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	<title>Workshop Archive - Der kleine Krebs Verlag</title>
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	<description>Geschichten. Einzeln, in Büchern und als Werbemittel.</description>
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		<title>Und mein Chef lächelt.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Feb 2017 10:41:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BUSINESSgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Chef]]></category>
		<category><![CDATA[Sekretärin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Eine Telefonanlage ist, liebe Frau Schmidt, für mich wie die Gedanken einer Frau. Ich werde sie niemals verstehen.“ Das ist einer der Lieblingswitze meines Chefs. Er macht ihn immer dann, nachdem er mich lauthals in sein Büro gesprengt hat, damit ich das Telefonat eines Geschäftspartners übernehme – um für ihn&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>„Eine Telefonanlage ist, liebe Frau Schmidt, für mich wie die Gedanken einer Frau. Ich werde sie niemals verstehen.“ Das ist einer der Lieblingswitze meines Chefs.</p>
<p>Er macht ihn immer dann, nachdem er mich lauthals in sein Büro gesprengt hat, damit ich das Telefonat eines Geschäftspartners übernehme – um für ihn ein Business-Diner zu vereinbaren. Mein Chef macht diesen Witz mindestens zweimal täglich. Denn er weiß bis heute nicht, wie man intern verbindet. Und er lächelt dabei.</p>
<p>Seitdem ich bei einer Fortbildung eine Menge über Managementaufgaben und aktive Organisationsunterstützung der Geschäftsführung erfahren habe, hat mein Chef seine Selbstständigkeit endgültig aufgegeben. Den beruflichen Erinnerungsspeicher hat er fast vollständig, dafür nachhaltig gelöscht.</p>
<p>Lächelnd fragt er mich nach dem wichtigen Ordner mit Geschäftsvorgang P, nach seinem verlegten Smart-Phone, nach der Powerpoint-Präsentation des Vormittags, dreißig Mal am Tag nach der Uhrzeit und nach den Namen der Leute, mit denen er gerade ein Meeting hatte.</p>
<p>Dass er mit unserem E-Mail-System aufgrund der von mir akribisch gepflegten Kontakt-Datenbank jede Adresse mit einem Klick in seine E-Mail einfügen kann – diesem Wissen verweigert er sich konsequent. „Ach, liebe Frau Schmidt, Internet und so, das ist nichts für mich.“</p>
<p>Wer Mutter ist, kennt das von seinem Kind: „Ich stelle mich etwas unbeholfen an, da hilft die Mama schon.“ Wenig später kommt das erste Adoptivkind, der eigene Mann. Schließlich folgt der Chef. Genau so habe ich jenem meine Misere erklärt, nachdem er besorgt gemeint hatte, ich sehe abgearbeitet aus. Er hat mir, Aufmerksamkeit heuchelnd, zugehört. Und er hat gelächelt.</p>
<p>Andererseits: Was passiert denn, wenn mein Chef ins tägliche Geschäft eingreift? Wenn er mir helfen, sprich mich strategisch unterstützen will? Kürzlich hat er nicht nur versucht, eigenständig auf unserem Drucker-Multifunktionsgerät eine Kopie zu machen – er hat auch ohne Rücksprache die Meldung „Papierstau“ zum Anlass genommen, die Maschine bis ins letzte Einzelteil zu zerlegen.</p>
<p>Die Schnellreinigung für das von der Druckertrommel verschmutze Sakko habe ich dann organisiert, ebenso wie den technischen Notdienst, der mich nur kopfschüttelnd mit den gemurmelten Worten „Typisch Frau“ fixierte. Mein Chef lächelte zustimmend.</p>
<p>Seit vergangener Worte weiß mein Chef auch, was Z:// bedeutet. Ganz begeistert stürmte er in mein Büro und berichtete von seiner Entdeckung: den zentralen Ablageordner auf unserem internen Server. Hier hatte ich alle Dateien für unseren Geschäftsbereich wohl überlegt und systematisch organisiert.</p>
<p>Sein „Ich habe das mal besser strukturiert, Frau Schmidt“ trieb mich in Bruchteilen einer Sekunde auf Z://, wo ich schnell feststellte: Viel Chaos, aber eine Rettung ist noch möglich. Das Excel-Sheet mit den Projekt- und Kostenplanungen der nächsten drei Monate war allerdings hinüber. „Frau Schmidt, ich habe doch nur ein paar Zellen gelöscht, die mir unwichtig erschienen. Nein, ich weiß nicht mehr, welche. Und was sind Zell-Verknüpfungen?“</p>
<p>Meine eindringliche Bitte, seine Hände von Z:// zu lassen, quittierte er mit einem gnädigen „Na, wenn Sie unbedingt wollen.“</p>
<p><strong>Und mein Chef lächelt.</strong> Dank mir.</p>
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		<title>Im Workshop, da schwimm&#8216; ich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Feb 2017 10:38:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BUSINESSgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Tagung]]></category>
		<category><![CDATA[Workshop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich bin kein Maler, verstehe wenig von Bildhauerei und Film interessiert mich nur in Maßen. Ich bin nicht kreativ, niemals innovativ und Ideen habe ich auch keine. Literatur ist mir jenseits der Börsennachrichten und Sportberichterstattung ein Graus – was Metapher, Allegorie, Motive, Topos oder Symbolik bedeuten: Ich kapiere sie nicht!&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin kein Maler, verstehe wenig von Bildhauerei und Film interessiert mich nur in Maßen. Ich bin nicht kreativ, niemals innovativ und Ideen habe ich auch keine. Literatur ist mir jenseits der Börsennachrichten und Sportberichterstattung ein Graus – was Metapher, Allegorie, Motive, Topos oder Symbolik bedeuten: Ich kapiere sie nicht!</p>
<p>All das verbindet sich zu einem Gemenge der Ignoranz, das meinem – zugegeben – eingeschränkten Dasein lange Zeit eine durchaus annehmbare Lebensqualität mit regelmäßigem Sex gab. Sollte der letzte Zusammenhang nicht sofort nachvollziehbar sein: Einfach einen Frauenversteher fragen, wie er sich als „guter Freund“ fühlt.</p>
<p>Ich bin einer, der auf die drängende Frage des Motivationskünstlers „Wollen Sie Erfolg?“ mit einem lapidaren „Nö“ antwortet und sich bei den „sicheren“ Empfehlungen seines persönlichen Bankberaters zu unweigerlichem Reichtum bloß fragt: Warum liegt mein Bankberater eigentlich nicht in einer Hängematte auf Barbados?</p>
<p>Und dennoch habe ich heute ein Haus gebaut, bin gegen den Strom geschwommen und habe eine Brücke überquert, habe ein zartes Pflänzlein gegossen und in einem Orchester als zweite Geige mitgewirkt. Ich bin nicht gerne eine Geige.</p>
<p>Damit aber nicht genug meiner Tagesleistung: Ich habe in einem Koch-Team ein 5-Gänge-Menü kreiert, diverse Netze gewebt – und die Finger an all meinen Händen mit den Prinzipien eines ganzheitlichen Lebens versehen. Mein Daumen hat jetzt einen Namen, der Mittelfinger auch.</p>
<p>Genau. Ich hatte heute einen Workshop. Beziehungsweise hatte er mich. Und zwar in der Symbolfalle, die alles und jeden anschaulich machen soll.</p>
<p>Generell habe ich ja nichts gegen Arbeitssitzungen. Und ich muss der heutigen Veranstaltung der Fairness halber auch bescheinigen, dass sie ein vernünftiges Ergebnis zustande brachte. Selbst der teuer verpflichtete Workshop-Leiter schien am Spätnachmittag im Verlauf einer hitzigen Diskussion durchaus Sachverstand zu zeigen.</p>
<p>Aber: Warum tat er es nicht früher?</p>
<p>Stattdessen packte er umständlich seinen Moderatoren-Koffer aus, quälte erwachsene Menschen mit frühkindlichen Frage-Antwort-Spielen, praktizierte das „Ommmm“ der gelben Karteikarten und roten Klebepunkte – und ließ uns mit Tüchern und Bällen das Teampotential spielend ermitteln. Ja, ich gebe es zu: Als die Kasperl-Figur des studierten Moderator-Sozialpädagogen mein Schauspieltalent wecken wollte, bewies ich ihm, dass der Räuber Hotzenplotz nicht immer der Verlierer sein muss.</p>
<p>Spätestens zu diesem Zeitpunkt fiel das Urteil vernichtend auf mich hernieder: Mein Haus ist auf Sand gebaut, vor dem Ufer saufe ich ab und mein Pflänzlein krepiert elendig.</p>
<p>Ich habe es nicht kapiert.</p>
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