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	<title>Sport Archive - Der kleine Krebs Verlag</title>
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	<description>Geschichten. Einzeln, in Büchern und als Werbemittel.</description>
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	<title>Sport Archive - Der kleine Krebs Verlag</title>
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		<title>Mit der Hantel vor dem Spiegel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Feb 2023 11:36:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[MÄNNERGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[FITNESSGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Hanteln]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich heute Morgen an die Schulterpresse ging und merkte, dass für mich 30 Kilogramm zu viel aufgelegt/eingestellt waren, fragte ich mich wieder einmal, warum ich es zulasse, dass man mir bereits um 6:30 Uhr meine Würde nimmt. Die Gewissheit, dass mein Vorgänger an diesem Fitness-Gerät 30 Zentimeter kleiner war&#46;&#46;&#46;</p>
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<p>Als ich heute Morgen an die Schulterpresse ging und merkte, dass für mich 30 Kilogramm zu viel aufgelegt/eingestellt waren, fragte ich mich wieder einmal, warum ich es zulasse, dass man mir bereits um 6:30 Uhr meine Würde nimmt. Die Gewissheit, dass mein Vorgänger an diesem Fitness-Gerät 30 Zentimeter kleiner war als ich, machte die Sache nicht besser.</p>



<p>Zumal sich der eitle Bizeps-Knirps danach lässig auf das Spinning-Rad schwingt, während ich auf dem Crosstrainer wie ein überdimensionierter, pummeliger Gartenzwerg aussehe, der über eine imaginäre Wiese hüpft. Elegant sieht definitiv anders aus.</p>



<p>Eigentlich ein geselliges Kerlchen, bin ich im Fitness-Studio ein einsamer Mensch. Das trainierte Jungvolk zeigt aufreizend lachend seine Stärke an den Hanteln und dem Lat-Zug – und zollen den alten, ergrauten Bodybuilding-Löwen in der Runde den Respekt. Den haben sich diese in millionenfachen Wiederholungen an der Langhantel und Brustpresse redlich verdient. Man ist unter sich, man bleibt unter sich, wohlwissend, dass Leute wie ich selten öfter als dreimal nach dem Neujahrestag hier auftauchen werden.</p>



<p>Nein, sie schauen nicht auf mich herab, …<br>… lästern nicht über mich, sie ignorieren mich einfach. Und das tut weh.</p>



<p>Die beiden Einzigen, die sichtbare Freude über meine Anwesenheit zeigen, sind der Trainer und der Inhaber des Fitness-Studios. Während der eine das Erstellen meines individuellen Trainingsplans als willkommene Abwechslung zu seinen sonstigen Tätigkeiten zelebriert, zählt der andere leise lächelnd in Gedanken die Jahresbeiträge auf seinem Konto zusammen. Es gehört zum tatsächlich legalen Geschäftsprinzip eines Fitness-Studios, dass 1.000 Menschen mit guten Vorsätzen, aber wenig Ausdauer, das Vergnügen weniger Sportlerinnen und Sportler bezahlen.</p>



<p>Würden nämlich alle Mitglieder an einem Tag erscheinen, fände man in einer Hawesta-Dose mit Heringsfilets ohne Zweifel mehr Platz als im Fitness- Studio.</p>



<p>Ertappt!<br>So aber habe ich freien Ausblick vom Crosstrainer, den die Marketing-Experten in meinem bevorzugten Studio Sky-Walker genannt haben. Ich trage dabei aus Gründen der Ästhetik gerne weite Hosen und noch weitere T-Shirts, im Gegensatz zu manchen jungen Damen, die in hautenger Montur gelangweilt an mir vorbei spazieren. Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich, dass das Schwitzen auf dem Crosstrainer die höchste Anstrengung im Studio ist, weit mühsamer aber ist es, den Mädchen in von Beinpresse, Beinstrecker und natürlich vom Herrgott modulierten Körpern NICHT nachzuschauen.</p>



<p>Einmal hatte ich es getan – und merkte erst zu spät, wie ich dabei beobachtet wurde. Von den Muskelpaketen vor dem Spiegel, vom Trainer und vom Fitness-Studio-Besitzer und natürlich von Frau Huber. Meine Nachbarin, die ich bis dahin nicht bemerkt hatte und die mich jetzt süffisant vom Ergometer drei Meter weiter geringschätzte.</p>



<p>Ich weiß nicht, warum ich es zulasse, dass ich mir bereits um 6:30 Uhr meine Würde nehme.</p>



<p></p>



<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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		<title>Auf der untersten Bank</title>
		<link>https://der-kleine-krebs.de/auf-der-untersten-bank/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DerKleineKrebsVerlag]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Feb 2018 13:24:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[MÄNNERGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[FITNESSGeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Sauna]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vorgestern war ich in der Sauna. Nach dem Sport. Nicht aus freiem Willen, sondern weil es sich so gehört. Genau so wie davor die anderthalb Stunden Badminton. Ich kann nämlich der seltsamsten Erscheinung moderner Unternehmenskultur nicht entfliehen: Dem gemeinsamen wöchentlichen Sport mit Kolleginnen und Kollegen — inklusive anschließendem Saunabesuch. Ich&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vorgestern war ich in der Sauna. Nach dem Sport. Nicht aus freiem Willen, sondern weil es sich so gehört. Genau so wie davor die anderthalb Stunden Badminton. Ich kann nämlich der seltsamsten Erscheinung moderner Unternehmenskultur nicht entfliehen: Dem gemeinsamen wöchentlichen Sport mit Kolleginnen und Kollegen — inklusive anschließendem Saunabesuch.</p>
<p>Ich bin nicht scharf darauf, meine Kolleginnen und Kollegen einmal wöchentlich nackt zu sehen. Das liegt auch daran, dass die meisten von ihnen Profis in diesem sehr, sehr heißen Raum sind, ich dagegen in vielen Jahren den Sprung aus der Sauna-Amateurliga nicht geschafft habe.</p>
<p>Man erkennt mich daran, dass ich der untrainierte Kerl auf der untersten Bank bin. Dort verstecke ich durch die entsprechende Körperhaltung notdürftig meinen stattlichen und bleichen Bauch, dabei sittsam die haarigen Beine geschlossen — was die Spötter unter meinen allesamt Solarium gebräunten Kollegen schon eine Verklemmtheit meinerseits vermuten ließ.</p>
<p>Diese Spötter liegen natürlich in der obersten Reihe und bevorzugen es, all die Öffnungen am durchtrainierten Körper wie selbstverständlich zu präsentieren. Sie liegen auf großen, sehr großen Sauna-Badelaken, während ich wieder nur ein definitiv zu kleines Handtuch dabei habe. Jedenfalls bin ich dadurch die ganze Saunarunde hindurch, also genau sechs Minuten, damit beschäftigt auf 30 mal 40 Zentimeter in der Höhe räumlich meinen Körper unterzubringen. Nur kein Tropfen Schweiß auf das Holz, sonst gibt es Ärger &#8230;</p>
<p>… und zwar mit dem selbsternannten Sauna-Chef (meist männlich und wenn weiblich, dann sehr männlich), der nach einem mir nicht nachvollziehbaren Sauna-Gesetz in jeder Sauna sitzt. Stundenlang. Tagelang. Ein Leben lang.</p>
<p>Der Sauna-Chef besitzt die Insignien der Sauna-Macht: Den Wasserzuber, die Schöpfkelle und eine ätherische, stark ätzende China-Pfefferminz-Tiger-Ölmischung. Und wenn es dann Zeit ist für den Aufguss, ist es für mich schon zu spät, denn jetzt darf keiner mehr raus!</p>
<p>Mit brennenden Augen und röchelnder Lunge schwinden meine Abwehrkräfte — und ich frage mich, was denn geschehe, wenn just in diesem Moment ein fanatischer, bleicher Sauna-Gegner aus dem Nordosten von Alaska die Tür von außen verschließen und die Temperatur erhöhen würde?</p>
<p>Schon fühle ich, wie der Schweiß in Strömen an meinem Körper herab rinnt und vom Handtuch nicht mehr aufgefangen werden kann. Die Organe dringen osmotisch durch die Haut, die Knochen verlieren in der Hitze ihre Form. Mein Gehirn nimmt, bevor es sich mit der Restflüssigkeit verbindet, gerade noch wahr, wie ich elendig verrecke und als große undefinierbare Masse wiedergeboren werde …</p>
<p>Nächste Woche gehe ich wieder in die Sauna. Nach dem Sport. Darauf freuen tue ich mich nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>c/o Bernhard Krebs</p>
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