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	<title>Tagung Archive - Der kleine Krebs Verlag</title>
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	<description>Geschichten. Einzeln, in Büchern und als Werbemittel.</description>
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	<title>Tagung Archive - Der kleine Krebs Verlag</title>
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		<title>Floskeln im Meeting – gebt mir mehr!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Feb 2018 15:34:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BUSINESSgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Floskeln]]></category>
		<category><![CDATA[Manager]]></category>
		<category><![CDATA[Meeting]]></category>
		<category><![CDATA[Tagung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer an einem Meeting, das früher „Besprechung“ hieß, teilnimmt, weiß: Nirgendwo wird Zeit in solchen Maßen vergeudet wie bei solchen Gelegenheiten. Nicht nur, dass jeder frei nach Karl Valentins „Es ist schon alles gesagt! Nur noch nicht von allen!“ etwas sagen will – auch die Diskrepanz zwischen Gesagtem und Gemeintem&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer an einem Meeting, das früher „Besprechung“ hieß, teilnimmt, weiß: Nirgendwo wird Zeit in solchen Maßen vergeudet wie bei solchen Gelegenheiten. Nicht nur, dass jeder frei nach Karl Valentins „Es ist schon alles gesagt! Nur noch nicht von allen!“ etwas sagen will – auch die Diskrepanz zwischen Gesagtem und Gemeintem ist kaum höher als in einem Meeting.</p>
<p>Meeting heißt immer auch: Wir haben reichlich Zeit und Platz für Allgemeinplätze und Floskeln. Was sie auf dem „doppelten Boden“ der Kommunikation bedeuten, ist dabei immer spannender als der meist inhaltslose Satz selbst. Sehen wir uns dazu einfach ein paar Beispiele an.</p>
<p><em><strong>Es gibt keine Probleme, sondern nur Herausforderungen.</strong><br />
</em>Auswuchs des verzweifelten Mühens, mit positiven Formulierungen Negatives oder Schwieriges einfach schön zu reden. Dieser Ausruf der „Tschacka-Tschacka-Wir-schaffen-das“-Mentalität macht vor allem den Zweiflern in der Runde ein schlechtes Gewissen. Ein Problem bleibt die Herausforderung trotzdem.</p>
<p><strong><em>Ich habe das jetzt mitgenommen.<br />
</em></strong>Beruhigt alle, dass das Meeting erfolgreich und nicht völlig überflüssig war. Stimmt meistens aber nicht.</p>
<p><em><strong>Fassen wir zusammen.<br />
</strong></em>… und zwar nur das, was mir wichtig erscheint und was ich bei der Verfolgung meiner eigenen Ziele benötige. Dieser Satz ist das mündliche Pendant zum Schreiber an der Flip-Chart, der mit der individuellen Zusammenfassung vor allem eines tut: Er manipuliert.</p>
<p><em><strong>Für uns ändert sich erstmal überhaupt nichts.<br />
</strong></em>Der Satz signalisiert allen Teilnehmern des Meetings WARNSTUFE 1!!!! Natürlich ändert sich bald etwas. Und in der Regel nicht zum Guten.</p>
<p><em><strong>To be discussed.<br />
</strong></em>Nichts anderes als der Versuch des Schwätzers in der Runde, ohne jeglichen Kompetenznachweis das Ruder des Meetings an sich zu reißen bzw. zumindest allen Anwesenden das Gefühl zu geben, dass er es drauf hat. Findet man vorzugsweise bei Agenturchefs &#8211; und funktioniert seltsamerweise.</p>
<p><em><strong>In diesem Meeting wollen wir zu einer finalen Entscheidung kommen.<br />
</strong></em>Eigentlich setzen wir uns nur zusammen, weil wir alle zusammen sehr genau wissen, dass „final“ und „Entscheidung“ eigentlich nichts in einem Meeting zu suchen haben. Heute nicht, morgen nicht und übermorgen auch nur vielleicht.</p>
<p><em><strong>Bitte korrigieren Sie mich!<br />
</strong></em>Aber wehe, Sie tun das wirklich. Ebenso sollten Sie niemals ehrlich sein, wenn Sie dazu aufgefordert werden.</p>
<p><em><strong>Das ist eine typische Win-Win-Situation.<br />
</strong></em>In solchen Situationen gibt es immer einen Gewinner. Und einen Verlierer, dem vorgegaukelt werden soll, dass er vom Deal auch etwas hat. Zumindest hat er ein gutes Gefühl.</p>
<p><em><strong>So what? What ever!<br />
</strong></em>Wird vor allem vom Ranghöchsten am Meeting-Tisch verwendet. Diese abschätzige Lieblingsfloskel aller Chefs signalisiert vor allem: „Im Gegensatz zu Euch habe ich Ahnung und weiß Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden!“</p>
<p><em><strong>Wir werden die Synergien nutzen.<br />
</strong></em>Sobald uns einer endlich mal sagt, wo sie denn eigentlich sind. Überhaupt sind die „Synergien“ ebenso wie „das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ eines der größten Geheimnisse jeglicher Unternehmenskultur: Für jeden einleuchtend und augenscheinlich nachvollziehbar, fehlt den angeblichen Vorteilen (gerne auch als Mehrwert bezeichnet) in den allermeisten Fällen jegliche bezifferbare Grundlage.</p>
<p><em><strong>Vielen Dank an das gesamte Team!<br />
</strong></em>Na klar, glauben wir sofort. Und wir finden es ganz toll, dass derjenige, der dies sagt, an sein Team denkt &amp; damit unterstreichen will, dass sein Erfolg auch der Erfolg des Teams ist. Zum Glück muss man ja nicht alles wörtlich nehmen.</p>
<p><em><strong>Wir müssen die Aufgabe proaktiv und lösungsorientiert angehen.<br />
</strong></em>Die Frage ist nur: Wer fängt damit an? Und wer kehrt die alten Probleme schnell unter den Tisch?</p>
<p><em><strong>Wir sollten den vorgegebenen Zeithorizont beachten.<br />
</strong></em>Wer dies sagt, wird endlich mal konkret. Denn er will einfach nur wissen, wie lange er den Job vor sich her schieben kann, bis es richtig eng wird.</p>
<p><em><strong>Noch nicht entscheidungsreif. // Wir müssen erst unsere Hausaufgaben machen. // Wir benötigen noch mehr Informationen. // Wir brauchen eine Evaluation!<br />
</strong></em>Sehr viele Floskeln, die alle das EINE meinen: Wir haben noch nichts geschafft und brauchen ein weiteres Meeting. Und dann noch eins und noch eins….</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<title>Ich bin stark! So stark!</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/ich-bin-stark-so-stark/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Feb 2017 10:43:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BUSINESSgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Chef]]></category>
		<category><![CDATA[Präsentation]]></category>
		<category><![CDATA[Tagung]]></category>
		<category><![CDATA[Vortrag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Laut diversen Statistiken mögen die allermeisten Menschen nicht vor Publikum sprechen. Sie haben sogar eine Heidenangst davor. Erst kürzlich habe ich erlebt, wie ein ansonsten großmäuliger Abteilungsleiter sich klein und zittrig durch einen Vortrag stotterte Abgesehen davon gehöre ich auch zu den allermeisten Menschen und bin sehr froh über das&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Laut diversen Statistiken mögen die allermeisten Menschen nicht vor Publikum sprechen. Sie haben sogar eine Heidenangst davor. Erst kürzlich habe ich erlebt, wie ein ansonsten großmäuliger Abteilungsleiter sich klein und zittrig durch einen Vortrag stotterte</p>
<p>Abgesehen davon gehöre ich auch zu den allermeisten Menschen und bin sehr froh über das Programm des 33. Deutschen Assistentinnen- und Sekretärinnen-Tages, auf dem Auftritt, Rhetorik und Argumentation zu den Kernthemen gehören. Gut so. Eigentlich.</p>
<p>Mein Chef nämlich hat das Programm auch gelesen, gelächelt und großmütig gemeint: „Das ist ja prima, da können Sie als Übung vorab schon mal morgen beim AL-Meeting eine kleine Präsentation zu unserer geplanten Umorganisation der internen Kommunikation halten. Sie wissen ja ungefähr, was ich denke und will.“</p>
<p>Weiß ich das?????????????<br />
Meinen entgeisterten Gesichtsausdruck kommentierte mein Chef nur: „Das schaffen Sie schon. Halten Sie sich kurz und vergessen Sie den Humor nicht, dann wird das was.“</p>
<p>Was wird dann was???????<br />
Dann war mein Chef weg – und ich alleine. Erst noch im Büro, dann zuhause am PC. Auf der Heimfahrt war sie plötzlich da gewesen: die Idee. Für eine Präsentation! Originell und anregend am Anfang, erheiternd und überraschend im Mittelteil, der dramaturgisch ungewöhnlich, aber spannend in die Schlusspointe einmündete, die man nur noch als Sensation bezeichnen konnte.</p>
<p>Dann war sie weg, die Idee. Und kam nicht wieder. Trotz intensiver Bemühungen. Alle Versuche, den Geniestreich meines Lebens wieder in die Gehirnrinde zu locken, scheiterten. Ein paar Schritte durch das Wohnzimmer halfen ebenso wenig wie der ausgedehnte Spaziergang um den Block. Zweck- und wirkungslos waren auch die fünf Meditationsübungen der Tibeter und eine eilig durchgeführte Bachblütentherapie.</p>
<p>Und der Nachbarsjunge, der an der Haustür seine Freundin knutschte, hat nicht schlecht gestaunt, als ich um 2 Uhr morgens den Müll zur Tonne brachte, weil ich mal gelesen hatte, dass man in solchen Situationen Ballast auch ganz real entfernen solle. Der Müllmann wiederum bestätigte mir drei Stunden später auf Nachfrage, dass ich trotz Schlafmantel durchaus eine Person sei, die Stärke und Kompetenz ausstrahle.</p>
<p>Ich gebe zu: Mit ruiniertem Nervenkostüm wollte ich am Morgen meinen Chef darum bitten, mir die notdürftig zusammen geschusterte Präsentation zu erlassen. Als ich gerade den Mund aufmachte, fuhr er jedoch dazwischen: „Stornieren Sie bitte heute alle Termine. Ich muss unerwartet vor dem Aufsichtsrat eine Präsentation halten.“</p>
<p>Sagte ich schon, dass mein Chef auch zu den eingangs erwähnten, allermeisten Menschen gehört? Doch jetzt habe ich tiefstes Verständnis für ihn …. und auch ein ganz klein wenig Mitleid.</p>
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		<title>Und mein Chef lächelt.</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/und-mein-chef-laechelt-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Feb 2017 10:41:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BUSINESSgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Chef]]></category>
		<category><![CDATA[Sekretärin]]></category>
		<category><![CDATA[Tagung]]></category>
		<category><![CDATA[Workshop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Eine Telefonanlage ist, liebe Frau Schmidt, für mich wie die Gedanken einer Frau. Ich werde sie niemals verstehen.“ Das ist einer der Lieblingswitze meines Chefs. Er macht ihn immer dann, nachdem er mich lauthals in sein Büro gesprengt hat, damit ich das Telefonat eines Geschäftspartners übernehme – um für ihn&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>„Eine Telefonanlage ist, liebe Frau Schmidt, für mich wie die Gedanken einer Frau. Ich werde sie niemals verstehen.“ Das ist einer der Lieblingswitze meines Chefs.</p>
<p>Er macht ihn immer dann, nachdem er mich lauthals in sein Büro gesprengt hat, damit ich das Telefonat eines Geschäftspartners übernehme – um für ihn ein Business-Diner zu vereinbaren. Mein Chef macht diesen Witz mindestens zweimal täglich. Denn er weiß bis heute nicht, wie man intern verbindet. Und er lächelt dabei.</p>
<p>Seitdem ich bei einer Fortbildung eine Menge über Managementaufgaben und aktive Organisationsunterstützung der Geschäftsführung erfahren habe, hat mein Chef seine Selbstständigkeit endgültig aufgegeben. Den beruflichen Erinnerungsspeicher hat er fast vollständig, dafür nachhaltig gelöscht.</p>
<p>Lächelnd fragt er mich nach dem wichtigen Ordner mit Geschäftsvorgang P, nach seinem verlegten Smart-Phone, nach der Powerpoint-Präsentation des Vormittags, dreißig Mal am Tag nach der Uhrzeit und nach den Namen der Leute, mit denen er gerade ein Meeting hatte.</p>
<p>Dass er mit unserem E-Mail-System aufgrund der von mir akribisch gepflegten Kontakt-Datenbank jede Adresse mit einem Klick in seine E-Mail einfügen kann – diesem Wissen verweigert er sich konsequent. „Ach, liebe Frau Schmidt, Internet und so, das ist nichts für mich.“</p>
<p>Wer Mutter ist, kennt das von seinem Kind: „Ich stelle mich etwas unbeholfen an, da hilft die Mama schon.“ Wenig später kommt das erste Adoptivkind, der eigene Mann. Schließlich folgt der Chef. Genau so habe ich jenem meine Misere erklärt, nachdem er besorgt gemeint hatte, ich sehe abgearbeitet aus. Er hat mir, Aufmerksamkeit heuchelnd, zugehört. Und er hat gelächelt.</p>
<p>Andererseits: Was passiert denn, wenn mein Chef ins tägliche Geschäft eingreift? Wenn er mir helfen, sprich mich strategisch unterstützen will? Kürzlich hat er nicht nur versucht, eigenständig auf unserem Drucker-Multifunktionsgerät eine Kopie zu machen – er hat auch ohne Rücksprache die Meldung „Papierstau“ zum Anlass genommen, die Maschine bis ins letzte Einzelteil zu zerlegen.</p>
<p>Die Schnellreinigung für das von der Druckertrommel verschmutze Sakko habe ich dann organisiert, ebenso wie den technischen Notdienst, der mich nur kopfschüttelnd mit den gemurmelten Worten „Typisch Frau“ fixierte. Mein Chef lächelte zustimmend.</p>
<p>Seit vergangener Worte weiß mein Chef auch, was Z:// bedeutet. Ganz begeistert stürmte er in mein Büro und berichtete von seiner Entdeckung: den zentralen Ablageordner auf unserem internen Server. Hier hatte ich alle Dateien für unseren Geschäftsbereich wohl überlegt und systematisch organisiert.</p>
<p>Sein „Ich habe das mal besser strukturiert, Frau Schmidt“ trieb mich in Bruchteilen einer Sekunde auf Z://, wo ich schnell feststellte: Viel Chaos, aber eine Rettung ist noch möglich. Das Excel-Sheet mit den Projekt- und Kostenplanungen der nächsten drei Monate war allerdings hinüber. „Frau Schmidt, ich habe doch nur ein paar Zellen gelöscht, die mir unwichtig erschienen. Nein, ich weiß nicht mehr, welche. Und was sind Zell-Verknüpfungen?“</p>
<p>Meine eindringliche Bitte, seine Hände von Z:// zu lassen, quittierte er mit einem gnädigen „Na, wenn Sie unbedingt wollen.“</p>
<p><strong>Und mein Chef lächelt.</strong> Dank mir.</p>
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		<title>Im Workshop, da schwimm&#8216; ich</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/im-workshop-da-schwimm-ich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Feb 2017 10:38:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BUSINESSgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Tagung]]></category>
		<category><![CDATA[Workshop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich bin kein Maler, verstehe wenig von Bildhauerei und Film interessiert mich nur in Maßen. Ich bin nicht kreativ, niemals innovativ und Ideen habe ich auch keine. Literatur ist mir jenseits der Börsennachrichten und Sportberichterstattung ein Graus – was Metapher, Allegorie, Motive, Topos oder Symbolik bedeuten: Ich kapiere sie nicht!&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://der-kleine-krebs.de/im-workshop-da-schwimm-ich/">Im Workshop, da schwimm&#8216; ich</a> erschien zuerst auf <a href="https://der-kleine-krebs.de">Der kleine Krebs Verlag</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin kein Maler, verstehe wenig von Bildhauerei und Film interessiert mich nur in Maßen. Ich bin nicht kreativ, niemals innovativ und Ideen habe ich auch keine. Literatur ist mir jenseits der Börsennachrichten und Sportberichterstattung ein Graus – was Metapher, Allegorie, Motive, Topos oder Symbolik bedeuten: Ich kapiere sie nicht!</p>
<p>All das verbindet sich zu einem Gemenge der Ignoranz, das meinem – zugegeben – eingeschränkten Dasein lange Zeit eine durchaus annehmbare Lebensqualität mit regelmäßigem Sex gab. Sollte der letzte Zusammenhang nicht sofort nachvollziehbar sein: Einfach einen Frauenversteher fragen, wie er sich als „guter Freund“ fühlt.</p>
<p>Ich bin einer, der auf die drängende Frage des Motivationskünstlers „Wollen Sie Erfolg?“ mit einem lapidaren „Nö“ antwortet und sich bei den „sicheren“ Empfehlungen seines persönlichen Bankberaters zu unweigerlichem Reichtum bloß fragt: Warum liegt mein Bankberater eigentlich nicht in einer Hängematte auf Barbados?</p>
<p>Und dennoch habe ich heute ein Haus gebaut, bin gegen den Strom geschwommen und habe eine Brücke überquert, habe ein zartes Pflänzlein gegossen und in einem Orchester als zweite Geige mitgewirkt. Ich bin nicht gerne eine Geige.</p>
<p>Damit aber nicht genug meiner Tagesleistung: Ich habe in einem Koch-Team ein 5-Gänge-Menü kreiert, diverse Netze gewebt – und die Finger an all meinen Händen mit den Prinzipien eines ganzheitlichen Lebens versehen. Mein Daumen hat jetzt einen Namen, der Mittelfinger auch.</p>
<p>Genau. Ich hatte heute einen Workshop. Beziehungsweise hatte er mich. Und zwar in der Symbolfalle, die alles und jeden anschaulich machen soll.</p>
<p>Generell habe ich ja nichts gegen Arbeitssitzungen. Und ich muss der heutigen Veranstaltung der Fairness halber auch bescheinigen, dass sie ein vernünftiges Ergebnis zustande brachte. Selbst der teuer verpflichtete Workshop-Leiter schien am Spätnachmittag im Verlauf einer hitzigen Diskussion durchaus Sachverstand zu zeigen.</p>
<p>Aber: Warum tat er es nicht früher?</p>
<p>Stattdessen packte er umständlich seinen Moderatoren-Koffer aus, quälte erwachsene Menschen mit frühkindlichen Frage-Antwort-Spielen, praktizierte das „Ommmm“ der gelben Karteikarten und roten Klebepunkte – und ließ uns mit Tüchern und Bällen das Teampotential spielend ermitteln. Ja, ich gebe es zu: Als die Kasperl-Figur des studierten Moderator-Sozialpädagogen mein Schauspieltalent wecken wollte, bewies ich ihm, dass der Räuber Hotzenplotz nicht immer der Verlierer sein muss.</p>
<p>Spätestens zu diesem Zeitpunkt fiel das Urteil vernichtend auf mich hernieder: Mein Haus ist auf Sand gebaut, vor dem Ufer saufe ich ab und mein Pflänzlein krepiert elendig.</p>
<p>Ich habe es nicht kapiert.</p>
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		<item>
		<title>Warum ich eine geborene Führungspersönlichkeit bin</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/warum-ich-eine-geborene-fuehrungspersoenlichkeit-bin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Feb 2017 09:13:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BUSINESSgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Führungskraft]]></category>
		<category><![CDATA[Präsentation]]></category>
		<category><![CDATA[Tagung]]></category>
		<category><![CDATA[Vortrag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Schlafen Sie einfach mal eine Nacht drüber, dann geht Ihnen die Präsentation ganz locker von der Hand.“ Das hat der Coach vor wenigen Stunden zu mir gesagt. Sie müssen wissen: Mein Chef hat mich auf Mitarbeiterführungs-Seminar geschickt. Und deshalb muss ich bis morgen eine Präsentation zum Thema ausarbeiten: „Warum ich&#46;&#46;&#46;</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Schlafen Sie einfach mal eine Nacht drüber, dann geht Ihnen die Präsentation ganz locker von der Hand.“ Das hat der Coach vor wenigen Stunden zu mir gesagt. Sie müssen wissen: Mein Chef hat mich auf Mitarbeiterführungs-Seminar geschickt. Und deshalb muss ich bis morgen eine Präsentation zum Thema ausarbeiten: „Warum ich eine geborene Führungspersönlichkeit bin.“</p>
<p>Der Clou dabei: Die Präsentation soll witzig sein. So will es der Coach.</p>
<p>„Warum ich eine geborene Führungspersönlichkeit bin“. Witzig dargeboten. Journalisten nennen das wohl „Glosse“. Dazu dröhnen in meinem Kleinhirn die in Stein gemeißelten Präsentations-Gesetze: Fasse Dich kurz!</p>
<p>Komm endlich zum Punkt! Einen Moment, gleich passiert es. In einer Präsentation haben Ausschweifungen keinen Platz! Das weiß doch jeder, oder? Wer klar schreibt, der denkt auch klar! Alles klar?</p>
<p>Gestern noch, kurz vor dem Einschlafen, als die Inspiration den Frottee-Schlafanzug übergestreift und die Kreativität das aufreizende Abendkleid abgelegt hatte, war sie da: die Idee! Es war kein primitiver Gedanke, es war eine Erscheinung!</p>
<p>Eine Präsentation, die nur einmal in den mir absolut unergründlichen Gehirnwindungen geboren wird. Eine Idee, die den Ruhm (und den Rum) über mehrere Generationen sichert; eine Idee also, die den angestrebten Ruhe-Rum-Ruhm-Platz in der Rente schon heute rechtens sein lässt: Originell und anregend am Anfang, erheiternd und überraschend im Mittelteil, der wiederum dramaturgisch ungewöhnlich, aber spannend einmündet in die Schlusspointe, die man nur noch als Sensation bezeichnen kann.</p>
<p>Jetzt ist sie weg, die Idee. Und kommt nicht wieder. Trotz intensiver Bemühungen. Alle Versuche, den Geniestreich meines Lebens wieder in die Gehirnrinde zu locken, scheitern. Ein paar Schritte durchs Hotelzimmer helfen wenig. Ebenso zwecklos sind die fünf Meditationsübungen der Tibeter und eine eilig durchgeführte Bachblütentherapie.<br />
Ich habe sogar den Zimmerservice damit überrascht, dass ich den Müll zur Tonne gebracht habe, weil der in größter Verzweiflung konsultierte, sehr teure und sehr virtuelle Motivationspsychologe empfohlen hatte, hinderlichen Ballast auch ganz real zu entfernen.</p>
<p>„Warum ich eine geborene Führungspersönlichkeit bin“. Langsam wird das Zeitfenster eng. Schnell noch ein kleines Bierchen. Die nette Dame unten an der Hotel-Bar hat mir auf Nachfrage sofort bestätigt, dass ich schon aus fünf Metern Entfernung den Eindruck einer absolut souveränen Führungspersönlichkeit mache.</p>
<p>Leider wollte die Dame nicht als meine Muse mit aufs Zimmer kommen. Ich kenne das. Als geborene Führungspersönlichkeit ist man oft einsam. Die Mini-Bar ist gerade mein bester Freund. Was hat der Coach gleich noch gesagt? „Schlafen Sie einfach mal eine Nacht drüber, dann geht Ihnen die Präsentation ganz locker von der Hand.“<br />
Keine schlechte Idee. Ich mache die Präsentation gleich morgen nach dem Frühstück.</p>
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