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	<title>Chef Archive - Der kleine Krebs Verlag</title>
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	<description>Geschichten. Einzeln, in Büchern und als Werbemittel.</description>
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	<title>Chef Archive - Der kleine Krebs Verlag</title>
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		<title>Und mein Chef lächelt.</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/und-mein-chef-laechelt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Feb 2018 16:53:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BUSINESSgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Büro]]></category>
		<category><![CDATA[Chef]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Eine Telefonanlage ist, liebe Frau Schmidt, für mich wie die Gedanken einer Frau. Ich werde sie niemals verstehen.“ Das ist einer der Lieblingswitze meines Chefs. Er macht ihn immer dann, nachdem er mich lauthals in sein Büro gesprengt hat, damit ich das Telefonat eines Geschäftspartners übernehme – um für ihn&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://der-kleine-krebs.de/und-mein-chef-laechelt/">Und mein Chef lächelt.</a> erschien zuerst auf <a href="https://der-kleine-krebs.de">Der kleine Krebs Verlag</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>„Eine Telefonanlage ist, liebe Frau Schmidt, für mich wie die Gedanken einer Frau. Ich werde sie niemals verstehen.“ Das ist einer der Lieblingswitze meines Chefs.</p>
<p>Er macht ihn immer dann, nachdem er mich lauthals in sein Büro gesprengt hat, damit ich das Telefonat eines Geschäftspartners übernehme – um für ihn ein Business-Diner zu vereinbaren. Mein Chef macht diesen Witz mindestens zweimal täglich. Denn er weiß bis heute nicht, wie man intern verbindet. Und er lächelt dabei.</p>
<p>Seitdem ich bei einer Fortbildung eine Menge über Managementaufgaben und aktive Organisationsunterstützung der Geschäftsführung erfahren habe, hat mein Chef seine Selbstständigkeit endgültig aufgegeben. Den beruflichen Erinnerungsspeicher hat er fast vollständig, dafür nachhaltig gelöscht.</p>
<p>Lächelnd fragt er mich nach dem wichtigen Ordner mit Geschäftsvorgang P, nach seinem verlegten Smart-Phone, nach der Powerpoint-Präsentation des Vormittags, dreißig Mal am Tag nach der Uhrzeit und nach den Namen der Leute, mit denen er gerade ein Meeting hatte.</p>
<p>Dass er mit unserem E-Mail-System aufgrund der von mir akribisch gepflegten Kontakt-Datenbank jede Adresse mit einem Klick in seine E-Mail einfügen kann – diesem Wissen verweigert er sich konsequent. „Ach, liebe Frau Schmidt, Internet und so, das ist nichts für mich.“</p>
<p>Wer Mutter ist, kennt das von seinem Kind: „Ich stelle mich etwas unbeholfen an, da hilft die Mama schon.“ Wenig später kommt das erste Adoptivkind, der eigene Mann. Schließlich folgt der Chef. Genau so habe ich jenem meine Misere erklärt, nachdem er besorgt gemeint hatte, ich sehe abgearbeitet aus. Er hat mir, Aufmerksamkeit heuchelnd, zugehört. Und er hat gelächelt.</p>
<p>Andererseits: Was passiert denn, wenn mein Chef ins tägliche Geschäft eingreift? Wenn er mir helfen, sprich mich strategisch unterstützen will? Kürzlich hat er nicht nur versucht, eigenständig auf unserem Drucker-Multifunktionsgerät eine Kopie zu machen – er hat auch ohne Rücksprache die Meldung „Papierstau“ zum Anlass genommen, die Maschine bis ins letzte Einzelteil zu zerlegen.</p>
<p>Die Schnellreinigung für das von der Druckertrommel verschmutze Sakko habe ich dann organisiert, ebenso wie den technischen Notdienst, der mich nur kopfschüttelnd mit den gemurmelten Worten „Typisch Frau“ fixierte. Mein Chef lächelte zustimmend.</p>
<p>Seit vergangener Worte weiß mein Chef auch, was Z:// bedeutet. Ganz begeistert stürmte er in mein Büro und berichtete von seiner Entdeckung: den zentralen Ablageordner auf unserem internen Server. Hier hatte ich alle Dateien für unseren Geschäftsbereich wohl überlegt und systematisch organisiert.</p>
<p>Sein „Ich habe das mal besser strukturiert, Frau Schmidt“ trieb mich in Bruchteilen einer Sekunde auf Z://, wo ich schnell feststellte: Viel Chaos, aber eine Rettung ist noch möglich. Das Excel-Sheet mit den Projekt- und Kostenplanungen der nächsten drei Monate war allerdings hinüber. „Frau Schmidt, ich habe doch nur ein paar Zellen gelöscht, die mir unwichtig erschienen. Nein, ich weiß nicht mehr, welche. Und was sind Zell-Verknüpfungen?“</p>
<p>Meine eindringliche Bitte, seine Hände von Z:// zu lassen, quittierte er mit einem gnädigen „Na, wenn Sie unbedingt wollen.“</p>
<p><strong>Und mein Chef lächelt.</strong> Dank mir.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<title>Meine Sekretärin und ich</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/meine-sekretaerin-und-ich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Feb 2017 10:47:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BUSINESSgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Chef]]></category>
		<category><![CDATA[Mitarbeiterin]]></category>
		<category><![CDATA[Sekretärin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Meine wichtigste Mitarbeiterin hat mich heute allein gelassen. Sie nimmt an einem Workshop teil; eine angeblich wichtige Informationsveranstaltung inklusive Austausch unter Kolleginnen, nennt sie es. Ich aber sage dazu: Gipfeltreffen mit dem einzigen Ziel, die eigene Macht in Deutschlands Unternehmen zu festigen. Aber der Reihe nach: Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://der-kleine-krebs.de/meine-sekretaerin-und-ich/">Meine Sekretärin und ich</a> erschien zuerst auf <a href="https://der-kleine-krebs.de">Der kleine Krebs Verlag</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Meine wichtigste Mitarbeiterin hat mich heute allein gelassen. Sie nimmt an einem Workshop teil; eine angeblich wichtige Informationsveranstaltung inklusive Austausch unter Kolleginnen, nennt sie es. Ich aber sage dazu: Gipfeltreffen mit dem einzigen Ziel, die eigene Macht in Deutschlands Unternehmen zu festigen.</p>
<p>Aber der Reihe nach: Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, durchaus beträchtlich an der Zahl, nennen mich Chef. Ich habe sie nicht dazu gezwungen, sie kamen von selbst darauf – und ich interpretiere dies als Ergebnis der ehrlich-erdigen Unternehmenskultur, für die ich mich einsetze.</p>
<p>Auch meine Sekretärin, ihres Zeichens und neuhochdeutsch Assistentin der Geschäftsführung, nennt mich Chef. Sie tut dies aber in einem Ton, der es unterschwellig, aber umso wirkungsvoller vermeidet, bei mir ein Gefühl der Sicherheit zu hinterlassen. Im Gegenteil: Sind wir beide alleine, klingt das „Chef“ dem „Kleiner“ einer fürsorglichen Mutter täuschend ähnlich, die den Schmerz ihres Sohnes nicht wirklich ernst nimmt.</p>
<p>In Anwesenheit anderer Mitarbeiter klingt das „Chef“ jedoch anders. Macht signalisierend. Dominanter. Respekt fordernd und bedingungslose Ergebenheit fordernd. Nein, nicht für mich, den Chef – sondern für die Chefin des Chefs. Meine Sekretärin.</p>
<p>Bei analytischer und uneitler Betrachtungsweise muss ich zugeben: Meine Sekretärin ist ein Profi und sie hat es verdient, von den Mitarbeitern heimlich als „die Chefin“ bezeichnet zu werden. Unmerklich schnitt sie mich von der Außenwelt ab: Kein Mensch dringt heute ohne ihre Erlaubnis in mein Büro, mein Terminkalender wird chronologisch gefüllt nach ihren persönlichen Vorlieben.</p>
<p>Meine Sekretärin nimmt mir jede Arbeit und Belastung ab. Kein Hochzeitstag, den ich vergesse, und bei der Unterschrift unter Dokumenten vertraue ich ihrer Empfehlung statt mühsamer Eigen-Lektüre. Dank stets gefülltem Kuchen- und Schokoladenteller haben mich 30 Kilogramm Übergewicht etwas träge gemacht, den wenig schmeichelnden Blick in den Spiegel relativiert meine Sekretärin allerdings erfolgreich mit dem täglichen Kompliment.</p>
<p>Ich weiß: Ich bin ein moderner Kaiser von China – ausgestattet mit den Insignien der Macht. Aber auch nicht mehr.</p>
<p>…..</p>
<p>Egal.</p>
<p>…..</p>
<p>Wann kommt endlich meine wichtigste Mitarbeiterin wieder vom Work-Shop? Ich vermisse sie so sehr.</p>
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		<title>Ich bin stark! So stark!</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/ich-bin-stark-so-stark/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Feb 2017 10:43:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BUSINESSgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Chef]]></category>
		<category><![CDATA[Präsentation]]></category>
		<category><![CDATA[Tagung]]></category>
		<category><![CDATA[Vortrag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Laut diversen Statistiken mögen die allermeisten Menschen nicht vor Publikum sprechen. Sie haben sogar eine Heidenangst davor. Erst kürzlich habe ich erlebt, wie ein ansonsten großmäuliger Abteilungsleiter sich klein und zittrig durch einen Vortrag stotterte Abgesehen davon gehöre ich auch zu den allermeisten Menschen und bin sehr froh über das&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://der-kleine-krebs.de/ich-bin-stark-so-stark/">Ich bin stark! So stark!</a> erschien zuerst auf <a href="https://der-kleine-krebs.de">Der kleine Krebs Verlag</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Laut diversen Statistiken mögen die allermeisten Menschen nicht vor Publikum sprechen. Sie haben sogar eine Heidenangst davor. Erst kürzlich habe ich erlebt, wie ein ansonsten großmäuliger Abteilungsleiter sich klein und zittrig durch einen Vortrag stotterte</p>
<p>Abgesehen davon gehöre ich auch zu den allermeisten Menschen und bin sehr froh über das Programm des 33. Deutschen Assistentinnen- und Sekretärinnen-Tages, auf dem Auftritt, Rhetorik und Argumentation zu den Kernthemen gehören. Gut so. Eigentlich.</p>
<p>Mein Chef nämlich hat das Programm auch gelesen, gelächelt und großmütig gemeint: „Das ist ja prima, da können Sie als Übung vorab schon mal morgen beim AL-Meeting eine kleine Präsentation zu unserer geplanten Umorganisation der internen Kommunikation halten. Sie wissen ja ungefähr, was ich denke und will.“</p>
<p>Weiß ich das?????????????<br />
Meinen entgeisterten Gesichtsausdruck kommentierte mein Chef nur: „Das schaffen Sie schon. Halten Sie sich kurz und vergessen Sie den Humor nicht, dann wird das was.“</p>
<p>Was wird dann was???????<br />
Dann war mein Chef weg – und ich alleine. Erst noch im Büro, dann zuhause am PC. Auf der Heimfahrt war sie plötzlich da gewesen: die Idee. Für eine Präsentation! Originell und anregend am Anfang, erheiternd und überraschend im Mittelteil, der dramaturgisch ungewöhnlich, aber spannend in die Schlusspointe einmündete, die man nur noch als Sensation bezeichnen konnte.</p>
<p>Dann war sie weg, die Idee. Und kam nicht wieder. Trotz intensiver Bemühungen. Alle Versuche, den Geniestreich meines Lebens wieder in die Gehirnrinde zu locken, scheiterten. Ein paar Schritte durch das Wohnzimmer halfen ebenso wenig wie der ausgedehnte Spaziergang um den Block. Zweck- und wirkungslos waren auch die fünf Meditationsübungen der Tibeter und eine eilig durchgeführte Bachblütentherapie.</p>
<p>Und der Nachbarsjunge, der an der Haustür seine Freundin knutschte, hat nicht schlecht gestaunt, als ich um 2 Uhr morgens den Müll zur Tonne brachte, weil ich mal gelesen hatte, dass man in solchen Situationen Ballast auch ganz real entfernen solle. Der Müllmann wiederum bestätigte mir drei Stunden später auf Nachfrage, dass ich trotz Schlafmantel durchaus eine Person sei, die Stärke und Kompetenz ausstrahle.</p>
<p>Ich gebe zu: Mit ruiniertem Nervenkostüm wollte ich am Morgen meinen Chef darum bitten, mir die notdürftig zusammen geschusterte Präsentation zu erlassen. Als ich gerade den Mund aufmachte, fuhr er jedoch dazwischen: „Stornieren Sie bitte heute alle Termine. Ich muss unerwartet vor dem Aufsichtsrat eine Präsentation halten.“</p>
<p>Sagte ich schon, dass mein Chef auch zu den eingangs erwähnten, allermeisten Menschen gehört? Doch jetzt habe ich tiefstes Verständnis für ihn …. und auch ein ganz klein wenig Mitleid.</p>
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		<title>Und mein Chef lächelt.</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/und-mein-chef-laechelt-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Feb 2017 10:41:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BUSINESSgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Chef]]></category>
		<category><![CDATA[Sekretärin]]></category>
		<category><![CDATA[Tagung]]></category>
		<category><![CDATA[Workshop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Eine Telefonanlage ist, liebe Frau Schmidt, für mich wie die Gedanken einer Frau. Ich werde sie niemals verstehen.“ Das ist einer der Lieblingswitze meines Chefs. Er macht ihn immer dann, nachdem er mich lauthals in sein Büro gesprengt hat, damit ich das Telefonat eines Geschäftspartners übernehme – um für ihn&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://der-kleine-krebs.de/und-mein-chef-laechelt-2/">Und mein Chef lächelt.</a> erschien zuerst auf <a href="https://der-kleine-krebs.de">Der kleine Krebs Verlag</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Eine Telefonanlage ist, liebe Frau Schmidt, für mich wie die Gedanken einer Frau. Ich werde sie niemals verstehen.“ Das ist einer der Lieblingswitze meines Chefs.</p>
<p>Er macht ihn immer dann, nachdem er mich lauthals in sein Büro gesprengt hat, damit ich das Telefonat eines Geschäftspartners übernehme – um für ihn ein Business-Diner zu vereinbaren. Mein Chef macht diesen Witz mindestens zweimal täglich. Denn er weiß bis heute nicht, wie man intern verbindet. Und er lächelt dabei.</p>
<p>Seitdem ich bei einer Fortbildung eine Menge über Managementaufgaben und aktive Organisationsunterstützung der Geschäftsführung erfahren habe, hat mein Chef seine Selbstständigkeit endgültig aufgegeben. Den beruflichen Erinnerungsspeicher hat er fast vollständig, dafür nachhaltig gelöscht.</p>
<p>Lächelnd fragt er mich nach dem wichtigen Ordner mit Geschäftsvorgang P, nach seinem verlegten Smart-Phone, nach der Powerpoint-Präsentation des Vormittags, dreißig Mal am Tag nach der Uhrzeit und nach den Namen der Leute, mit denen er gerade ein Meeting hatte.</p>
<p>Dass er mit unserem E-Mail-System aufgrund der von mir akribisch gepflegten Kontakt-Datenbank jede Adresse mit einem Klick in seine E-Mail einfügen kann – diesem Wissen verweigert er sich konsequent. „Ach, liebe Frau Schmidt, Internet und so, das ist nichts für mich.“</p>
<p>Wer Mutter ist, kennt das von seinem Kind: „Ich stelle mich etwas unbeholfen an, da hilft die Mama schon.“ Wenig später kommt das erste Adoptivkind, der eigene Mann. Schließlich folgt der Chef. Genau so habe ich jenem meine Misere erklärt, nachdem er besorgt gemeint hatte, ich sehe abgearbeitet aus. Er hat mir, Aufmerksamkeit heuchelnd, zugehört. Und er hat gelächelt.</p>
<p>Andererseits: Was passiert denn, wenn mein Chef ins tägliche Geschäft eingreift? Wenn er mir helfen, sprich mich strategisch unterstützen will? Kürzlich hat er nicht nur versucht, eigenständig auf unserem Drucker-Multifunktionsgerät eine Kopie zu machen – er hat auch ohne Rücksprache die Meldung „Papierstau“ zum Anlass genommen, die Maschine bis ins letzte Einzelteil zu zerlegen.</p>
<p>Die Schnellreinigung für das von der Druckertrommel verschmutze Sakko habe ich dann organisiert, ebenso wie den technischen Notdienst, der mich nur kopfschüttelnd mit den gemurmelten Worten „Typisch Frau“ fixierte. Mein Chef lächelte zustimmend.</p>
<p>Seit vergangener Worte weiß mein Chef auch, was Z:// bedeutet. Ganz begeistert stürmte er in mein Büro und berichtete von seiner Entdeckung: den zentralen Ablageordner auf unserem internen Server. Hier hatte ich alle Dateien für unseren Geschäftsbereich wohl überlegt und systematisch organisiert.</p>
<p>Sein „Ich habe das mal besser strukturiert, Frau Schmidt“ trieb mich in Bruchteilen einer Sekunde auf Z://, wo ich schnell feststellte: Viel Chaos, aber eine Rettung ist noch möglich. Das Excel-Sheet mit den Projekt- und Kostenplanungen der nächsten drei Monate war allerdings hinüber. „Frau Schmidt, ich habe doch nur ein paar Zellen gelöscht, die mir unwichtig erschienen. Nein, ich weiß nicht mehr, welche. Und was sind Zell-Verknüpfungen?“</p>
<p>Meine eindringliche Bitte, seine Hände von Z:// zu lassen, quittierte er mit einem gnädigen „Na, wenn Sie unbedingt wollen.“</p>
<p><strong>Und mein Chef lächelt.</strong> Dank mir.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://der-kleine-krebs.de/und-mein-chef-laechelt-2/">Und mein Chef lächelt.</a> erschien zuerst auf <a href="https://der-kleine-krebs.de">Der kleine Krebs Verlag</a>.</p>
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