsätzen fest und finde mich damit ab, dass ich auch diesmal nicht mein Gewicht als 19jähriger erreichen, meinen ersten Roman schreiben sowie fünf große Ölbilder malen werde. Gesünder ernähren, mehr Sport treiben, netter sein, all die Interessen entwickeln und Ideen entfalten – spätestens Mariä Lichtmess am 4. Februar zeigt, dass die Zeit noch nicht reif ist. Aber nächstes Jahr bestimmt.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Ich bin gespannt auf 2012.</strong></span> Wird es wieder so ein seltsames Jahr wie 2011? So wunderbar, schwierig, urkomisch, tieftraurig, starr und abenteuerlich zugleich?</p>
<p>Ich mag 2011 im Rückblick. Mittendrin war das nicht immer der Fall, denn mehr als einmal kam ich an meine Grenzen. Obwohl in den vergangenen zwölf Monaten zum Glück kein Freund starb, musste ich von einigen Menschen Abschied nehmen, weil unsere Zeit einfach vorbei war. Es nagt an mir, dass es manchmal so leicht ging. Andererseits fand ich andere Leute wieder und entdeckte unbekannte, spannende, freundliche und höfliche Menschen. Von vielen lerne ich, manchmal eine Menge. Dafür bin ich dankbar.</p>
<p>Wer und was warum und wie kommt oder geht, bleibt mir immer wieder aufs Neue ein Rätsel. Ich muss nur darauf achten, dass ich mir jeden und alles zumindest einmal genau anschaue. Gar nicht so einfach, wenn die Kontaktanbahnungsmaschine Facebook hysterisch den Takt vorgibt. Zumindest bin ich kein Online-Bauer mehr, der unzähliges Farmville-Vieh auf dem Gewissen hat.</p>
<p>Ich habe 2011 von einem hohen Berg runter und mit den Füßen im Meer ganz weit geschaut. Beides ist gut für die Einordnung von …. allem. Außerdem bin ich wieder öfter einfach so auf einem Bankerl gesessen.</p>
<p>Man sollte eigentlich jeden Tag etwas Neues lernen. Das habe ich nicht geschafft, aber ich habe zum ersten Mal Camping-Urlaub gemacht. Zweimal. Immer noch staune ich über die Camper; es ist, als hätte ich eine fremde Welt betreten. Es war auch eine Mords-Gaudi, vielleicht besuche ich 2012 Treffen der Star-Treck-Leute, Eisenbahnfreunde oder Modellbauer. Man unterschätzt das.</p>
<p>Noch eine wichtige Camping-Erkenntnis: Man sollte sein Zelt weit genug von den Toiletten aufstellen. Mit meinen kleinen Söhnen verbrachte ich einen Großteil meines Urlaubs auf dem Weg zum Klo und wieder zurück. Morgens, mittags, abends, nachts und auch dazwischen. Wenn du dich darauf einlässt, kommt die Ruhe von selbst. Und das Schmunzeln, das mir auch lieb ist.</p>
<p>Ich wünsche Euch allen einen Koffer, der geschlossen bleibt, ein paar schöne Vorsätze, ein Bankerl und ein wunderbares 2012, das manchmal auch seltsam sein darf.</p>
<p>Ein gesegnetes Fest.<br />
Bernhard</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://der-kleine-krebs.de/weihnachtsbrief-2011/">Weihnachtsbrief 2011</a> erschien zuerst auf <a href="https://der-kleine-krebs.de">Der kleine Krebs Verlag</a>.</p>
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		<title>Weihnachtsbrief 2010</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/weihnachtsbrief-2010/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Feb 2018 15:53:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WEIHNACHTSgeschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich mag Weihnachten. Schon immer und ohne jegliche Vorbehalte. Ich mag das Fest genauso, wie es ist. Das habe ich als Kind und Schüler nicht hinterfragt – und als Jugendlicher in einer heftigen existentialistischen Phase als die Ausnahme, welche die Regel bestätigt, festgeschrieben. An Weihnachten und den 24 Tagen davor&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://der-kleine-krebs.de/weihnachtsbrief-2010/">Weihnachtsbrief 2010</a> erschien zuerst auf <a href="https://der-kleine-krebs.de">Der kleine Krebs Verlag</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich mag Weihnachten. Schon immer und ohne jegliche Vorbehalte. Ich mag das Fest genauso, wie es ist. Das habe ich als Kind und Schüler nicht hinterfragt – und als Jugendlicher in einer heftigen existentialistischen Phase als die Ausnahme, welche die Regel bestätigt, festgeschrieben.</p>
<p>An Weihnachten und den 24 Tagen davor bin ich im Unschulds-Modus &amp; jedes Jahr aufs Neue erstaunt, wie leicht mir das gelingt. Der Intellektuellen-Schalter des zynischen Zweiflers ist umgelegt, ebenso der Knopf des moralisch entrüsteten Religions- oder Konsumkritikers herausgesprungen. Ich lege pünktlich zum 1. Advent die CD mit „Last Christmas“ (Wham) und „Little Drummer Boy“ (Crosby/Bowie) ein und gehe gerne in die Kirche um zu beten und mir die Krippe anzuschauen.</p>
<p>Und ich habe noch nie verstanden, warum man immer nur das eine tun oder der andere sein darf. Ich glaube an die Weihnachtsgeschichte und lese meinen Jungs die Tolkien-Erzählungen vom Weihnachtsmann am Nordpol vor. Außerdem wünschen sie sich Holzschwerter, die sie bekommen. Ich hoffe doch schwer, dass da kein Widerspruch ist. Zumindest sehen die Jungs keinen darin – und die sind drei und sechs Jahre alt, aktuell Wikinger und müssen es also wissen.</p>
<p>Ich mag an Weihnachten Familie. Also, an Weihnachten mag ich sie besonders. Ich denke so gerne zurück, als ich ein kleines Kind war und pünktlich zur Ananas-Bowle meine 4 Großeltern, Tante Gerda und Onkel Wenzel und selbst mein nur 8 Jahre älterer Onkel Roland samt Monika auftauchten. An Weihnachten ließen sich selbst die beiden Opas in Ruhe, obwohl Sudetendeutscher und Tscheche. Zu fortgeschrittener Stunde sorgten Peter Alexander und Karel Gott für den kleinsten gemeinsamen Nenner. Der reichte an diesem Abend.</p>
<p>Als meine Mama gestorben war und an Weihnachten danach meine Schwester und ich, beide schon erwachsen, nicht so recht wussten, wie wir die Festtage überstehen sollten, haben wir einen Tag lang auf dem alten VHS-Recorder Videos angeschaut: Der kleine Lord, Sissy 1 bis 3, Das Leben ist schön und Drei Nüsse für Aschenbrödel. Seitdem liebe ich diese Filme. Und selten war ich meiner Schwester und wir beide unserer Mutter so nahe. Weihnachten kann seltsam sein. Auch deshalb mag ich es.</p>
<p>Ich mag Weihnachten und seinen Kitsch. Je mehr Lichter, desto besser. Schon als Kind hatte ich viele Stunden damit verbracht, auf die (Elektro-)Kerzen unseres Weihnachtsbaumes zu starren, die Augen zusammen zu zwicken und durch die schmalen Schlitze den Kerzenschein in die Form von Sternen zu beugen. Ich tue das heute noch.</p>
<p>Ich mag Weihnachten und seinen Konsum. Das Christkind besorgt meinen Jungs die ganz große Lego Eisenbahn &amp; und ich belästige sie nicht damit, dass wir uns früher schon über einen Apfel gefreut haben. Erstens stimmt das nicht, weil die Apfel-Geschichte meinen Eltern gehört, und zweitens bekommen meine Kinder jeden Tag einen Apfel, wenn sie wollen.</p>
<p>Ich mag Weihnachten wegen Plätzchen, Glühwein, Weihnachtsbäumen, Christkindlmärkten und den sentimentalen Erinnerungen. Und ich freue mich über jede Karte und jede eMail, die in der Woche vor Weihnachten selbst die abgefeimtesten Weihnachtskritiker mir mit den besten Wünschen schicken. Man muss nicht alles hinterfragen und auf seine Glaubwürdigkeit prüfen.</p>
<p>Ich wünsche Euch allen, dass Ihr auch Weihnachten mögt.<br />
Ein gesegnetes Fest.<br />
Bernhard</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://der-kleine-krebs.de/weihnachtsbrief-2010/">Weihnachtsbrief 2010</a> erschien zuerst auf <a href="https://der-kleine-krebs.de">Der kleine Krebs Verlag</a>.</p>
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